Nach seinem Interview im Fernsehsender "WELT TV" zu den mutmaßlichen sexuellen Übergriffen im Freibad hat der Gelnhäuser Bürgermeister Christian Litzinger (CDU) via Anwalt den Axel Springer Verlag abgemahnt. Das teilte er auf seiner Facebook-Seite mit und hat die News-Seite der HÖCKER Rechtsanwälte PartGmbB in Köln verlinkt, die ihn offenbar juristisch vertritt. Auch gegen die Drohungen gegen ihn und seine Familie will Litzinger vorgehen.
Die Kanzlei erklärt auf ihrer Homepage, dass das Newsportal WELT.de den Gelnhäuser Bürgermeister zweimal mit dem Satz „Mit hohen Temperaturen liegen, ja, auch die Gemüter manchmal blank“ zitiere und und dabei den falschen Eindruck erwecke, der Bürgermeister wolle damit sexuelle Übergriffe an minderjährigen Mädchen vom 22.06.2025 im Freizeitbad von Gelnhausen mit wetterbedingten Gemütsschwankungen verharmlosen. "Tatsächlich hatte der Bürgermeister diesen Satz in einem anderen Kontext verwendet. Seine Aussage wurde in manipulativer Weise so dargestellt, als habe er damit die mutmaßlichen sexuellen Übergriffe kommentiert", so die Kanzlei.
Dargestellt wird auch, wie da Interview tatsächlich abgelaufen sein soll: "Am 29.06.2025 gab der Bürgermeister einer WELT-Reporterin ein Interview. Die Reporterin stellte ihm zwei Fragen. Die erste Frage nahm Bezug auf die aktuellen Vorfälle sexualisierter Gewalt im Schwimmbad. Der HÖCKER-Mandant beantwortete diese Frage damit, dass acht Mädchen im Alter von 11-16 Jahren von vier Männern im Alter von 18-28 Jahren sexuell belästigt worden seien. Die Polizei sei schnell vor Ort gewesen und habe drei der vier Beschuldigten festnehmen können. Die zweite Frage der Reporterin bezog sich auf mögliche Vorfälle im Freibad in der Vergangenheit. Zu dieser Frage erklärte der HÖCKER-Mandant, dass es bis dato nur leichtere Vorfälle von Diebstahl und Beleidigungen gegeben habe. Ausschließlich bezogen auf frühere verbale Entgleisungen im Schwimmbad äußerte er dann: 'Also, es ist natürlich immer, bei hohen Temperaturen liegen auch die Gemüter manchmal blank.'. Damit wollte er zum Ausdruck bringen, dass die verbalen Auseinandersetzungen aus der Vergangenheit – gerade im Gegensatz zum aktuellen Vorfall – keine schwerwiegenden Vorfälle waren, was auch die Unvorhersehbarkeit des aktuellen Falls erklärt." Mit "HÖCKER-Mandant" ist Litzinger gemeint.
Die WELT setze den Satz in ihren Berichten nun manipulativ in unmittelbaren Kontext zu den aktuellen Vorfällen sexueller Übergriffe, so dass die Leser zwingend zu der falschen Schlussfolgerung gelangen müssten, der Bürgermeister habe die schwerwiegenden sexuellen Vorfälle verharmlost. Rechtsanwalt Dr. Marcel Leeser: „Unser Mandant hat sexuelle Übergriffe niemals verharmlost. Gegen diese völlig unverantwortliche Form des populistischen und die Leserschaft durch manipulative Tricks aufhetzenden Journalismus wird der Bürgermeister von Gelnhausen konsequent mit allen juristischen Mitteln vorgehen.“
Litzinger kündigte auf seiner Facebook-Seite zudem an, "jede Drohung gegen meine Familie und meine Person zur Anzeige bringen. Ob in den sozialen Netzwerken, per Brief oder Email, oder persönliche Drohungen, wir werden mit aller Härte dagegen vorgehen".
Im Präventionsrat der Stadt Gelnhausen habe er unterdessen einen 5-Punkte-Plan vorgestellt, wie die Stadt jetzt auf die aktuelle Lage im Freibad reagiert.
Diese Maßnahmen seien bereits ergriffen oder angestoßen worden:
1. Einsatz der Stadtpolizei
2. Einsatz externer Sicherheitskräfte
3. Sensibilisierung des Badpersonals
4. Tägliches Reporting des Badpersonals zu sämtlichen Vorkommnissen
5. Präsenz der Landespolizei in und um das Freibad, soweit es die verfügbaren Polizeikräfte zulassen
Litzinger abschließend: "Darüber hinaus werde ich die 'Kommission zur Förderung der Sicherheit Gelnhausens' einberufen. Dort werden wir uns intensiv mit Sicherheitsfragen auseinandersetzen und Maßnahmen erarbeiten, die zu mehr Sicherheit in unserer Stadt führen werden. Vorfälle wie am 22. Juni werden sich bei uns nicht wiederholen."
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