Ein Abend mit Erich Kästner dank Katrin Penz

Großkrotzenburg

Katrin Penz gastierte am Freitag vergangener Woche mit ihrem Programm „Katrin Penz liest … Kästner - Geschichten und mehr“ in der Ehemalige Synagoge in Großkrotzenburg.

VORSPRUNG - Kaffeespende

Mit ausgewählten Stücken auf ihrem Cello zwischen den Texten schuf sie Raum und Zeit bei den Zuhörer*innen den Gedanken über das Gehörte nachzuhängen

Katrin Penz berichtete in der gut besuchten Ehemaligen Synagoge sehr lebendig über das Leben von Erich Kästner. „Emil und die Detektive“ oder „Drei Männer im Schnee“ kennen viele Menschen. Doch wenige wissen, dass Erich Kästner Märchen, Phantasieromane und Kurzgeschichten schrieb und dazu noch eine große Anzahl mal nachdenkliche, mal humoristische, oft satirisch formulierte gesellschafts- und zeitkritische Gedichte.

Seine Werke, bis auf Emil und die Detektive, wurden bei der öffentlichen Bücher-verbrennung am 10. Mai. 1933 als „wider den deutschen Geist“ verbrannt, was er selbst aus nächster Nähe beobachtete. Trotz seines Schreibverbots im Jahr 1933 blieb Erich Kästner im Land. Das Drehbuch zu „Münchhausen“ verfasste er unter einem Pseudonym. In München gründete er die Kinderzeitschrift „Pinguin“, schrieb Texte fürs Kabarett und Hörspiele. Katrin Penz umging die bekannten Bücher und Texte und versuchte dem Publikum, die weniger bekannten Werke in Auszügen näher zu bringen.

Als ein „Zukunftsgeschichte“ kann das Kinderbuch „Der 35. Mai“ betrachtet werden, erzählte Erich Kästner doch bereits 1931 über autonomes Fahren und ein schnurloses Taschen-Telefon. Mit einem „unsanften Selbstgespräch“ und „höheren Töchtern im Gespräch“ setzte Katrin Penz ihr Programm nach der Pause fort.

Sie trug einige Gedichte mit Alltagsszenen vor, die zum Nachdenken anregen, z. B. „Die Hände einer Waschfrau“, “Tagebuch eines Herzpatienten“ und „Mit dem Auto über Land“.Danach folgte ein Ausflug in die Welt der Märchen. Katrin Penz las Stellen aus dem gestiefelten Kater der Brüder Grimm sowie die Fassung von Erich Kästner vor und verglich die beiden Texte hinsichtlich der Sprache. Das „Märchen vom Glück“ ist ein von Kästner selbst verfasstes Märchen mit der Botschaft „Wünsche sind nur gut, solange man sie noch vor sich hat“.

Katrin Penz schaffte es mit ausdrucksstarker Stimme und Gestik die Zuhörerinnen und Zuhörer in den Bann der Texte zu ziehen, so dass am Ende des Vortrages ein langanhaltender Applaus zu hören war, der mit einer Zugabe belohnt wurde. Nach der Veranstaltung und auch in den Tagen danach war der besondere Abend mit Erich Kästner dank Katrin Penz noch viele Personen präsent.

penzkaestnerabend az


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de