„Vor 40 Jahren wurde der Basar ins Leben gerufen, um die finanziellen Anforderungen, welche an den Elternverein gestellt wurden abzufedern. Begonnen hat dies in den Räumen der katholischen Pfarrei, weitergeführt im Theodor Pörtner Haus, danach wurde in das Bürgerhaus gewechselt und nun sind wir seit sieben Jahren hier im evangelischen Gemeindezentrum“, erinnerte Sven Winter, Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Hanau an den Werdegang des Traditionsbasars.
„Hier wurden wir vom ersten Tag an willkommen geheißen und haben eine tolle Unterstützung erhalten-dafür herzlichen Dank!“ mit diesen Worten bedankte sich Sven Winter bei Pfarrer Heinz Daume und dem Gemeindevorstand der evangelischen Kirchengemeinde Großkrotzenburg. Zuvor hatte Pfarrer Heinz Daume gemeinsam mit dem Lebenshilfe-Chor und Christel Janz –Liebermann den sonntäglichen Gottesdienst gestaltet. Dieser öffentliche Gottesdienst führt bereits vor der Eröffnung des Basars viele Menschen zusammen und ist stets ein würdiger Beginn des vorweihnachtlichen Marktes.
Bürgermeister Friedhelm Engel, der seit vielen Jahren am Gottesdienst teilnimmt, betonte in seiner Begrüßungsrede, dass der Lebenshilfe-Basar fest in den Veranstaltungskalender der Gemeinde eingebunden sei. Er dankte den Helfern und Organisatoren für ihr Engagement und freute sich, dass auch die neue Generation der Lebenshilfe Mitglieder diese beliebte Veranstaltung weiterführt.
Diese hatten sich wieder bestens vorbereitet, so warteten an den bunten, schön dekorierten Ständen geschmackvolle Handarbeiten, leckere Plätzchen und Weihnachtsdekorationen, süße und pikante hausgemachten Leckereien und deftige Hausmacher Wurst , auf die Käufer. Der Freizeitclub der Lebenshilfe hatte eifrig gebastelt und die Clubmitglieder boten ihre Kreationen an. Auch die Tombola war bestens bestückt und so griffen die Besucher schnell in die Lostrommel. Das Küchenteam war für den Mittagstisch zuständig, so konnten sich die Gäste an Sauerkraut, Püree und Bratwürstchen oder Kürbissuppe laben.
Natürlich waren auch die Landfrauen mit Ihrer tollen Kaffeetafel wieder mit von der Partie. Sie hatten die Tische liebevoll dekoriert und die Kuchentheke war mit herrlichen Kuchen und Torten bestückt, die reißenden Absatz fanden. Bevor Sven Winter den Basar eröffnet erinnerte er nochmals an die Gründe die Anni Sickenberger und die Großkrotzenburger Landfrauen, sowie Frau Lilli Bergmann von der Lebenshilfe, diese Veranstaltung ins Leben zu rufen. Mit dem Basar sollte, ebenso wie mit vielen anderen Veranstaltungen, Geld gesammelt werden. Mit diesen Geldern wurden Wohnheime, Werkstätten, Tagesförderstätten und Schulen gebaut und unterstützt. Wichtige Einrichtungen zur Förderung und Entwicklung behinderter Menschen.
Er fügte durchaus kritisch hinzu: „Ich persönlich sehe darin keinen Grund zum Feiern. Denn wenn man die vielen Stunden der Helfer rechnet, ist man Welten von dem viel diskutiertem Mindestlohn entfernt. Doch was ist die Konsequenz? Weiter machen wie bisher? Ich denke man muss das was man neben dem Sammeln von Geldern erreicht hat, nämlich die Aufmerksamkeit der Bevölkerung, nutzen und weiter vertiefen. Weg vom Mitleid hin zur Gemeinsamkeit. Es gilt ein Bewusstsein zu schaffen, dass alle Menschen ein Recht auf ihre
persönliche Entwicklung und Entfaltung haben. Und es ist Aufgabe der Gesellschaft dies entsprechend zu fördern und zu ermöglichen! Es wurde in den letzten 40 Jahren schon viel erreicht, dennoch müssen wir weiter daran arbeiten!“
„Der Basar bietet hierfür eine Möglichkeit Präsenz zu zeigen und mit den Mitmenschen in Kontakt zu treten. Aufzeigen wie unterschiedlich Menschen mit Behinderungen sind, was sie leisten können und was sie NICHT leisten können. Wo sie auf Hilfe angewiesen sind. Helfen ohne zu entmündigen. Ein schmaler Grat!“
Stellvertretend für alle die NICHT nach dem Motto leben: „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht“, sondern über den Tellerrand hinausschauen und sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind, dankte Sven Winter Elisabeth Klotz für die Landfrauen und Ursula Popp für die SPD-Frauen für Ihren jahrzehntelagen Einsatz. Von Anfang an unterstützen beide Organisationen den Basar. Sie richten im Wechsel die Cafeteria eigenverantwortlich aus und spenden den Erlös der Lebenshilfe. (Das heißt Kuchen backen und organisieren, Auf- und Abbauen, Dienste stellen, Tische dekorieren, Geschirr spülen u.v.m.)
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