„Letztendlich müssen die Feuerwehr und Fachplaner entscheiden, welche Variante die Gemeinde verfolgen muss.“ Die FDP hatte beantragt, den aktuellen Planungsstand endlich öffentlich vorzustellen. Aus Sicht der FDP-Fraktion bringt die nun vorliegende Konzeptvariante endlich mehr Klarheit über die Möglichkeiten am aktuellen Standort. Dieser sei schlicht zu klein, um alle aktuellen Anforderungen zu erfüllen.
Gleichzeitig betonen die Liberalen, dass eine fundierte Entscheidung nur auf Grundlage einer umfassenden fachlichen Bewertung erfolgen könne. „Es ist wichtig, dass jetzt transparent geprüft wird, welche der möglichen Varianten die besten Voraussetzungen für eine zukünftige dauerhaft leistungsfähige Feuerwehr bietet“, erklärt Christoph Zeller, Sprecher für Bau und Planung der FDP. Er regt an, mittels einer Bewertungsmatrix zu prüfen, ob der Standort an alter Stelle tatsächlich der optimale sei.
Neben der favorisierten Lösung müsse auch das sogenannte K-Plan-Konzept ernsthaft als Alternative betrachtet werden. Dieses würde einen kompletten Neubau an anderer Stelle bedeuten und könne bis zu 20 Millionen Euro kosten. Insbesondere die Möglichkeit, dieses Projekt in Bauabschnitten umzusetzen oder weitere Synergien durch eine Zusammenarbeit mit dem ASB zu prüfen, könne neue Perspektiven eröffnen. „Eine modulare Umsetzung kann finanzielle Spielräume schaffen“, so Zeller. Eine zukunftsfähige Feuerwache dürfe aber nicht wegen der klammen Kassenlagen der Gemeinde zurückgestellt werden. „Sonst stehen wir am Ende in 10 oder 20 Jahren vor den gleichen Problemen wie heute“, befürchtet der FDP-Mann.
Nach Auffassung der FDP sollten die fachlichen Anforderungen der Einsatzkräfte im Mittelpunkt stehen. Fragen zur Verkehrsführung, insbesondere eine mögliche Ausfahrt ausschließlich über die Schulstraße, eingeschränkte Parkmöglichkeiten sowie die Zahl der Abstellplätze für Einsatzfahrzeuge seien ebenso zu klären wie langfristige Entwicklungsmöglichkeiten am Standort. „Am Ende müssen die Feuerwehr und die zuständigen Fachleute bewerten, ob ein Standort die operativen Anforderungen dauerhaft erfüllen kann“, betont Zeller.
Parallel dazu verweist die FDP auf den alternativen Standort an der Taunusstraße neben dem Hochhaus, der unabhängig vom Neubaugebiet über einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan realisiert werden könnte. Dieser Standort müsse aus Sicht der Liberalen weiterhin ernsthaft geprüft werden. „Für uns ist entscheidend, dass eine Feuerwache nicht nur für heute geplant wird, sondern eine Perspektive für die nächsten 50-60 Jahre bietet“, erklärt Daniel Protzmann, finanzpolitischer Sprecher der FDP.
Zugleich stellt die FDP die Frage der politischen Prioritätensetzung in den Raum. Während beispielsweise für das Multizentrum eine Eventküche und Ladengeschäfte vorgesehen worden seien und die Gemeinde nach Vorschlag der Verwaltung auch eine Sanierung des Bürgerhauses in Eigenleistung prüfe, dürfe die Feuerwehr nicht aus Kostengründen auf eine langfristig unzureichende Lösung festgelegt werden. „Eine moderne Feuerwache ist eine Investition in Sicherheit und Zukunftsfähigkeit – dieses Geld ist gut angelegt, auch wenn eine Umsetzung möglicherweise schrittweise erfolgen muss“, so Protzmann abschließend.
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