"Umgang mit dem Bürgerhaus schädigt die Gemeinde"

Großkrotzenburg

"Sicher gibt es unterschiedliche Meinungen, ob unsere Gemeinde ein Bürgerhaus als barrierefreies Gebäude für größere Veranstaltungen, Wahlen, Sitzungen der Gemeindegremien, Bürgerversammlungen und ähnliches braucht", so die SPD in einer Pressemitteilung.

Autohaus Nix

Und weiter: "Ein Neubau würde bestimmt auch sehr aus wirtschaftlichem Gesichtspunkt betrachtet werden. Doch die Frage eines Neubaus stellt sich gar nicht, denn es existiert ein funktionierendes Gebäude, in dem auch das Jugendzentrum seit über 50 Jahren untergebracht ist. Gleichwohl stellen CDU und Grüne dieses Gebäude jetzt in Frage! Die Bevölkerung soll befragt werden, ob als eine Option das Bürgerhaus abgerissen und damit auch das Jugendzentrum geschlossen werden soll. Zwar soll der Bevölkerung keine abschließende Entscheidung zugesprochen werden, was die Befragung noch umso skurriler macht. Aber als eine der Fragen wird das Gebäude und damit auch das JUZ komplett dem Abriss anheimgestellt."

Die Meinung der Großkrotzenburger SPD-Fraktion hierzu sei wiederholt veröffentlicht worden: "„Das Gebäude ist für seine Funktion unentbehrlich, auch wenn man es heute nicht mehr in dieser Größe errichten würde. Das JUZ muss unbedingt erhalten bleiben! Durch die vor Jahren von der SPD unterstützte Vergabe der kompletten Bewirtschaftung an den Pächter hat die Gemeinde jährlich einen hohen mindestens sechsstelligen Betrag für Hausmeister, Reinigung, Heizung, Strom und Wasser eingespart, der nach der früheren Betriebsform von der Gemeinde zu zahlen gewesen wäre“, erklärt Uwe Bretthauer.

Bereits bei der Vergabe des Bürgerhauses an den bisherigen Pächter habe der damalige CDU-Vorsitzende erklärt, dass man diesen Pächter sehr schnell wieder loswerden wolle: "Das war vor 25 Jahren. Jetzt ist dieses Ziel durch die gemeinsame Entscheidung von schwarz/grün so gefallen, weil sich immer mehr Gemeindevertreter von der Initiative getrennt haben und so bei anderen Fraktionen für neue Mehrheiten sorgten. Durch jahrelanges Unterlassen der Unterhaltungsarbeiten an Dach und Fach, kam es nicht nur zu Wassereinbrüchen. Zweifelhafte Berater attestierten der Gemeinde sogar eine fehlende Standsicherheit, so dass das Bürgerhaus, für das der Pächter zahlreiche Veranstaltungen geplant und zugesagt hatte, per Verfügung der Gemeinde geschlossen wurde. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass diese Berater rundherum unrecht hatten und offensichtlich nicht kompetent für die von ihnen getätigten Aussagen waren. Die Darstellungen eines Dachdeckers und eines Planers erwiesen sich als vollkommen unzutreffend. Gleichwohl unterblieb auch dann noch die Dachreparatur, so dass immer mehr Wasser ins Gebäude eindrang und insbesondere den Holzfußboden geschädigt hat", so die SPD weiter.

„Das Rathaus und eine Mehrheit der Gemeindevertretung haben den Pächter nachhaltig geschädigt und ihn damit mürbe gemacht. Wie auch bei vielen anderen Gebäuden kam und kommt die Gemeinde ihrer Unterhaltungsverpflichtung nicht ausreichend nach. Das gleiche Bild zeigt sich auch bei den Straßen und Gehwegen. Das Vermögen der Gemeinde, also der Bürgerinnen und Bürger, wird damit massiv geschädigt, obwohl in der Vergangenheit ausreichende Unterhaltungsmittel vorhanden waren“, kritisiert SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Bretthauer.

Bretthauer weiter: „Wir haben uns bereits vor langer Zeit umfassende Gedanken über den Weiterbetrieb gemacht. Bereits 2020 hat der Pächter sein Modell vorgestellt, das Gebäude zu erwerben und es sukzessive aus eigenen Mitteln zu sanieren und zu modernisieren. Dieses Modell wurde auch mit anderen Fraktionen besprochen und deren Anregungen aufgenommen. Die Initiative und die FDP waren dabei sehr offen und konstruktiv, während die Grünen zwar dabei waren, auch Anregungen gaben, dann jedoch nicht entscheiden wollten und sich weiteren Gesprächen verweigerten. Jetzt haben wir das Debakel, dass wir keine barrierefreie Versammlungsstätte mehr haben und auch kein barrierefrei zugängliches Restaurant in der Ortsmitte.“

Als geradezu hanebüchen bezeichnet die SPD die Aussagen aus dem Rathaus, man wolle das Bürgerhaus wieder selbst betreiben: "Scheinbar sind die hohen damit verbunden Kosten ausgeblendet. Im Haushalt sind sie jedenfalls nicht zu finden. Ebenso wenig auch Mittel für eine umfassende Ertüchtigung, die von der Bürgermeisterin vor einem halben Jahr auf Grundlage eines total veralteten Baukostenindex mit 6 Millionen Euro benannt wurden. Tatsächlich beschreibt die Bürgermeisterin in ihrer Haushaltsrede 2026 die Gemeinde als faktisch zahlungsunfähig, weil weder die laufenden Erträge die laufenden Kosten decken und auch der Kassenstand für die Bezahlung nicht ausreichen. Wie soll so die Neugestaltung, die übrigens auch von ihrer eigenen Fraktion abgelehnt wurde, finanziert werden? Im Haushaltssicherungskonzept des Rathauses sind dazu Vorschläge zur Erhöhung der Grundsteuer B, der Gewerbesteuer und der Kindergartengebühren enthalten, die jeweils jährlich sechsstellige Mehrerträge bei den einzelnen Einnahmearten bewirken sollen. Diesen Entscheidungen widersprechen die Großkrotzenburger Sozialdemokraten massiv und fordern, vor solchen Gedankengängen erst einmal die eigene Wirtschaftlichkeit des Rathauses zu betrachten."


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de