Die Herzbergschule ist eine Grundschule im Ortskern von Gelnhausen-Roth. Zurzeit besuchen 90 Schülerinnen und Schüler die Schule, aufgeteilt auf vier Klassen und den Vorlaufkurs.
Die Bildungspolitiker der SPD-Kreistagsfraktion informierten sich gemeinsam mit Landrat Thorsten Stolz, Vertretern der SPD-Gelnhausen und Ortsvorsteher Ottmar Schüll vor Ort über die aktuelle Situation.
Schulleiterin Bianca Hundur und die Leiterin der Herzbergzwerge Beate Scherer gaben einen Überblick über die Entwicklung und die Herausforderungen vor denen die Schule steht. „Momentan ist unsere Grundschule einzügig, für die kommenden drei Jahre wird die erste Klasse jedoch jeweils zweizügig sein“, informiert Bianca Hundur die Teilnehmer. Das bedeutet eine Steigerung von aktuell vier Klassen auf dann sieben Klassen und eine Steigerung der Zahlen im Ganztagsangebot. Für die Schule eine große Herausforderung, denn bereits jetzt ist der Platz knapp. Mit kreativen Lösungen wurde dem vorhandenen Platzmangel bisher begegnet. Räume werden multifunktional genutzt, Kooperationen mit Vereinen wurden geschlossen. So kann der im gegenüberliegenden ehemaligen Rathaus der Stadt Gelnhausen gelegene Musikraum des Musikvereins Roth für Musikunterricht genutzt werden. Im ehemaligen Rathaus stehen der Schule außerdem noch weitere Räumlichkeiten zur Verfügung. „Im kommenden Schuljahr können wir den steigenden Platzbedarf durch die Zweizügigkeit der neuen ersten Klassen noch abfangen, in dem wir einen Betreuungsraum in ein Klassenzimmer umwandeln, dieser Raum fehlt uns dann jedoch wieder für die Ganztagsbetreuung“, macht Bianca Hundur deutlich. Für die kommenden Schuljahre müsse noch eine Lösung gefunden werden.
Im Unterricht setzt die Schule auf Gruppenarbeit und selbstständiges Arbeiten der Schülerinnen und Schüler und hat dafür extra Möbel angeschafft, um auch die Klassenräume flexibler nutzen zu können. Eine Intensivklasse gibt es an der Schule nicht. „Wir integrieren die Kinder in die Schulklassen und bieten zusätzlich einen Intensivkurs mit zwei Stunden Deutsch täglich an“, unterstreicht die Schulleiterin. Damit habe die Schule sehr gute Erfahrungen gemacht und die Kinder verbesserten ihre Sprachkenntnisse im Klassenverband stetig. Die Schule ist als gesundheitsfördernde Schule zertifiziert. Alle zwei Wochen steht ein gesundes Frühstück für alle auf dem Programm. Außerdem wird gemeinsam gekocht und im Sommer in Hochbeeten auf dem Schulhof eigenes Obst und Gemüse angebaut.
Ganztagsbetreuung hat an der Herzbergschule schon eine lange Tradition. Aktuell bietet die Schule eine Betreuung von 7.30 Uhr bis 17.00 Uhr und zeitweise Betreuung in den Schulferien an. „Die Ganztagsbetreuung ist zu 80 % ausgelastet“, teilt Beate Scherer, Leiterin der Herzbergzwerge und zuständig für die Ganztagsbetreuung den Teilnehmern mit. „52 Kinder nehmen ihr Mittagessen in der Schule ein“. Das Mittagessen wird vom Martin-Luther-Stift geliefert. Lieber würde Beate Scherer selbst vor Ort kochen, doch dafür ist die Schule nicht ausgestattet.
In Kooperation mit Vereinen werden den Schülerinnen und Schülern zwischen 15.00 Uhr und 16.30 Uhr verschiedene AGs geboten. Dazu gehören Kochen, Tanzen, Tennis und Fußball. Eine Bereicherung für beide Seiten, denn so können die Kinder verschiedene Sportarten kennenlernen und die Vereine neue Mitglieder gewinnen. Doch auch in der Betreuung ist die Raumsituation angespannt. Der Essensraum ist zu klein, die Kinder essen nacheinander in mehreren Schichten.
Beim Rundgang durch das Schulgebäude machten sich die Bildungspolitiker dann selbst ein Bild von der komplizierten Raumsituation. „Das historische Schulgebäude bietet keinen Spielraum für Erweiterung, die aber dringend notwendig ist“, stellt Landrat Thorsten Stolz fest. Sinnvoll sei ein Erweiterungsbau in näherer Umgebung, um Platz insbesondere für zusätzliche Klassenräume und die Ganztagsbetreuung zu schaffen. „Die Schulleitung und die Herzbergzwerge haben bereits viele Ideen, wie ein solcher Bau multifunktional genutzt werden kann und genau das muss jetzt durch die Bauverwaltung des Kreises in geordnete Planungen gelenkt werden“, unterstreicht der Landrat. Hier müsse in enger Abstimmung zwischen Schulleitung und zuständigem Dezernat geklärt werden, was möglich ist. „Ob alle Wünsche erfüllt werden können, wird sich dann zeigen. Wichtig ist, einen geeigneten Platz für den Bau zu finden und dann Prioritäten zu setzen, um die Beschulung der Grundschulkinder sicherzustellen“. Sollte ein Erweiterungsbau in der Nähe nicht möglich sein, müssten andere Möglichkeiten gefunden werden, um die Raumsituation an der Herzbergschule zu entspannen. Finanzielle Mittel sind für die kommenden Jahre im Haushalt vorgesehen. Jetzt müsse die Planung starten und Perspektiven für die Schule eröffnet werden.
„Die multifunktionale Nutzung der vorhandenen knappen Räumlichkeiten funktioniert, weil Schulleitung und Betreuungsverein an einem Strang ziehen“, unterstreicht Uta Böckel, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion. Die angespannte Situation könne jedoch kein Dauerzustand sein. Die Mitglieder der SPD-Gelnhausen und der SPD-Kreistagsfraktion betonen, dass jetzt zügig gehandelt werden muss, um den Kindern der Herzbergschule auch künftig gute Lern- und Betreuungsbedingungen zu sichern. „Die Herzbergschule hat für uns in Roth eine besondere Bedeutung und es ist dringend erforderlich, dass der Schule eine Erweiterungsperspektive gegeben wird. Mit den eingestellten Finanzmitteln im Kreishaushalt kann jetzt ein neues Kapitel in der Entwicklung des Schulstandortes aufgeschlagen werden“, so Ortsvorsteher Ottmar Schüll.

Bildmitte sitzend, Bianca Hundur und Beate Scherer, dahinter Landrat Thorsten Stolz.
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