Die Umbenennung der doppelten Straßennamen steht nach einem transparenten Prozess mit erfreulich hoher Bürgerbeteiligung vor der finalen Entscheidung.
Die Umbenennung der doppelten Straßennamen steht nach einem transparenten Prozess mit erfreulich hoher Bürgerbeteiligung vor der finalen Entscheidung.
Am Mittwoch, 11. September, 19.30 Uhr, beschließen die Stadtverordneten in der Stadthalle Gelnhausen endgültig über die neuen Straßenbezeichnungen, die Bürger und Ortsbeiräte in den vergangenen Monaten erarbeitet und diskutiert haben. „Der gesamte Prozess in Gelnhausen ist sehr gut verlaufen“, freut sich Bürgermeister Thorsten Stolz und betont: „Das Miteinander war sehr konstruktiv, Bürger und Ortsbeiräte haben sich mit tollen Vorschlägen eingebracht“.
Die Ortsbeiräte und der Magistrat haben bereits grünes Licht für die neuen Straßennamen gegeben. Die Stadtväter trafen zudem einen weiteren Beschluss mit Blick auf alle Bürgerinnen und Bürger, denen ihre alte Straßenbezeichnung besonders am Herzen liegen: „Wir verkaufen die alten Namensschilder gegen Höchstgebot an interessierte Gelnhäuser“, kündigt Thorsten Stolz an. Weitere Informationen dazu folgen. Der Rathauschef freut sich zudem, dass der gesamte Prozess mit seinem im Frühjahr eingebrachten Zeitplan zur Umbenennung der doppelten Straßennamen konform geht. Zum 31. Dezember wird die Maßnahme abgeschlossen sein.
Vor wenigen Tagen meldeten sich auch die Anwohner der Schulstraße in Gelnhausen-Mitte bei der Stadtverwaltung. Kurz zuvor hatten sie einstimmig beschlossen, den Teilabschnitt, der künftig eigentlich Begardengasse heißen sollte, in Falkengasse umzubenennen. Grund: Dort lebt seit 15 Jahren ein Turmfalkenpaar. „Wir werden uns diesem Wunsch nicht verweigern, weil wir von Anfang an gesagt haben, wir möchten die Bürger mit einbeziehen und ihre Namenswünsche berücksichtigen“, betont Bürgermeister Stolz.
Die Straßenänderungen im Überblick:
Gelnhausen-Mitte: Aus der Jahnstraße wird der Bollenweg, aus der Königsberger Straße westlich des Schandelbaches die Friedrich-Poppe-sen.-Straße und östlich des Schandelbaches die Straße „Am Schandelbach“. Die Spessartstraße soll künftig Spessartblick, die Wingertstraße Marlinger Weg heißen. Die Schulstraße trägt bald den Namen Falkengasse, ihr südlicher Abschnitt soll Bruno-Haldy-Straße heißen. Auf Anregung des Geschichtsvereins wird ein Teilstück der Frankfurter Straße in Höhe der Kinos in Brüder-Fischinger-Straße umbenannt. Damit möchten die Stadtväter die in Gelnhausen geborenene Trickfilm-Pioniere Hans und Oskar Fischinger würdigen.
Roth: Die Gelnhäuser Straße heißt künftig „Am Röther Häuschen“, die Höhenstraße Kinzigtalblick. Die „Neue Straße“ wird „Zum Wiesengrund“ und der Steinweg zu „Im Hasengarten“.
Haitz: Im Stadtteil Haitz soll die heutige Waldstraße künftig Waldblick heißen.
Höchst: Der Birkenweg heißt künftig „Am Rehberg“, die Breslauer Straße Wirtheimer Weg, die Brunnenstraße Brunnenblick, die Gartenstraße Blumenweg, der Hohlweg „Alter Fuhrweg“, die Leipziger Straße Leipziger Allee, die Schmidtgasse „Im Veilgärtchen“ und die Waldstraße Bienenweg.
Hailer: Die Bahnhofstraße wird zur Eisenbahnstraße, die Feldstraße zur Winkelgasse, die Gartenstraße zur Schillerstraße, die Königsberger Straße zur „Alten Königsberger Straße“, die Mittelstraße zur Willi-Jamann-Straße, die Neue Straße zum Keltenweg, der Neue Weg zur Liebloser Straße und die Schulstraße zum Ligusterweg.
Meerholz: In Meerholz wird die Bergstraße zu „Am Berg“, der Birkenweg zum Kastanienweg, die Gartenstraße zum Schwalbenweg, die Kleinbahnstraße zu „Alte Kleinbahnstraße“, die Rathausstraße zu „Am Lindenbrunnen“, die Schulstraße zur Schulhausstraße, die Sudetenstraße zur Europastraße und die Vogelsbergstraße zu „Auf dem Kalk“.
Insgesamt tragen derzeit 61 Gelnhäuser Straßen doppelte Bezeichnungen. Besonders zwei Probleme sorgen bislang immer wieder für Ärger, weshalb die Umbenennung nötig wird: Die Angst davor, dass Rettungswagen im Notfall den falschen Ortsteil anfahren, und die immer wieder vorkommende Falschzustellung von Post. Ein tragischer Todesfall in einer Kommune des Main-Kinzig-Kreises hat im vergangenen Jahr auch die Kommunalaufsicht auf den Plan gerufen. Sie fordert eine Änderung der doppelten Straßennamen noch in 2013. „Ansonsten verfügt die Behörde im Rahmen der Gefahrenabwehr selbst neue Bezeichnungen“, weiß Bürgermeister Thorsten Stolz, der im Frühjahr einen entsprechenden Zeitplan für die Umbenennung vorgelegt hat. Sie soll zum Jahreswechsel greifen. „Stimmen die Stadtverordneten zu, bringen wir die neuen Straßenschilder an. Die alten werden nach einer Übergangszeit von sechs Monaten entfernt“, schildert der Rathauschef. Die Änderung von personenenbezogenen Daten, etwa auf Ausweisen, erledigt die Stadtverwaltung für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger kostenlos.
„Einige neue Straßenschilder tragen zudem Zusatztafeln, die die Bezeichnung näher erklären“, kündigt Thorsten Stolz an. So weist die Bruno-Haldy-Straße auf den Naturwissenschaftler und Schriftsteller Bruno Haldy (1882-1930) hin. Die Friedrich-Poppe-sen.-Straße erinnert an die Anfänge der Gummi-Industrie am Standort Gelnhausen und ihre ersten Wegbereiter.
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