Die Kritik an der aktuellen Verkehrsführung am Bahnhof in Gelnhausen ist im Rathaus angekommen.
Die Kritik an der aktuellen Verkehrsführung am Bahnhof in Gelnhausen ist im Rathaus angekommen.
"Die Situation ist nicht befriedigend", erklärte Ordnungsamtsleiterin Roswitha Krack gestern Abend im Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Stadtentwicklung. Ob die Verkehrsregelung, die inzwischen in den Morgenstunden auch von der Polizei überwacht wird, während der Baumaßnahmen auf dem Bahnhofsvorplatz noch einmal geändert wird, ist allerdings ungewiss.
Walter Nix (SPD) forderte, den Verkehr vom Kreisel ab geradeaus ab Bahnhof vorbeizuleiten und nebendran eine Gasse für die Schüler zu schaffen. Die laufen derzeit dem Verkehr in Richtung Berufliche Schulen entgegen, was in den Morgenstunden bereits für einige brenzlige Situationen gesorgt hat. Das gab auch der stellvertretende Schulleiter Hartmut Bieber zu Bedenken. Allerdings war allen klar, dass die Schüler immer den kürzesten Weg nehmen werden und es daher momentan unvermeidbare Begegnungen mit dem Verkehr geben werde. Für Probleme sorgen allerdings auch Autofahrer, die geradeaus aus über die Busparkplätze in Richtung Innenstadt fahren. "Die Leute sind resistent gegen Verkehrszeichen", hält Ordnungsamtsleiterin Krack die aktuelle Lösung weiterhin für die Bestmögliche. Walter Nix will der Verwaltung jetzt allerdings eine Skizze einreichen, wie seiner Meinung nach die Situation entschärft werden könnte. Ob sich danach etwas ändert, muss dann entschieden werden.
Abgeschlossen werden soll die momentan laufende Bauphase am Bahnhof übrigens im Sommer 2014 mit der Fertigstellung des neuen Busbahnhofs. Die Arbeiten sind laut Bauamtsleiter Günther Kauder drei Monate in Verzug, da ein Bodenaustausch bis in dreieinhalb Meter Tiefe durchgeführt werden musste. Die Gesamtkosten werden sich auch deshalb um zirka 20 Prozent erhöhen.
Die Schüler standen auch bei einer Diskussion über die Parkplatzsituation in der Innenstadt im Blickpunkt. Bauamtsleiter Günther Kauder stellte Pläne vor, den Parkplatz an der Bleiche um 70 Stellplätze zu erweitern, die dann Lehrern und Schüler zu vergünstigten Konditionen zur Verfügung gestellt werden könnten. Zugleich sollen auf dem Parkplatz an der Bleiche Stellplatzmarkierungen angebracht werden. 160 Fahrzeuge und vier Busse könnten demnach dann dort stehen. Hartmut Bieber betonte die Notwendigkeit von weiteren Parkmöglichkeiten für die insgesamt 3670 Schüler und 217 Lehrer. Hagen Mootz (CDU) forderte allerdings, in die Diskussion die Parkplätze am Hallenbad und an der Großsporthalle einzubinden und überall Gebühren zu erheben, inklusive der derzeit kostenlosen Parkreihe am Uferweg. Auch Walter Nix war der Meinung, dass die Problematik erst in den Griff zu bekommen ist, wenn alle Parkplätze zumindest vormittags kostenpflichtig werden. Dass die Schüler den relativ kostengünstigen Parkplatz am Hallenbad, hier kostet eine Tageskarte zwei Euro, nicht nutzen, sei mit der Entfernung zur Schule und dem Vorhandensein von noch genügend kostenlosen Stellplätzen zu erklären, was allerdings in „wildes Parken“ ausarte. Uwe Leinhaas von den Grünen dagegen glaubt, dass auf der Bleiche genügend Parkplätze zur Verfügung stehen und forderte, zunächst abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt, wenn dort Markierungen aufgebracht sind, bevor neue Flächen genutzt werden. Eine Abstimmung darüber ist nicht erfolgt, das Thema wird die Fraktionen vermutlich weiter beschäftigen.
Zum neuen stellvertretenden Ausschussvorsitzenden wurde gestern Abend Walter Nix gewählt. Er tritt die Nachfolge von Daniel Glöckner (FDP) an, der sein Amt niedergelegt hat. Die Liberalen hatten keinen Vorschlag für seine Nachfolge gemacht.
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