Großkrotzenburg: Staudinger-Aus im Mai 2023

Großkrotzenburg
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Wie geht es mit dem Kraftwerk Staudinger am Ortseingang von Großkrotzenburg weiter? Noch dominieren die Türme das Ortsbild und sind als weithin sichtbare Landmarke selbst aus dem Taunus und der Wetterau zu sehen. Klar ist: Die Tage der Stromproduktion aus Kohle am Standort Großkrotzenburg sind gezählt.

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Spätestens im Mai 2023 soll der mit Steinkohle befeuerte Block 5 die kommerzielle Stromproduktion einstellen und stillgelegt werden, teilt Kraftwerksbetreiber Uniper in einer Pressemitteilung mit. Dies sehe der Zeitplan nach dem Gesetz zur Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung vom 13. August 2020 für diejenigen Kraftwerke vor, die einen Zuschlag durch die Bundesnetzagentur in der vierten Ausschreibung vom 1. Oktober 2021 erhalten haben.

„Die kommerzielle Kohleverstromung wird an diesem Standort am 22. Mai 2023 beendet sein. Unsere vertraglichen Verpflichtungen zur Lieferung der Fernwärme werden wir gemeinsam mit unseren Partnern, den Stadtwerken Hanau und den Gemeindewerken Großkrotzenburg auf andere Weise sicherstellen. Unser Fokus gilt vor allem dem Erhalt von möglichst vielen Arbeitsplätzen durch eine konsequente Neuausrichtung des Standorts“, schreibt David Bryson (Chief Operating Officer, von Uniper) in einer Pressemitteilung.

Wie es mit dem Gelände weitergeht, beschäftigt auch die Großkrotzenburger Gemeindevertretung. Möglichst schnell solle mit dem Abriss der alten Gebäude begonnen werden, um Platz für zukunftsträchtiges Gewerbe zu schaffen (wir berichteten). Kraftwerksbetreiber Uniper hat mittlerweile einen Plan vorgelegt, wie sich das Gelände bis 2040 entwickeln könnte (siehe Grafiken).

Ideen für das Areal gibt es bereits. Die Gemeindewerke Großkrotzenburg haben ein Konzept entwickelt, dass die Errichtung eines „innovativen“ Fernwärmekraftwerkes vorsieht, das seine Energie aus Sonnenkraft und dem Wasser des nahegelegenen Mains bezieht. Außerdem könnten energieintensive Rechenzentren angesiedelt werden (wir berichteten). 

„Grundvoraussetzung für die geplante Entwicklung auf dem Kraftwerksgelände ist die Rechtskraft des Bebauungsplans Nr. 30/Gewerbegebiet „An der Limesbrücke“ Die Folgelösung zur Fernwärmeversorgung der Gemeinde Großkrotzenburg ist fester Bestandteil und die Ansiedlung von Rechenzentren ist ein weiterer Schwerpunkt, aber auch Anlagen zur Energiespeicherung, Energieerzeugung sowie die Anwendungen rund um die Wasserstofftechnik sind möglich“, schreibt Uniper dazu. Mit den ersten Abriss-Arbeiten könne laut Uniper erst 2025 begonnen werden, da die Bauten miteinander verbunden seien.

Bis der letzte Kühlturm verschwunden ist, könnte es laut Uniper-Plänen noch circa 18 Jahre dauern. Bis dahin wird das Kraftwerk das Ortsbild weiter prägen.

Hintergrund:

Das Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg einer der leistungsstärksten Kraftwerksstandorte von Uniper und das größte konventionelle Kraftwerk in Hessen. Aktuell wird allein der mit Steinkohle befeuerte Block 5 von Uniper am Strommarkt eingesetzt. Der mit Erdgas befeuerte Block 4 (622 MW) wird durch den Netzbetreiber TenneT zur Netzstabilisierung und als Reservekapazität vorgehalten. Zusätzlich werden die Stadt Hanau und die Standortgemeinde vom Kraftwerk mit Fernwärme beliefert.

Grafiken: Uniper


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