WärmeEnergie Großkrotzenburg (WEG) meldet Insolvenz an

Schaubild der im Rohbaustand befindlichen Wärmezentrale auf dem Kraftwerksgelände Staudinger.

Großkrotzenburg

Das Projekt „Umbau der Wärmeversorgung auf regenerative Energien“ in Sachen Energiewende und nachhaltiger Wärmeversorgung der WärmeEnergie Großkrotzenburg (WEG) musste Insolvenz anmelden. Zu Auszahlungen der durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze des Bundeswirtschaftsministeriums zugesagten Förderung kommt es somit mangels erfolgreicher Umsetzung nicht mehr.

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Die Gemeindewerke Großkrotzenburg und der kommunale Energieversorger EAM wollten die Fernwärmeversorgung in Großkrotzenburg umrüsten und nachhaltig gestalten. Hierzu hatten die Gemeindewerke und die EAM Natur Energie GmbH im Februar 2023 die gemeinsame Tochtergesellschaft WärmeEnergie Großkrotzenburg GmbH (WEG) gegründet. Dem Voraus ging eine politische Grundsatzentscheidung aus dem Jahr 2021 der Gremien. In Folge wurde eine Machbarkeitsstudie - in deren Vorbereitungsphase die EAM nach Grundlagenermittlung & Vorplanung tief eingebunden war - beauftragt.

Auf Basis der Vorplanung wurde 2022 ein strukturiertes Bieterverfahren mit anwaltlicher Begleitung durchgeführt, aus dem die EAM als Partner hervor ging. Hintergrund für die Suche nach Alternativen für die Fernwärmeerzeugung war das bekannte und mittlerweile auch eingetretene Ende der langjährigen Wärmeauskopplung aus dem Kraftwerk Staudinger im Zuge der bundespolitisch beschlossenen Energiewende (Kohleausstieg).

Angedacht war der Einbau dreier Flusswärmepumpen (mit je 1,5 MW) zur Deckung von ca. 60 % des Wärmebedarfs (Main-Entnahme); weiter sollte eine Photovoltaikanlage (2,5 MW) einen Teil des Strombedarfs der Wärmezentrale decken; zudem waren zwei Gasspitzenlastkessel (je 5 MW) mit Elektroheizstab zur Abdeckung des Leistungsbedarfs sowie zur Besicherung der Fernwärme vorgesehen. In einem zweiten Ausbauschritt war zudem die Installation eines Biomassekessel (mit 2-3 MW) in Form einer Holzpelletanlage angedacht. Der Wärmespeicher zur effizienten und bewährten Wärmevorhaltung ins Netz der Gemeindewerke (GWG) mit 2.500 m³ ist bereits seit vielen Jahren vorhanden.

"Das ursprüngliche Konzept der WärmeEnergie Großkrotzenburg GmbH (WEG) geht nicht mehr auf, da kein marktfähiger & wettbewerblicher Wärmegestehungspreis dauerhaft zu erreichen ist. Dies resultiert aus teilweise über den Zeitablauf nicht mehr zutreffenden Annahmen und Berechnungsgrößen in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Trotz wiederholter Konzeptanpassungsforderungen zeigte sich am Ende der Mitgesellschafter der Gemeindewerke in der WEG nicht bereit für wesentliche Änderungen. Die Gespräche zwischen den Gesellschaftern blieben ohne tragfähiges Ergebnis. Ohne wesentliche Änderungen wäre eine weitere signifikante Erhöhung der Endkundenpreise unausweichlich. Die mangelnde Marktfähigkeit hin zum Großkrotzenburger Endkunden spielte für den Mitgesellschafter der Gemeindewerke in der WEG nur eine untergeordnete Rolle. Er pochte auf Einhaltung von Verträgen und verwies alleine darauf, dass das wirtschaftliche Risiko vertraglich ausschließlich bei der GWG liegt. Die Bank versagte schließlich vor dem Hintergrund einer negativen Fortführungsprognose – und in Ermangelung eines tragfähigen neuen Konzepts, dass beide Gesellschafter mittragen – die Finanzierung. Aus diesen Gründen war die Stellung des Insolvenzantrages (Insolvenzgrund Überschuldung) unausweichlich", heißt es aus dem Unternehmen.

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Schaubild der im Rohbaustand befindlichen Wärmezentrale auf dem Kraftwerksgelände Staudinger.


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