„Herzlich willkommen, heute gehört unser Museum Euch“, begrüßte die Gelnhäuser Museumsleiterin Simone Grünewald 51 Grundschulkinder der Freiherr-vom-Stein-Schule aus Rodgau samt ihrer elf Betreuerinnen und Betreuer zu einem ganz besonderen Museumstag in der Barbarossastadt.




Begeistert begaben sich die Grundschüler unter dem Motto „Ritter, Knappen, Edelfrauen“ mit den Museumsführerinnen Dorothee Völker-Adam und Ursel Geiger zurück ins Mittelalter, lernten Ritterrüstung und alte Brakteaten – die Münzen der damaligen Zeit – kennen, erfuhren von der Stadtgründung durch Kaiser Barbarossa und durften sich sogar zeitgenössisch einkleiden. Im „Begehbaren Ohr“ lernten die Mädchen und Jungen bei spannenden Klangexperimenten und schließlich im überdimensionalen Ohr, wie sich der anno 1834 in Gelnhausen geborene Philipp Reis an seine große Erfindung, das Telefon, herangetastet hat. Anschließend krabbelten sie mit ihrem „Ohrwurm“ May Gieshoff durch die überdimensionale Ohrmuschel sowie den Gehörgang und erforschten das Mittelohr.
Im Workshop-Raum des Museums übten sich die Rodgauer Schüler dann unter Anleitung von Museumsführerin Sonja Funfack selbst in den Künsten alter Apotheker: Jedes Kind erhielt ein eigenes „Apotheker-Rezeptbüchlein“ und stellte aus Kräutern, Pflanzen und weiteren Zutaten seine eigene Salbe, Zahnpulver, Bauchwehtee und Seife her. Dabei erfuhren die Mädchen und Jungen viele interessante Details über die Kräuterheilkunde, die so alt ist wie die Menschheit selbst: „Sie zieht sich wie ein roter Faden von den Ägyptern und den Römern über die Germanen und Juden bis in die heutige Zeit. Das Wissen wurde von Generation zu Generation überliefert“, erzählte Sonja Funfack.
Begeistert von den Angeboten im Gelnhäuser Museum zeigte sich Tatjana Egel, Leiterin der Betreuung an der Rodgauer Grundschule. „Wir befassen uns in dieser Woche mit dem Thema Sinne und wollten entweder ein begehbares Herz oder aber ein begehbares Ohr besichtigen. Als ich dann bei der Internetrecherche auf die Angebote im Gelnhäuser Museum gestoßen bin, stand sofort fest, dass wir in die Barbarossastadt fahren“, berichtete sie. Mit einem Präsent dankte sie Annette Bönisch von der Tourist-Information: „Sie hat uns im Vorfeld bestens beraten und betreut. Dafür ein ganz großes Lob“.
Im Museumshof führte Anette Groth derweil die Teilnehmer der Kalligraphie-Werkstatt „Federkiel und Tintenklecks“ in die alte Kunst der Franziskanermönche ein: Mit Federkielen und farbiger Tinte arbeiteten sie wie richtige Buchmaler und ließen ihrer Kreativität freien Raum. Die Gruppenangebote für Kinder und Jugendliche im Museum Gelnhausen können in der Tourist-Information Gelnhausen, Tel. 06051/830-300, jederzeit für interessierte Schulklassen, Vereine, Kindergeburtstage und andere Gruppen gebucht werden. Eine Übersicht über die Führungen sowie die Museums-Werkstätten, bei denen die Mädchen und Jungen alte Künste und Handwerke kennenlernen, finden Interessierte unter www.gelnhausen.de.
Foto: Mit Museumsführerin Dorothee Völker-Adam tauchen die jungen Museumsbesucher ins Mittelalter ein.
Foto: Vor und im Begehbaren Ohr nähern sich die Grundschüler spielerisch der Erfindung des in Gelnhausen geborenen Philipp Reis an.
Foto: Gästeführer, Museums-Team und Tourist-Information gemeinsam im Einsatz (von links): Anette Groth, Dorothe Völker-Adam, Ursel Geiger, Sonja Funfack, May Gieshoff, Museumsleiterin Simone Grünewald und Annette Bönisch.
Foto: Kalligraphie-Werkstatt im Museumshof.
Bilder: Stadt Gelnhausen/Schopbach
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