Ab Sonntag, 6. Mai, bis einschließlich Sonntag, 28.Oktober, bietet die Tourist-Information der Stadt Gelnhausen wieder an jedem Sonntag um 14 Uhr ab Rathaus auf dem Obermarkt wechselweise Themen-, Familien- und reguläre Stadtführungen an.
Ab Sonntag, 6. Mai, bis einschließlich Sonntag, 28.Oktober, bietet die Tourist-Information der Stadt Gelnhausen wieder an jedem Sonntag um 14 Uhr ab Rathaus auf dem Obermarkt wechselweise Themen-, Familien- und reguläre Stadtführungen an.
Am 06.Mai steht erstmals die Themenführung „Abdecker, Abortkehrer und Aussätzige“ auf dem Programm.
Bertolt Brecht warf in seinem Werk „Fragen eines lesenden Arbeiters“ viele Fragen auf, die auch heute noch aktuell sind. Stehen doch in den Geschichtsbüchern die Namen von Königen und Feldherren, edlen Damen und adligen Herren. Auch für Gelnhausen ist dies nicht anders: schon für das 13. Jahrhundert lassen sich anhand von Urkunden die Namen reicher Geschlechter nachweisen und die Bürgermeister und Schultheißenlisten sind recht gut gesichert. Aber dies sind alles nur die Namen der „Oberschicht“ die in die Geschichte eingingen. Durch Zinsregister von Spitälern und Klöstern kommt neben der reichen Kaufmannsschicht noch die handwerklich geprägte Mittelschicht hinzu – auch wenn man von ihnen kaum etwas weiß, so sind ihre Namen und Wohnorte gesichert. Aber das Gros der mittelalterlichen und neuzeitlichen Bevölkerung der Stadt bleibt für ewig im Dunkeln.
Neben den reichen Fernhändlern, die auf der Via Regia durch Gelnhausen kamen, brachte des Reiches Straße auch viele Mittellose und Glücksuchende nach Gelnhausen, die sich hier mehr erhofften und versprachen, als ihnen ihr Leben bisher geboten hatte. Meist war ihnen dies jedoch verwehrt und so mussten sie als Bettler ohne familiäre Sicherung in der Stadt von den Almosen der Kirchgänger leben. Oder als Aussätzige, die im wahrsten Sinne des Wortes aufgrund ihrer ansteckenden Erkrankung, der Lepra, ausgesetzt wurden und vor der Stadt im Siechenhaus ihr Lebensende erwarten und mit Klappern andere Menschen vor sich warnen mussten.
Doch nicht nur Fremde wurden beäugt, auch langjährige Einwohner der Stadt wurden nicht immer gerne gesehen. Ganze Berufe wie Gerber oder Abdecker galten – und das nicht nur im übertragenen Sinne – als anrüchig und wurden an den Rand der Stadt gedrängt. Oder mussten gänzlich vor der Mauer leben, wie es oftmals beim Henker der Fall war.
Ganze Bevölkerungsgruppen gerieten in Verruf aufgrund ihrer Profession oder ihrer Religion und wurden bestenfalls geduldet und wahren dem guten Willen der Regierenden ausgesetzt. Diese wiederum nutzten nicht selten die Gelegenheit, um ein Exempel zu statuieren oder um den Volkszorn in eine gewisse Bahn zu lenken, um sich selbst zu schützen.
Wenn Sie neugierig geworden sind und Interesse haben, mehr über dieses Thema zu erfahren dann folgen Sie am Sonntag, 6. Mai 2012 den Spuren der Unterschicht und Minderheiten, der Andersartigen und Ausgestoßenen durch Gelnhausen auf einem Weg zwischen Missverständnis und Vorurteil. Treffpunkt ist der Obermarkt (vor dem Rathaus) um 14:00 Uhr. Die Teilnahme kostet 5,- € für Erwachsene, Kinder (7-16 Jahre) zahlen 2,50 €.
Weitere Infos unter www.gelnhausen.de oder telefonisch unter 06051 / 830-300, -305
Am Sonntag, 13.Mai 2012 steht die Familienthemenführung „Wenn alle Brünnlein fließen“ auf dem Programm.
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