„Heute morgen schlug eine Bombe ganz in der Nähe der Schule ein“, berichtet Marlene M., Schulleiterin der NES-Schule in Beirut, mit der Helping Hands e.V., Gelnhäuser Verein für Entwicklungszusammenarbeit, seit vielen Jahren eng zusammenarbeitet.
„Bisher sind wir in Sicherheit, aber es ist für alle eine extrem angespannte und emotionale Zeit und keiner weiß, wo das noch hinführt. Wir leben von einem Tag zum nächsten.“
Die neue Angriffswelle gegen den Libanon hat seit Anfang März schon über tausend Todesopfer gekostet. Eine weitere Million Menschen sind auf der Flucht in einem Land, in dem bereits jeder Dritte Flüchtling ist. Viele finden keine Bleibe und leben in ihren Autos oder auf der Straße, wo sie Starkregen und Stürmen ausgesetzt sind. Das stetige Surren der Drohnen und Donnern der Explosionen schüren Angst und Unsicherheit.
Das sind zwar keine ganz ungewohnten Szenen im Libanon, doch eins ist diesmal anders: Während die Angriffe sich bisher auf bestimmte Gebiete beschränkten und Menschen in anderen Teilen des Landes und der Hauptstadt weniger betroffen waren, sind die Einschläge nun willkürlicher, weiter verteilt – und kommen der Schule immer näher. Keiner fühlt sich mehr sicher, und Furcht und Panik breiten sich aus.
„Die Kinder leiden wirklich sehr unter dieser Situation. Sie sind misstrauisch gegenüber unbekannten Personen, die eine Gefahr für ihre Gebäude darstellen könnten. Viele können aufgrund des Lärms der Luftangriffe nicht schlafen – selbst Donner klingt nun wie Bombeneinschläge – und das alles macht es sehr schwer, sich sicher zu fühlen oder sich auf den Alltag zu konzentrieren.“
Das Leitungsteam der NES-Schule bemüht sich, so viel Unterricht anzubieten wie eben möglich, und trotzdem die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. Denn eine gewohnte Routine, ein strukturierter Alltag, das ist „eine der wirksamsten Methoden, um die psychische Gesundheit von Kindern in Krisenzeiten zu fördern“, wie Sara, Schultherapeutin der NES, betont.
Vor einem Jahr begann die NES-Schule mit Förderung von Helping Hands e.V. ein speziell entwickeltes Therapieangebot mit Trauma-Beratung und Prävention für Schüler, Eltern und Lehrer, um zu ermöglichen, dass Kinder und ihre Familien Heilung erleben und die Resilienz entwickeln, künftigen Krisen mit Zuversicht zu begegnen und gestärkt daraus hervorzugehen. Das Programm hat in den letzten zwölf Monaten schon einen deutlich merkbaren Unterschied in der mentalen Gesundheit der Kinder und Eltern gemacht.
Die jüngste Eskalation des Nahost-Konflikts hat den Bedarf für dieses Angebot dramatisch verschärft. Aber noch stehen nur sehr begrenzte Mittel zur Verfügung, um das Programm über die nächsten Monate anzubieten und langfristig weiterzuführen.
Wenn Sie ein Zeichen der Solidarität setzen und die Kinder und Familien der NES-Schule in dieser verheerenden Situation ermutigen und unterstützen möchten, dann spenden Sie bitte mit Vermerk „Libanon Katastrophenhilfe“ (oder alternativ „NES Therapieprogramm“ oder „NES Studienfond“) auf das Konto von Helping Hands e.V. (IBAN DE56 5075 0094 0000 022394) bei der Kreissparkasse Gelnhausen oder online: https://helpinghandsev.org/spenden/. Weitere Informationen erhalten Sie online (https://helpinghandsev.org) oder per Telefon (06051 832892).


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