Das Jubiläumswochenende anlässlich der ersten urkundlichen Erwähnung Großkrotzenburgs im Jahre 1175 rückt näher und groß und klein freut sich auf ein schönes Fest von 20.-22. Juni 2025.
Doch die geschichtliche Vergangenheit unserer Gemeinde reicht weiter zurück, wie Funde aus mehreren Epochen belegen. Besonders die Dokumente aus der römischen Besatzungszeit ca 120-260 n.Chr. sind so zahlreich, dass im Großkrotzenburger Museum ein großer Raum eingerichtet wurde mit mehreren Vitrinen, die anschaulich über das Leben im Kastell und der Zivilsiedlung berichten. Das wertvollste Ausstellungsstück, ein aus Sandstein gefertigtes Mithras- Relief ca 2 x 2 Meter groß, wurde leider im zweiten Weltkrieg durch einen Bombenangriff in Hanau zerstört und ist nur noch als Nachbildung erhalten. Sieben Weihesteine mit Inschriften, Öllämpchen und Gesichtsurnen, Katapultsteine, mehrere Kultgefäße aus Ton, zahlreiche Eisen-und Bronzewerkzeuge zeigen den Museumsbesuchern wie hochentwickelt die römische Kultur damals war. Der Limes, wie der römische Grenzwall genannt wurde, verlief von der Wetterau kommend genau durch die Gemarkung Großkrotzenburgs und führte am Kastell vorbei bis zum Main, der danach bis Miltenberg die sogenannte " nasse Grenze " bildete. Zur Sicherung und Befestigung des Limes errichteten die Römer zahlreiche Kastelle und Wachtürme. Auch in Großkrotzenburg wurde etwa im Jahre 120 n. Chr. ein 2,2 ha großes Kastell gebaut.
Das heute noch sehr gut erhaltene Fundament des westlichen Eckturms und mehrere Meter der fast in voller Höhe noch vorhandenen Kastellmauer legen Zeugnis ab von diesem gewaltigen Bauwerk. Im Kastell war die Cohors IV Vindelicorum, eine 500 Mann starke Hilfstruppe stationiert, die von der 22. Legion in Mainz befehligt wurde. Außerhalb der Kastellanlage befanden sich die Ziegelei, das Badehaus, das Gräberfeld, der Mithrastempel, sowie die Zivilsiedlung der Veteranen, der Soldatenfrauen, der Händler und Wirte.
Nach mehreren alemannischen Überfällen wurden die Römer jedoch im Jahre 260 n. Chr. endgültig geschlagen und aus dem Kastell vertrieben. Mit ihnen verließen auch die Bewohner das Dorf und das zerstörte Kastell verfiel allmählich. Im Museum können sämtliche Funde aus der Frühgeschichte und der Römerzeit besichtigt werden.
Die Ausstellungsräume und die Babbelstubb sind am Sonntag, 8. Juni 2025, von 14-17 Uhr geöffnet.


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