An den drei verbliebenen Standorten der Kaufhauskette JOH läuft der Räumungsverkauf auf Hochtouren. Ende September müssen die Immobilien in Gelnhausen, Friedberg und Zwickau an die jeweiligen Vermieter übergeben werden. Die JOH-Filialen in Gotha und Saalfeld gehören inzwischen nicht mehr zur Insolvenzmasse und wurden wie bereits berichtet von der Unternehmensgruppe Moses-Leininger aus Bad Neuenahr-Ahrweiler gekauft.
„So lange Gespräche stattfinden, gibt es auch noch ein Fünkchen Hoffnung“, sind die Verkaufsverhandlungen laut Pietro Nuvoloni, Sprecher der Insolvenzverwalterin Julia Kappel-Gnirs, für die restlichen drei Standorte weiterhin in vollem Gange. Allerdings bleibt nur noch wenig Zeit, um zu einem Ergebnis zu kommen. Der Ausverkauf wird nur noch zirka sechs Wochen andauern, die restlichen Tage bis Ende September wird für die Räumung der Gebäude benötigt.
Noch wird aber laut Nuvoloni hat daran gearbeitet, dass er für JOH und seine Mitarbeiter auch in Gelnhausen eine Zukunft gibt. In die Waagschale will die Insolvenzverwalterin dabei das „Knowhow“ in der Barbarossastadt werfen. Neben dem gut ausgebildeten Personal seien dies vor allem das Geschäftsmodell samt Kunden- und Lieferantenliste. Ob dies allerdings bei einem immer leerer werdenden Kaufhaus noch von Erfolg gekrönt werden sein wird, will Nuvoloni nicht voraussagen.
Klar scheint inzwischen: Eine Übernahme wie in Gotha und Saalfeld durch einen Branchenkenner ist nahezu ausgeschlossen. Dort soll der Betrieb ohne vorherigen Ausverkauf fließend weiterlaufen, auch die Mitarbeiter behalten ihre Beschäftigungsverhältnisse. Ganz anders die Situation in Gelnhausen: Nachgekauft werden nur noch die so genannten „Schnelldreher“, ansonsten soll jetzt so viel Ware wie möglich verkauft werden. Im Kaufhaus selbst wurde bereits umgeräumt und die Ware auf den unteren Stockwerken konzentriert. Den Beschäftigten droht jetzt zudem eine vorzeitige Freistellung, falls ihre Arbeitskraft nicht mehr benötigt wird.
Laut Nuvoloni laufen die letzten Kündigungsfristen von einigen Mitarbeitern Ende Oktober aus. „Es gibt Interessenten, auch für Gelnhausen“, stellt er noch einmal klar, allerdings sei derzeit nicht absehbar, ob und wann diese einsteigen wollen. Und: „Wir wollen keine zu großen Hoffnungen wecken und werden uns daher auch in Zukunft erst dann äußern, wenn etwas unterschriftsreif ist.“ Die Insolvenzverwalterin verliert jedenfalls spätestens mit dem Verkauf der Ware und der Übergabe der Immobilie fast alle Argumente. Ein neuer Investor müsste sich dann über eine Nutzung der Immobilie im Ziegelhaus mit dem Vermieter auseinandersetzen. Der hat sich zur Zukunft des JOH-Hauptsitzes in Gelnhausen bislang nicht öffentlich geäußert.
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