Kein Interesse von C&A, Räumungsverkauf gestartet

Gelnhausen

Bei der Investorensuche für die insolvente Kaufhauskette JOH kündigen sich erste Entscheidungen an. „Wir haben mehr als berechtigte Hoffnungen, bald etwas verkünden zu können“, erklärte Pietro Nuvoloni, Sprecher der Insolvenzverwalterin Julia Kappel-Gnirs.

Kreiswerke Main-Kinzig

An den Standorten in Gelnhausen und Friedberg hat am vergangenen Samstag bereits der Räumungsverkauf begonnen.

In den vergangenen zwei Wochen ist laut Nuvoloni intensiv an der Zukunft der Kaufhauskette gearbeitet worden, „und dabei haben wir einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht“. Details sollen allerdings erst präsentiert werden, wenn tatsächlich Fakten geschaffen wurden. Welche der fünf Standorte Gelnhausen, Friedberg, Gotha, Zwickau und Saalfeld bei den laut Nuvoloni sehr „zielführenden Gesprächen“ von Investoren bevorzugt werden, bleibt somit weiterhin unklar.

Wie bereits berichtete, hatte die Textilhandelskette Hennes & Mauritz (H&M) offiziell Interesse an einer Übernahme von einzelnen JOH-Standorten bestätigt. Auch die Einzelhandelskette „Woolworth“ soll weiterhin im Rennen sein, will sich zu den Verhandlungen aber bislang nicht äußern. Eine Absage gab es unterdessen vom Bekleidungsunternehmen C&A: „Nur ein Gerücht“, erklärte Pressesprecher Lars Boelke auf Anfrage. Das Unternehmen habe kein Interesse daran, in Gelnhausen einzusteigen. Boelke: „Wir sind schon in der Nähe präsent und planen in diesem Bereich keine weitere Filiale.“ In Verhandlungen mit JOH über weitere Standorte stehe C&A, seit Jahrzehnten in Hanau ansässig, auch nicht.

In den JOH-Filialen Gelnhausen und Friedberg hat unterdessen am vergangenen Samstag der Räumungsverkauf begonnen. „Dort befindet sich besonders viel Ware“, begründet Nuvoloni den vorzeitigen Start in diesen beiden Kaufhäusern. Und er betont, dass nach wie vor auch Ware nachgekauft werden kann. „Der Mix muss stimmen“, habe der Gläubigerausschuss dies ausdrücklich gestattet. Spätestens Mitte September ist dann aber vermutlich Schluss. „Es werden sicherlich noch zwei Wochen nötig sein, um die Immobilien besenrein zu übergeben“, werde diese Zeit beispielsweise auch für den Abbau der eingeplant werden müssen.  Ob dann wenig später mit neuen Investoren auch neue Einrichtungen an den fünf JOH-Standorten einziehen, wird sich vermutlich bald klären.


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