Fernwärme: Wie kam es zu dieser Preiserhöhung?

Großkrotzenburg

"Nachdem die Schockwellen der Preiserhöhungen für Fernwärme die Gemeinde Großkrotzenburg jetzt einmal durchlaufen haben, ist es an der Zeit, zu analysieren, wie es zu dieser Preiserhöhung kam, um so vielleicht eine Möglichkeit zu finden, die Situation doch noch etwas zu verbessern", so die Grünen in einer Pressemitteilung.

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Da sei zum einen die Rolle von Uniper: "Jedermann war klar, dass mit dem Beschluss der Bundesregierung im Jahr 2020, das Kraftwerk Staudinger vom Netz zu nehmen, die Fernwärmeversorgung auf eine neue Grundlage zu stellen war. Dass ein Zeitverzug bei einem Projekt zur Bereitstellung eines so elementaren Gutes wie Wärme unweigerlich zu einer Notsituation führen muss, erschließt sich auch nach kurzem Nachdenken. Nun legte aber Uniper bei den Vertragsverhandlungen zur Überlassung von Teilen seines Grundstückes für den Bau der gemeinde-eigenen Wärmeerzeugung nur eines nicht an den Tag: Eile. Da wurde mit allergrößter Sorgfalt geprüft, bedacht, erwogen und vertagt. So musste die Gemeinde Anfang Juni 2022 bei Uniper anmahnen, dass der abzuschließende Pachtvertrag eigentlich schon bis Ende Juni 2022 hätte unterschrieben sein sollen. Und wann erfolgte die Unterschrift dann endgültig? 15 Monate später, Ende September 2023! Na gut, könnte man sagen, in Projekten kommt es immer wieder zu Verzögerungen. Nur leider nutzt der Vertragspartner, der die Verzögerung maßgeblich verursacht hat, nämlich Uniper, die entstandene Notsituation jetzt im Herbst 2024 schamlos aus und fordert Wucherpreise für die Wärme. Denn statt sie, wie bisher auch, aus dem gasbetriebenen Hilfskessel des in die Reserve überführten Kraftwerksblocks zu gewinnen, werden einfach neue Kessel gemietet und den Verbrauchern in Rechnung gestellt! Begründet wird dies, vereinfacht gesagt, mit einem 'Geht nicht anders' und 'Die Ampel/der Habeck ist schuld', das von interessierten politischen Kreisen natürlich gerne aufgegriffen und instrumentalisiert wird, schließlich will man ja im nächsten Jahr die Bundestagswahl gewinnen. Doch statt solche von Uniper aufgeführten Gründe einfach zu akzeptieren, hätte man von Seiten der Verhandlungsführung der Gemeinde, wie wir häufig gefordert haben, einfach mal nachhaken müssen, warum das so sein soll, denn das deutsche Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) enthält keine ausdrückliche Regelung, die die Auskopplung von Wärme aus einem Hilfskessel verbietet, wenn dieser zu einem Kraftwerksblock gehört, der sich in der Netzreserve befindet. Denn auch wenn es von interessierter Seite bis zum Erbrechen wiederholt wird: Es geht eben nicht darum, Wärme aus einem Kohleblock zu nutzen; dies ist verlässlich gar nicht möglich, wenn der Block sich in der Reserve befindet. Denn Abwärme fällt nur beim Betrieb ab und das können zehn Tage im Monat sein oder auch nur zwei, zumal die erzeugte Wärme nur begrenzt zwischengespeichert werden kann. Nein, der kleine, zum Block gehörende Hilfskessel soll zur Wärmeerzeugung genutzt werden, wie es in der Vergangenheit, aufgrund der Standzeiten des Kraftwerksblocks, schon häufig praktiziert wurde."

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: "Zwar wird auch dabei Gas verbrannt, so dass die Wärme in jedem Fall teurer wird, doch hätte man bei Nutzung des Hilfskessels natürlich die Mietkessel gespart, die zu einer Vervierfachung des Fernwärme-Grundpreises geführt haben und die Preiserhöhung wäre wesentlich moderater ausgefallen! Und wie schon in der Vergangenheit werden wir Grüne Großkrotzenburg für die Zukunft der Fernwärme kämpfen, indem wir uns auch jetzt im Rahmen unserer Möglichkeiten dafür einsetzen: Auf die Mietkessel zu verzichten und die Wärme aus dem Hilfskessel des Reserverblocks zu gewinnen, getreu dem Motto: Wer etwas will, findet einen Weg, um es zu erreichen; wer etwas nicht will, findet Gründe, warum es nicht funktionieren kann. In der Vergangenheit wurden unsere wiederholten Hinweise, dass die notorischen Projektverzögerungen und die wachsweiche Verhandlungsführung mit einem Großkonzern wie Uniper uns irgendwann auf die Füße fallen werden, mehrheitlich ignoriert. Das Ergebnis sehen wir heute. Wir hoffen, dass der Fokus der Informationsveranstaltung zum Thema Fernwärme am 10. Dezember auf ehrlicher Aufklärung und Lösungsfindung liegen wird und nicht wieder nur billige Polemik und Wahlkampfgetöse die Kommunikation beherrscht."

 


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