Gescheitertes Wärmeprojekt Großkrotzenburg: EAM spricht von Vertrauensverlust

Großkrotzenburg

Die EAM hat die Kooperation mit den Gemeindewerken Großkrotzenburg (GWG) in der gemeinsamen Projektgesellschaft „WärmeEnergie Großkrotzenburg“ (WärmeEnergie) beendet und den Konsortialvertrag mit der GWG gekündigt. "Maßgeblicher Grund für diesen Schritt ist das Verhalten der von der GWG entsendeten Geschäftsführung in den vergangenen Wochen, welches eine weitere vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit leider unmöglich macht". teilt der Energieversorger in einer Pressemitteilung mit. Die WärmeEnergie Großkrotzenburg GmbH (WEG) hat inzwischen Insolvenz angemeldet (wir berichteten).

CID

Und weiter: "Wir bedauern sehr, diesen Schritt auch im Sinne der Verantwortung gegenüber unseren kommunalen Anteilseignern gehen zu müssen, da wir nach wie vor hinter dem nachhaltigen und umsetzungsfähigen Konzept für das Projekt stehen. Zudem haben unsere Mitarbeiter viel Energie und Leidenschaft in dieses Vorhaben investiert. Wir sind grundsätzlich überzeugt davon, dass die Menschen in Großkrotzenburg von einer zukunftsorientierten und nachhaltigen Ausrichtung der Wärmeversorgung profitieren würden und das Projekt technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist. Leider teilen die Gemeindewerke diese Auffassung nicht: Sie haben wiederholt unsere Vorschläge zum Schutz und der Weiterführung des Projekts unbeachtet gelassen und einen Plan verfolgt, der vorsieht, die WärmeEnergie in eine Insolvenz zu führen. Unabgestimmt und im Alleingang hat die GWG nunmehr einen Insolvenzantrag gestellt. Wir sind sehr irritiert und enttäuscht über das Verhalten unseres Mitgesellschafters GWG. Notwendige Gespräche und Abstimmungen zur Weiterführung des Projekts konnten nicht geführt werden, weil jeweils von der EAM angebotene Gespräche teilweise äußerst kurzfristig abgesagt wurden. Lösungsansätze der EAM, die auch zur Optimierung der wirtschaftlichen Situation der GWG als derzeitigem Wärmeversorger beitragen können, wurden nicht berücksichtigt."

Seit dem Start des Projekts im Jahr 2023 habe die WärmeEnergie mit maßgeblicher Unterstützung der EAM Natur Energie als Gesellschafter (49 % Anteile) professionell die Weiterentwicklung der Wärmeversorgung vorbereitet: "Dabei haben wir uns entsprechend der im gemeinsam mit den Gemeindewerken Großkrotzenburg (GWG; 51 % Anteile) abgestimmten Konsortialvertrag fixierten Pflichten insbesondere bei der technischen Konzeption sowie an vielen Stellen deutlich darüber hinaus mit unseren spezifischen Kompetenzen eingebracht. Als zu 100 % kommunales Unternehmen ist für die EAM-Gruppe insgesamt die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kommunen und kommunalen Gesellschaften eine tägliche gelebte und selbstverständliche Praxis. Die partnerschaftliche Kooperation ist Kern unserer Strategie und zudem essentieller Erfolgsfaktor für das Gelingen der Energiewende vor Ort."

 


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