Mit der Draisine ins Grüne

Großkrotzenburg
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Das Großkrotzenburger Museum erinnert am kommenden Sonntag an die Anfänge der Fahrradentwicklung.

"Der Mensch erfährt durch das Fahrrad eine Veränderung seines Skeletts und kann rollen, was seinem Wesen mehr entspricht, als laufen oder kriechen." behauptete 1867 der Wissenschaftler Charles Cringria. Dass man jedoch auf zwei hinter einander laufenden Rädern fahren kann, war zu Beginn des 19. Jahrhunderts unvorstellbar. Im Jahre 1813 bewegte sich ein Mensch zum ersten Mal auf einem Fahrrad, welches eher einem Schaukelpferd ähnelte. Der Konstrukteur dieses Holzmodells war der Forstmeister Karl Friedrich von Drais aus Karlsruhe. Er nannte seine Kreation " Draisine " nach seinem eigenen Namen.

Bereits 1818 erhielt er dafür das Patent des Großherzogtums Baden und gilt seitdem als Erfinder des Fahrrades. Tatsächlich schaffte das lenkbare Zweirad stolze 12 km in der Stunde, allerdings musste man sich dafür mächtig ins Zeug legen. Die Radler saßen breitbeinig auf einem Sattel und stießen sich im Laufschritt mit den Füßen vom Boden ab. Eine Fortbewegungsart, die für Damen äußerst unschicklich war. Erst 30 Jahre später, als die Kostümfrage geklärt wurde, durfte auch das weibliche Geschlecht in Pluderhosen gekleidet der neuen aufregenden Sportart frönen. Die Draisine eroberte bald als Rennpferd des kleinen Mannes ganz Europa, denn sie war genügsam und brauchte weder Stall noch Futter. Viele Tüftler griffen die Idee des Freiherr von Drais auf und experimentierten munter drauf los. Es entstanden zum Teil kuriose und schwerfällige Geräte, und es war noch ein langer Weg bis zu unseren heutigen Citybikes und Mountainbikes. Als modernes Kinderlaufrad konstruiert, kam die Draisine in den letzten Jahren wieder zu Ehren und erlebte ein unerwartetes Comeback.

Anlässlich des ersten " Braad-Gasse-Festes " 1981 suchte der damalige Museumsleiter Eduard Hofmann nach einer Attraktion für den historischen Festzug und stieß bei drei Großkrotzenburger Rentner auf offene Ohren und geschickte Hände. Ein starkes Team machte sich an die Arbeit und baute eine Draisine ganz im Sinne des Erfinders. Dem Wagner und Küfer Franz Bergmann aus der Engegasse, dem Schreiner  Heiner Bergmann aus der Kirchstraße und schließlich dem Schmied Hans Hilliger aus der Langestraße ist es zu verdanken, dass die Museumsbesucher die Anfänge der Fahrradentwicklung studieren können. Schon seit Jahren hat das Vehikle des Freiherrn von Drais  einen würdigen Stammplatz über dem Eingang zur " Babbelstubb " gefunden und erinnert an die Worte des Tschechischen Rennradprofis Vlaminik , der einmal sagte " Die Entdeckung der Welt fing für mich an, als ich ein Fahrrad mein Eigen nannte".

Der Geschichtsverein lädt herzlich zum Besuch des Museums ein. Es ist geöffnet von 14-17 Uhr. Gut gemeinte Spenden und der Erlös aus der Cafeteria finden Verwendung für die umfangreichen Bauarbeiten, die zurzeit stattfinden.

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