Neue Impulse zur Stadtentwicklung wollte bereits Ende der 1940er in Gelnhausen der aus Düsseldorf stammende Künstler und Schelmenmitbegründer Tony Mohren setzen.
Die Installierung des Schelmenmarktes, der in diesem zum 66. Male begangen wurde, als mittlerweile größtes Volks- und Heimatfestes in der Region, war eines seiner erfolgreichsten Konzepte und seine Vision. Damit wollte er nicht nur den nach Krieg und Inflation darniederliegenden heimischen Handel ankurbeln, sondern er hatte auch weitere interessante Impulse zum Stadtmarketing. Dem quirligen Künstler wurde aber damals durch anonyme Briefe gerade aus dem Kreise der Gelnhäuser Geschäftsleute auf das Übelste mitgespielt. Verfolgt man die Bestrebungen von Stadtmarketing- und Gewerbevereins sowie der Stadt Gelnhausen, kommen wir zu dem Schluss: Es wäre gut, wir hätten noch mehrere solcher Visionäre und Ideengeber wie Tony Mohren. Denn gerade er passte genau in das Schema des Vorsitzenden Dr. Alexander Möller: „Wer kein Profil hat, hat keine Chance“
In anonymen Briefen wurde der visionäre Mann als „Drahtzieher“ beschimpft: „Wir haben hier Geschäfte, die schon 100 Jahre und älter sind. Und die Geschäfte sind gesund geführt. Vielleicht wollen die Geschäftsleute gar nicht so viel Rummel und Betrieb. Für was auch, fürs Finanzamt ?“ Und weiter:„Die Alten wissen ganz genau, was sie wollen“ und die „Zeilen kommen nicht aus der Seele, sondern sind Ausdruck vieler kluger und voraussehender, durch die Jahre der Erkenntnis geschulter Menschen, die länger im Geschäftsleben stehen als Sie“ hielt man Mohren entgegen und riet ihm, Gelnhausen schnellstens wieder Richtung Rheinland zu verlassen! Die Zeilen triefen vor überzogenem Selbstbewusstsein und einer verheerenden Fehleinschätzung, die in diesen Tagen der vielen Betriebsschließungen, sogar von mehr als 200 Jahre alten Traditionsbetrieben, nur als absurd bezeichnet werden können.
Tony Mohren, ideenreicher Künstler und Mitbegründer des Geselligkeitsvereins „DIE SCHELME“. wäre im Juli dieses Jahres 100 Jahre alt geworden und wurde aus diesem Anlass durch die Lokalzeitungen mit Sonderseiten geehrt. Aus dem gleichen Anlass bereiten seine Schelmenfreunde in Person von Werner und Ingo Kürle und Hans Jürgen Freund sowie den Mohrentöchtern Gloria und Friedel eine facettenreiche Ausstellung vor: Zahlreiche Bilder, Schelmenorden, - Eintrittskarten, Prospekte, die Mohrenidee des Schelmebou`s, Wimpel, Prospekte, von ihm gezeichnet ein Fastnachts-T-Shirt und seine Schelmenmarktheft und - plakat - Konzepte sind nur einige der Raritäten. Auch Schriftwechsel seiner damaligen Unterstützer Landrat Heinrich Kreß und Gelnhausens Bürgermeister Julius Frey aber auch seiner anonymen Gegner werden zu sehen sein. Die Ausstellung wird am 9. Januar 2014 um 17.30 Uhr in der Kreissparkasse eröffnet und dauert bis zum 30. Januar.( jFd.)
Foto: Tony Mohren (1913 - 1969), Schelmenmitbegründer, Ideengeber und Motor der Schelme und der wirtschaftlichen Entwicklung in der Barbarossastadt. (Bild: Archiv Hans Jürgen Freund).
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