Museum: Der alte Friedhof, ein Stück Heimatgeschichte

Großkrotzenburg
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Wenn am Sonntag, den 10. November 2019, das Museum öffnet, möchten die Mitglieder des Geschichtsverein nicht nur Kaffee und Kuchen anbieten, sondern auch um 14 Uhr einen Rundgang durch den alten Friedhof.

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Vereinsvorsitzender Stefan Uchtmann wird die Führung übernehmen und auf bedeutende Ruhestätten mit Denkmal geschützten Grabsteinen hinweisen, die seit mehreren Jahren vom Heimat-und Geschichtsverein betreut und gepflegt werden.

Dabei wird Stefan Uchtmann an viele Persönlichkeiten des weltlichen und kirchlichen Lebens erinnern, die zum Wohle unserer Gemeinde gewirkt haben, darunter auch an den ersten Ehrenbürger Großkrotzenburgs Pfarrer Franz-Martin Kollinger sowie zwei weitere der 7 Ehrenbürger von Großkrotzenburg die sich zum Wohle der Gemeinde oder der dort lebenden Bürger eingesetzt haben. Zwei der 7 Ehrenbürger sogar haben sogar ihr eigenes Leben riskiert um andere Leben zu retten. Der Friedhof in der Bahnhofstraße wurde im Jahre 1817 angelegt. Großkrotzenburg hatte damals etwa 600 Einwohner. Die äußere Grenze des Dorfes waren der Ober-und Unterhaag. Eine Landstraße führte direkt um den Ort herum, in den man nur durch zwei Pforten kam.

Jahrhunderte lang vorher beerdigten die Katholiken ihre Toten um die Pfarrkirche St. Laurentius. Die jüdische Gemeinde hatte schon 100 Jahre früher ihren eigenen Begräbnisplatz, dort wo er sich heute noch im Niederwald befindet. Auf dem alten Friedhof fanden zahlreiche Generationen ihre letzte Ruhestätte. Nach der Fertigstellung des neuen Friedhofes1951 in der Kahlerstraße wurden zunächst nur noch verstorbene Ehepartner in den bereits vorhandenen Familiengräbern beerdigt. Neuerdings jedoch finden unter den alten Bäumen wieder vermehrt Urnenbeisetzungen statt. Im Laufe der Jahre ist aber so manches Grab verschwunden und Gras wächst darüber. Einige werden noch gepflegt und tragen die Namen von Menschen, die vor oder unter uns gelebt haben. Im Monat November wird besonders an die Toten erinnert. Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag sind Gedenktage, die wir in Ehren halten sollten. Abgeschirmt von Mauern und Hecken befindet sich der " Ehrenhain " der Opfer des zweiten Weltkrieges. Er wurde im Jahre 1963 vor der politischen Gemeinde angelegt, wie die Tafel am Eingang beweist. Auf 38 Kreuzen aus Sandstein stehen die Namen von Männern, Frauen und Kindern, die hier als Mahnung für Frieden und Gerechtigkeit beigesetzt sind. In einem anderen Abschnitt des Friedhofes findet man die Gräber von Ortspfarrern, Ordensschwestern, Patres der Weißen Väter und Personen des öffentlichen Lebens, die für die Nachwelt erhalten bleiben sollten, wie auch Grabsteine, welche durch Art und  Qualität die damals übliche Form dokumentieren. Die schützenswerten Grabanlagen sollen nach Meinung der Denkmalbehörde als historische Zeitdokumente auch für die Zukunft gesichert werden.

Die Mitglieder des Heimat-und Geschichtsverein freuen sich am kommenden Sonntag auf zahlreiche Museumsbesucher und auf ebenso zahlreiche Teilnehmer beim Rundgang mit Stefan Uchtmann durch den alten Friedhof. Er wird mit viel Sachkenntnis einen Einblick in die Vergangenheit geben und von Menschen und Schicksalen erzählen, die unseren Ort geprägt haben.

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