Nach dem Tod eines 27-jährigen Gelnhäusers im April dieses Jahres sind die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei weiterhin nicht abgeschlossen. Der Leichnam des Mannes aus dem Stadtteil Roth war am frühen Morgen des 28. Aprils auf dem Gelände der Kreisrealschule in der Innenstadt gefunden worden. Am Folgetage waren fünf junge Männer vorläufig festgenommen worden, die dem Opfer Drogen verabreicht und so seinen Tod herbeigeführt haben sollen. Bislang sind aber alle weiterhin auf freiem Fuß.
Die Ermittler warten nun auf das Ergebnis eines ärztlichen Gutachtens, das darüber aufklären soll, ob der Tod des 27-Jährigen causal mit der Verabreichung der Drogen zusammenhing. Fakt ist laut Oberstaatsanwaltschaft Jürgen Heinze, dass das Opfer stark betrunken war. Für die Ermittler steht auch fest, dass ihm die Tatverdächtigen die Droge „Spice“ verabreicht haben. Da dem Gelnhäuser ein Teil seiner persönlichen Habe, die Rede war von seinem Geldbeutel und einem Handy, fehlte, leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen gemeinschaftlichen Raubes mit Todesfolge ein. Der Mann hatte tot auf ein Rasenstück auf dem Schulgelände gelegen und war in einer Art stabiler Seitenlage von einer Fußgängerin gefunden worden. Die herbeigeilten Rettungskräfte konnten ihm nicht mehr helfen.
Bei ihren ersten Vernehmungen hatten die jungen Männer zugegeben, dass sie den Gelnhäuser in jener Aprilnacht im Bereich der Kreisrealschule getroffen hatten, laut Staatsanwaltschaft das ihnen vorgeworfene Tatgeschehen allerdings abgemildert dargestellt. Die Ermittler gehen bislang aber weiterhin davon aus, dass ihm besagte Droge verabreicht wurde, um ihn anschließend auszurauben. Die Polizei war den Tatverdächtigen auf die Spur gekommen, weil in sozialen Medien im Internet über den Fall diskutiert wurde und ihre Namen auch in entsprechenden Kreisen kursierten. Am 29. April fanden daher gleich mehrere Wohnungsdurchsuchungen statt, für zwei der fünf Männer wurde Untersuchungshaft beantragt, weil sie damals keinen festen Wohnsitz hatten. Das Gericht lehnte diese Anträge allerdings ab, auch eine entsprechende Beschwerde der Staatsanwaltschaft beim Landgericht fand kein Gehör.
Oberstaatsanwalt Heinze bestätigte jetzt allerdings auf Nachfrage, dass weiterhin gegen alle fünf Tatverdächtige, die zwischen 18 und 20 Jahre alt sind und aus Wächtersbach und Jossgrund kommen, ermittelt wird. Auch eine Anklage gilt weiterhin als wahrscheinlich, allerdings hängt die schwere des Vorwurfes stark vom Ergebnis des Gutachtens ab. Sollte sich bestätigten, dass das Verabreichen der Droge „Spice“ an den stark alkoholisierten Gelnhäuser dessen Tod verursacht hat, wird die Staatsanwaltschaft vermutlich ihre Anklage wegen gemeinschaftlichen Raubes mit Todesfolge aufrecht erhalten. Kann kein Zusammenhang zwischen Drogenverabreichung und dem Versterben des Mannes hergestellt werden, stehen zumindest noch Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz im Raum.