Gelnhausen: Wann werden die Schulwege endlich sicher?

Gelnhausen
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"Täglich bietet sich das gleiche Bild, in den Straßen vor den Schulen in Gelnhausen reihen sich Elterntaxi an Elterntaxi. Im täglichen Zeitdruck wird es mitunter hektisch, wodurch Schüler*innen auf ihrem Weg zur Schule gefährdet werden. Ob nun in engen Straßen wie an der Ysenburgschule und der Philipp-Reis-Schule oder beim Grimmelshausen Gymnasium und der Kreisrealschule im Lohmühlenweg, welcher mitsamt der Vielzahl an Bushaltestellen stark frequentiert ist, überall blockieren Elterntaxis Gehwege oder wenden an unübersichtlichen Stellen", meldet sich die "Initiative Sicherer Schulweg Gelnhausen" mit einer Pressemitteilung zu Wort.



Mehrfach im Jahr spitze sich die Lage erheblich zu, bei Ferienbeginn oder auch jüngst am letzten Tag des ersten Schulhalbjahres sei der Verkehrskollaps vorprogrammiert, denn dann ende für alle Schüler der Unterricht nach der dritten Stunde: "Wer besinnt sich hier noch darauf, dass Laufen den Kindern nicht schadet und man sein Kind zum Wohle aller nicht gleich mit dem Auto an der Türschwelle abholen muss? Die Sicherheit des eigenen Nachwuchses geht vor, doch zu welchen Bedingungen? Die Erkenntnis über das eigene egoistische und risikobehaftete Fehlverhalten kommt leider erst, sobald ein Blaulicht am Ende der Straße aufblitzt. So brachte eine angeforderte Polizeistreife zu Beginn der Winterferien einen eindrücklichen Effekt: Kaum erblickte man die Polizei, suchten die Elterntaxis das Weite. Dann endlich konnten die Schüler*innen weitestgehend gefahrlos zu ihrem Bus gelangen oder den Heimweg zu Fuß und per Rad antreten. Warum also nicht gleich einen für alle sicheren Standort aufsuchen, an dem man sein eigenes Kind abholt? Diese Hol- und Bringzonen sollten nach Ansicht der Initiative mit Hilfe der Stadt an jeder Schule eingerichtet werden. Die Initiative „Sicherer Schulweg Gelnhausen“ möchte daher auf die Dringlichkeit hinweisen, dass die zuständigen Stellen der Stadt Gelnhausen aber auch des Main-Kinzig-Kreises und Hessen Mobil möglichst nachhaltige Maßnahmen zur Schulwegsicherheit an den Gelnhäuser Schulstandorten in Angriff nehmen. Auch wenn es mehrfach Gespräche sowie den öffentlichen Austausch in den Ortsbeiräten oder bei Ortsterminen gab, sind bislang nur wenige tatsächliche Schritte unternommen worden, den seit Jahren bekannten Problemen zu begegnen."

Die Initiative berichtet über ein Jahr Arbeit am Thema Schulwege

Die Problematik mit Elterntaxis und anderen Umständen wie schlecht ausgebauten Fußwegen an der Ysenburgschule und im Lohmühlenweg gibt es leider schon seit mehreren Jahrzehnten. „Seit fast einem Jahr arbeiten wir als Initiative kontinuierlich daran, diese Probleme immer wieder in den Fokus zu rücken“, äußert sich Julia Hofmann. „Im Laufe des vergangenen Jahres wurde deutlich, dass es nicht nur vereinzelte Schwerpunkte sind, die Probleme verursachen – das Thema stößt stadtweit auf ähnliche Schwierigkeiten und allgemeines Interesse“, berichtet Jochen Hofmann. So hätte beispielsweise die Freiraumschule im Kapellenweg ebenfalls ähnliche gelagerte Probleme angemerkt und im Spätsommer 2023 nach bereits drei Jahren Schulbetrieb endlich hinweisende Schulwegschilder erhalten.

„Als Initiative ist es uns wichtig, dass wir auch in stetigem Austausch und Zusammenarbeit mit weiteren Interessensgruppen und Vereinen stehen. Ein wichtiger Faktor ist es, das Thema Schulwegsicherheit immer wieder an die politischen Vertreter in den Ortsbeiräten und den schulischen Gremien heran zu tragen und um Unterstützung zu werben“, so die Mitglieder. „Dabei bringen wir konstruktiv Ideen ein wie Aktionstage an Schulen, Eltern-Haltezonen, Schulstraßen sowie Werbung für die Mobilität zu Fuß (bereits ab der Kita). Ebenso bieten wir Vorschläge für die sinnvolle Umgestaltung von Verkehrsflächen an, um den Fuß- und Radverkehr attraktiver zu gestalten und damit dem Autoverkehr vor Schulen entgegen zu wirken“, erklärt die Initiative ihre Vorhaben.

Was die Durchsetzung der Vorschriften im Straßenverkehr betreffe, könne die Initiative die zuständigen Ordnungsbehörden nur darum bitten, die notwendigen und vor allem wiederkehrenden polizeilichen Kontrollen durchzuführen. Dass dies zu sofortigen Ergebnissen führen könne, sehe man am jüngsten Beispiel im Lohmühlenweg. Bedauerlich sei jedoch, wenn Kontrollen grundsätzlich zugesagt werden, dann aber aus Kapazitätsgründen nicht stattfänden würden.

"Die Parksünden in der Altstadt, auch wenn sie finanziell vielversprechender sind, sollten nicht wichtiger gewertet werden als die Sicherheit unserer Kinder", empfinden es die Mitglieder genauso bedauerlich, wenn Vorschläge zur Verkehrsberuhigung mit nicht nachvollziehbaren Argumenten per se abgelehnt werden und nicht einmal zu einer grundsätzlichen Prüfung kommen – so wie im Ortsbeirat Hailer mit dem Vorschlag zur Fahrradstraße geschehen. Mangels genauerer Kenntnisse werde vorschnell geurteilt und Chancen vertan. Automobilität werde immer noch als wichtiger erachtet als die Rechte der schwächeren Verkehrsteilnehmer, dabei könnte ein faires Miteinander so viele Perspektiven bieten. „Hier wünschen wir uns einfach mehr Fortschrittlichkeit und den Mut, Wege neu zu gehen. Optimistisch stimmt uns, dass diese Bereitschaft an anderen Stellen besteht. Dies konnten wir in Gesprächen mit verschiedenen Mandatsträgern der Gelnhausener Stadtpolitik erfreulich feststellen“, freut sich Jochen Hofmann.

Stadt hat Antrag an IVM gestellt

„In jedem Fall ist es für uns ein entscheidender Schritt, dass die Stadt Gelnhausen die IVM Rhein-Main als externe Beratungsorganisation beauftragt hat, nachdem die Initiative den Kontakt zwischen dem damaligen Bürgermeister Glöckner und der IVM geknüpft hat. Wir sind zuversichtlich, dass diese Beratung bald startet und daraus resultierende Ergebnisse für eine bessere Schulmobilität von allen Beteiligten mitgetragen werden“, berichtet Yvonne Utrillas López. Die Initiative wurde im April 2023 infolge der ersten Berichterstattung von der Jugendkoordinatorin der Polizei Hessen zu einer Infoveranstaltung der IVM in Maintal eingeladen und konnte sich dort umfassend informieren.

„Als Folge auf sämtliche Konzepte zur Verkehrsberuhigung und Schulwegsicherheit ist es vor allem essentiell, dass die notwendigen Gelder aufgebracht werden, um die nötigen Maßnahmen auch zu finanzieren“, argumentiert Jochen Hofmann. Solche Gelder sollten vorhanden sein, gerade wenn es an anderen Stellen möglich sei, Vereine bei der Umgestaltung von Sportstätten mit teils sechsstelligen Beträgen zu unterstützen oder fünfstellige Beträge zur Aufarbeitung diverser juristischer Auseinandersetzungen zwischen Verwaltung und einer kleineren Anzahl an Beteiligten aufzubringen. Denn wie es beim ersten öffentlichen Auftreten der Initiative im Ortsbeirat Hailer gesagt wurde: „Es geht um den Schutz unserer Kinder.“ Angesichts der Anzahl der circa 7.800 Kinder "unserer Familienstadt“ (davon rund 1.000 in Kindergärten, 1.120 an Grundschulen, 2.550 an weiterführenden Schulen und 3.150 an Berufsschulen) sollte die Finanzierung solcher Maßnahmen selbstverständlich, bezahlbar und zum Vorteil aller sein – zumal die Zahl der Kinder in Gelnhausen weiter zunehme und damit auch die Verkehrsproblematik.

Die Initiative Sicherer Schulweg Gelnhausen ist für Fragen und Anregungen auf ihrer Facebook-Seite und unter der Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar und freut sich vor allem über weitere Mitglieder, um im Sinne aller Schüler*innen weitere Erfolge im Engagement um Sicherheit auf dem Schulweg zu erreichen.

inischulohenbi az


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