Enttäuscht, aber gleichermaßen auch verärgert, sind die Fraktionen von CDU, Initiative, Krotzebojer Grüne, FDP und SPD in der Gemeindevertretung Großkrotzenburg laut einer gemeinsamen Pressemitteilung über das Verhalten des bisherigen Mitgesellschafters der Gemeindewerke in der WärmeEnergie Großkrotzenburg GmbH (WEG), der EAM.
Die selbst zugeschriebene Beschreibung „Partner für die Energiewende in der Region auf Augenhöhe“ habe sich in den vergangenen Monaten als absolut unzutreffend erwiesen: "Gemeinsam wollten und sollten die Partner eine zukunftsträchtige Energieerzeugung für Fernwärme auf den Weg bringen. Vorwiegend sollte die umweltschonende Gewinnung der Fernwärme mittels Großwärmepumpen unter Verwendung des Mainwassers erfolgen. Die Konzepte waren technisch zukunftsweisend und wurden vom Bund für förderfähig gehalten. Bewilligungsbescheide waren bereits erteilt. Allerdings stellte sich die Frage, zu welchem Preis die restliche Wärme im Wintervierteljahr erzeugt werden könne und wie es gelingen kann, einen marktfähigen Verbraucherpreis zu erreichen. Mit sehr viel Energie und Ideen wurde darüber in den Gremien der WEG diskutiert, wie die Erzeugungskosten zu senken seien. Zahlreiche Vorschläge wurden von den Großkrotzenburger Vertretern vorgetragen und mit sehr viel Engagement auch hinterfragt. Alleine: die für den technischen Part verantwortliche EAM blieb viele Antworten bis zuletzt schuldig. Allen Beteiligten schien klar zu sein, dass ein marktfähiger Preis nicht nur im Vertrag mit der EAM verankert, sondern auch erklärter Wille des Projektpartners Gemeindewerke ist. Die Verantwortung für einen marktfähigen Preis wurde jedoch von der EAM ausschließlich den Gemeindewerken zugeschrieben; eine Mitverantwortung wurde seitens der EAM in Abrede gestellt. Obwohl die EAM auf der Informationsveranstaltung zum nachhaltigen Umbau der Fernwärmeversorgung in Großkrotzenburg am 19.07.2022 die Aussage 'Preisstabilität durch Reduzierung der konventionellen Rohstoffe' mit einem Preis von 15,36 ct/kWh vollumfänglich mitgetragen hat. Das bei Abschluss der Verträge mit den beteiligten Vertrags- und Gesprächspartnern intakte Vertrauensverhältnis wurde nach personellen Wechseln bei der EAM zunehmend gestört", so die Fraktionen in der gemeinsamen Stellungnahme.
Und weiter: "Wesentliche vorgetragene Ideen wurden von der EAM technisch nicht aufbereitet und mögliche Optimierungsansätze konnten bis zuletzt nicht in spürbar reduzierte Preise umgewandelt werden. Die GWG war bereit Ihre Kostenseite zu reduzieren. Dies alleine langte jedoch nicht. Das alles führte letztlich zur außerordentlichen Kündigung des Konsortialvertrages durch die EAM und der Kreditzusage der Bank. Damit war die Insolvenzanmeldung für die WEG unausweichlich. Wir sind als politische Gemeindevertreter von dem Verhalten der EAM umfassend enttäuscht. Das Kasseler Unternehmen hat sich weder als Partner für die Energiewende noch als Partner der Kommune Großkrotzenburg und ihrer Bürgerinnen und Bürger herausgestellt. Bei den jetzigen Gesprächspartnern war dem Vernehmen nach auch keine 'Augenhöhe' erkennbar. Wir vertrauen auf die innovativen Ideen der Gemeindewerke und unserer Planer, die es dauerhaft - auch aus Gründen des Umweltschutzes - umzusetzen gilt. Die jetzige Situation muss zunächst erst einmal aufgearbeitet und mit allen rechtlichen Konsequenzen geklärt werden. Insofern liegt jetzt „der Ball“ im Feld des vom Gericht bestellten vorläufigen Insolvenzverwalters, der zusammen mit dem verbleibenden Geschäftsführer Herrn Müller die Sicherung vornehmen wird und Möglichkeiten prüfen wird. Gleichwohl werden die Gemeindewerke die langfristig gesicherte Fernwärmeerzeugung auf preisgünstigere Alternativen prüfen.
Mit der geplanten Entwicklung auf dem Uniper-Gelände sowie dem Phasenschieber der Tennet und der dort jeweils entstehenden Abwärme und auch mit den von der Stadt Hanau im Bau befindlichen Erzeugungsanlagen bestehen Alternativen, die es jetzt zu prüfen gilt", so die Fraktionsvorsitzende Max Schad (CDU), Silvia Feuerbaum (Initiative), Lucas Bäuml (Krotzebojer Grüne), Daniel Protzmann (FDP) und Uwe Bretthauer (SPD).
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de
















