Das Ortsjubiläum "850 Jahre Großkrotzenburg", welches vom 20. - 22. Juni 2025 gefeiert wird, ist durch die erste urkundliche Erwähnung "Cruzenburch" im Jahre 1175 belegt.
Das Ortsjubiläum "850 Jahre Großkrotzenburg", welches vom 20. - 22. Juni 2025 gefeiert wird, ist durch die erste urkundliche Erwähnung "Cruzenburch" im Jahre 1175 belegt.
Doch Großkrotzenburgs geschichtliche Vergangenheit reicht bis in die Urzeit zurück, wie zahlreiche Bodenfunde menschlicher und tierischer Herkunft beweisen. Die ältesten Exponate, die im Großkrotzenburger Museum aufbewahrt werden, sind kleine Fische, die vor 20 Millionen Jahren gelebt haben. Ihre Skelette fand man- in Schlick und Lehm eingebettet- beim Bau der Krotzenburger Schleuse. Sie tragen den Namen " Gobius frankofurtanus ", weil die ersten Exemplare in Frankfurt gefunden wurden.
Auf dem Kraftwerksgelände, das früher teilweise zur Kiesgewinnung genutzt wurde, entdeckte man in 8 m Tiefe den Schädel eines Wisents, dessen Alter Experten auf 30.000 bis 50.000 Jahre schätzen. Außerdem fand man die 110 cm lange Spitze eines Mammutstoßzahns, Mammutbackenzähne, Zähne von Wildpferden, Röhrenknochen von Bisons und Hirschgeweihe, die alle ein Alter von mindestens 10.000 bis 20.000 Jahre haben sollen. Die Gemarkung Großkrotzenburg war in frühgeschichtlicher Zeit eine Insel. Ein Wasserarm des Mains floss, an der Kahlmündung beginnend in einem großen Bogen nördlich um den heutigen Ort und mündete vor Großauheim wieder in den Main.
Diese Insellage bot Wanderbauern, die das Gebiet bereits 3000 Jahre vor Chr. besiedelten Schutz vor feindlichen Angriffen und wilden Tieren. Von diesem Mainarm, der im laufe der Jahrhunderte verlandete, zeugt heute noch eine 200 m breite Sumpflandschaft, die heutige Schifflache, die 1953 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. Die ersten menschlichen Siedlungen lagen auf dem jetzigen Kraftwerksgelände. In Jahre 1958 wurden bei Baggerarbeiten zwei Wohngruben der Bandkeramiker angeschnitten, die als vertiefte Innenräume von Hütten gedeutet werden. Die Badkeramiker, die ihre Töpferwaren mit bandartigen Mustern verzierten, lebten ab 3000 bis 2000 Jahre v. Chr. Nahe ihren Siedlungen fand man eine Anzahl verzierter Scherben, aus denen ein Restaurator vier Gefäße zusammensetzen konnte.
Als 1963 ein Anschlussgleis von der Bahnlinie zum Kraftwerk verlegt wurde, mussten ca 10.000 Kubikmeter moorigen Bodens abgetragen werden. In diesem Abraum entdeckte man ebenfalls mehrere bandkeramische Scherben und Hüttenlehm mit Flechtwerkmuster. Das Museum und die Babbelstubb sind am kommenden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
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