Für die Stadt Gelnhausen bedeute die Schließung ebenfalls eine tiefe Zäsur. „Aber wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern müssen jetzt nach vorne blicken. Es gilt, alle Kräfte für eine vernünftige Anschlussnutzung des Haupthauses in Gelnhausen zu bündeln“, gibt der Rathauschef die Richtung für die nächsten Monate vor. Er betont: „Ziel aller in Gelnhausen - und da meine ich Gewerbetreibende, Immobilienbesitzer, Kommunalpolitik und Stadt - muss es sein, einen dauerhaften Leerstand im Ziegelhaus zu verhindern und die Weichen für eine Weiterentwicklung des Joh-Stammsitzes zu stellen.“
Bereits kurz nach Bekanntwerden der Insolvenz im Mai hatte Bürgermeister Stolz angekündigt, dass die Stadt Gelnhausen im Zuge des Insolvenzantrags der Joh-Gruppe nicht nur reagieren, sondern agieren wird. Und genau das geschieht seit Wochen unter der Federführung des Rathauschefs. Ein konkretes Ergebnis der vielen Gespräche: „Der aktuelle Eigentümer des Joh-Haupthauses hat uns gegenüber seine Verkaufsbereitschaft erklärt“. Deshalb spricht die Stadt aktuell mit mehreren Interessenten für die Immobilie.
Unter anderem nahm die Verwaltungsspitze auch unmittelbar nach Bekanntwerden der Schieflage bei Joh Kontakt zu einer hessischen Projektentwicklungsgesellschaft auf, die deutschlandweit über große Erfahrung in der Weiterentwicklung von Einzelhandelsimmobilien verfügt und sehr eng mit den jeweiligen Kommunen zusammenarbeitet. „Erste Ergebnisse erwarten wir in den nächsten vier Wochen“, berichtet Thorsten Stolz.
Als „alles entscheidende Schlüsselfrage“ weist der Bürgermeister auf die Höhe des Kaufpreises hin, die letztendlich für die Immobilie im Ziegelhaus aufgerufen wird: „Es ist ganz klar, davon hängt das Projekt und somit auch die Entwicklung der Joh-Immobilie ab“. Er sei aber zuversichtlich, betont Thorsten Stolz: „Wir haben in den letzten Jahren in Gelnhausen so viele große Projekte erfolgreich umgesetzt. Wenn alle einen guten Willen zeigen, dann bekommen wir auch das zusammen hin“.
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