„Die Vereine sind der Motor unseres mittelalterlichen Spektakels. Ohne ihr ehrenamtliches Engagement könnten wir das Stadtfest nicht begehen“, eröffnete Gelnhausens Bürgermeister Thorsten Stolz dieser Tage eine Zusammenkunft im Feuerwehrstützpunkt.
Dort trafen sich die Vertreter der über 60 Gelnhäuser Vereine und Organisationen, die sich an der Historischen Stadtrechtsfeier vom 12. bis 14. Juni beteiligen – als Helfer an Getränke- und Essensständen, als Darsteller von historischen Szenen, als Musikanten und als Statisten. Das Organisations-Komitee um Rathauschef Stolz und Simone Grünewald, Fachbereichsleiterin Kultur und Tourismus, informierte die Vereinsvertreter dabei umfassend über den aktuellen Planungsstand des Großereignisses, stellte ihnen die Bereichsleiter für die verschiedenen Veranstaltungsareale vor und klärte noch offene Fragen.
Bei dem mittelalterlichen Spektakel in der für den Straßenverkehr komplett gesperrten Altstadt erleben die Besucher das Mittelalter hautnah und in all seinen Facetten. Mit der Historischen Stadtrechtsfeier erinnert Gelnhausen alle fünf Jahre an seine Gründung durch Kaiser Friedrich I., auch genannt Barbarossa, im Jahr 1170. Mehrere hundert Bürger beteiligen sich historisch gewandet aktiv am Fest. Zentraler Ort für das große Gelage der Historischen Stadtrechtsfeier, zu dem die Gelnhäuser Vereine gemeinsam laden, ist der Untermarkt: Dort verwöhnen die heimischen Vereine Besucherinnen und Besucher mit deftigen Köstlichkeiten nach mittelalterlichen Rezepten und auch mancher süßen Nascherei. Musikanten und Gaukler mischen sich unter das Volk und unterhalten mit mancher Narretei. Passende Getränke und das beliebte Eierbacken zum Frühstück garantieren gesellige und fröhliche Stunden an diesem seit Jahrhunderten zentralen Ort des Verweilens.
Im Programmheft, das sich Interessierte kostenlos in der Mediathek auf www.gelnhausen.de herunterladen können, finden die Besucher die Auftrittszeiten von Gästeführern und Musikanten, die nicht nur auf der Untermarktbühne, sondern auch am Obermarkt, in der Petersiliengasse, in der Brentanostraße und im Hof der Tourist-Information aufspielen. Allen voran die „Streuner“, die seit 20 Jahren die Musik der Mittelalterszene wie kaum eine andere prägen. Die fünfköpfige Band besticht durch ihre mitreißende Darbietung und ihre einfallsreichen Arrangements. Die Texte reichen vom Ketzerischen bis zum Romantischen, vom Liederlichen bis zum Humorvollen – und nicht zuletzt handeln sie ganz einfach vom Saufen.
Rund 50 Ehrenamtliche sind vor und hinter den Kulissen bei einem der Höhepunkte der Historischen Stadtrechtsfeier 2015 aktiv: der Reichstags-Darstellung. Beim wohl bedeutendsten Reichstag in Gelnhausen anno 1180 besiegelte Kaiser Friedrich I. das Urteil gegen Heinrich den Löwen, der entmachtet wurde und sein Stammherzogtum Sachsen verlor. Unter dem Dach der Gelnhäuser „Schelme“ laufen seit Herbst 2014 die Vorbereitungen zur Darstellung dieses Reichstages, dessen Auswirkungen zu einer umfangreichen Neuordnung der Fürstentümer führte. Fast 50 Darsteller und Helfer sind vor und hinter den Kulissen beteiligt. Die Zuschauer erwartet ein Theaterstück, das eindrucksvoll die Ränkespiele der Fürsten rund um Barbarossa zeigt. „Denn auch wenn der Kaiser damals auf dem Höhepunkt seiner Macht stand, so war seine Unabhängigkeit von den Fürsten doch schon dahin“, weiß Achim Becke, unter dessen Regie die Darsteller seit Januar bis zu drei Mal pro Woche proben. Das Theaterstück über den Prozess gegen Heinrich den Löwen stammt aus der Feder des ehemaligen Gelnhäusers Jim Plaßmann, der den Kaiser von 1995 bis 2010 auch selbst verkörperte. 2015 feiert Gerhard Naumann als Friedrich I. Premiere. An seiner Seite: Seine Tochter Marah Naumann als Kaiserin Beatrix. Die Aufführungszeiten auf der Bühne am Obermarkt: Freitag, 12. Juni, 18 Uhr, Samstag, 13. Juni, 14.30 und 17.30 Uhr, Sonntag, 14. Juni, 12.30 Uhr und 16.30 Uhr.
Foto: Vereine und Organisationskomitee klären bei der Zusammenkunft im Feuerwehrstützpunkt letzte offene Fragen zum großen mittelalterlichen Spektakel vom 12. bis 14. Juni 2015.
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