„Das ist eine Stärkung des Medizinstandorts Gelnhausen und der gesamten medizinischen Infrastruktur unseres Landkreises“, freut sich der Rathauschef der Kreisstadt über die entsprechende Ankündigung der KV. Sie trägt damit dem Willen tausender besorgter Eltern zwischen Maintal und Sinntal Rechnung, die sich in den letzten Monaten per Unterschriftenaktion für eine entsprechende Entscheidung stark gemacht haben.
Hintergrund: Die Kassenärztliche Vereinigung hatte den Main-Kinzig-Kreis bei der Neuorganisation der flächendeckenden pädiatrischen Bereitschaftsdienstbezirke zunächst nicht berücksichtigen wollen. Als Folge hätten Eltern aus dem Main-Kinzig-Kreis außerhalb der Sprechzeiten niedergelassener Ärzte mit ihrem erkrankten Kind bis nach nach Offenbach oder Fulda fahren müssen. Umgehend nach Bekanntwerden ihrer Pläne hatte Landrat Erich Pipa ein Umdenken der KV gefordert. Er verwies auf die rund 9.000 Kinder und Jugendlichen, die jährlich in der Kinder-Notaufnahme in Gelnhausen behandelt werden – im Wesentlichen außerhalb der Sprechstundenzeiten niedergelassener Ärzte. Pipa setzte sich an die Spitze der Protestbewegung gegen die Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung und initiierte eine Unterschriftenaktion pro Einführung eines kinderärztlichen Bereitschaftsdienstes für den Main-Kinzig-Kreis in Gelnhausen, die bislang weit über 20.000 Menschen online oder auf Unterschriftenlisten unterzeichnet haben. Im Juni führte er schließlich ein Gespräch mit Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung, das er im Nachgang als konstruktiv bezeichnete und prognostizierte, man könne gemeinsam zu einem guten Ergebnis für den Main-Kinzig-Kreis kommen.
„Als Stadt Gelnhausen haben wir uns dieser Initiative umgehend angeschlossen, Unterschriftenlisten ausgelegt und Landrat Pipa unterstützt“, betont Bürgermeister Stolz und dankt Pipa für sein Engagement. Großer Dank gelte auch all den Menschen im Main-Kinzig-Kreis, die die Petition unterzeichnet haben. „Dass die KV jetzt doch einen Standort in Gelnhausen vorsieht, macht deutlich, dass Bürger und Kommunalpolitik gemeinsam etwas erreichen können, wenn sie an einem Strang ziehen“, freut sich der Kreisstadt-Bürgermeister über den Erfolg der Initiative. Thorsten Stolz lobt auch die Kassenärztliche Vereinigung, die sich den Argumenten aus dem Main-Kinzig-Kreis nicht verschlossen habe und ihre ursprünglichen Pläne nun änderte. „Die Entscheidung für den kinderärztlichen Bereitschaftsdienst ist wichtig für Eltern und Kinder im gesamten Main-Kinzig-Kreis. Das hat die KV eingesehen“, so der Rathauschef. Nicht zu unterschätzen seien zudem die wirtschaftlichen Auswirkungen der Entscheidung auf die Main-Kinzig-Kliniken, die als kinderärztlicher Bereitschaftsstandort künftig Planungssicherheit haben: „Das ist von hoher Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit der Kliniken“, betont Stolz abschließend.
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