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Museum Großkrotzenburg: Christliche Gedenksteine in Feld und Flur

Museum Großkrotzenburg: Christliche Gedenksteine in Feld und Flur

Wenn am kommenden Sonntag, 14. Juni 2026, das Museum und die Babbelstubb von 14-17 Uhr öffnen, lädt der Heimat- und Geschichtsverein zum Besuch ein.

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"Nach einem Rundgang durch die Ortsgeschichte sind große und kleine Gäste in der gemütlichen Babbelstubb herzlich willkommen, um ein paar frohe Stunden in netter Gesellschaft zu verbringen. Erinnern möchten wir an diesem Tag an die christlichen Wegekreuze und Bildstöcke in unserer Gemarkung. In Verbindung mit einem Sommerspaziergang laden sie zum Verweilen und zum Gebet ein. Oft werden an ihnen auch heute noch Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. Großkrotzenburg war über viele Jahrhunderte ein katholischer Ort. Erst im 17.Jahrhundert siedelten sich nachweislich Menschen jüdischen Glaubens an und wahrscheinlich erst nach dem 2. Weltkrieg kamen durch Flucht- und Vertreibung auch evangelische Christen in unsere Gemeinde. Diese katholische Prägung zeigt sich heute noch in der Kulturlandschaft. So finden wir in der Gemarkung besonders in der Feldflur sieben Wegekreuze und sechs Bildstöcke mit religiösen Motiven und Inschriften. Eine erstaunlich hohe Zahl, zumal man im überwiegend evangelischen Rhein-Main- Gebiet wenige solcher Wegemale findet. Der Grund für die Errichtung seit dem Mittelalter war der Anstoß für das Gebet unterwegs als Zeichen der Dankbarkeit für überstandene Gefahren. Die Wegekreuze in Großkrotzenburg sind fast alle aus Sandstein gemeißelt und mit einem Kruzifix versehen. Vor 10 Jahren entschloss sich der Heimat- und Geschichtsverein, einen im Museum befindlichen Bildstock aus dem 16. Jahrhundert als Kopie wieder anzufertigen und am letzten bekannten Standort in der Nebenstraße aufzustellen. Das Original wurde im Jahre 1600 an der einstigen Straße nach Kahl errichtet und wechselte drei Mal laut Kirchenbüchern seinen Standort. Leider blieb nur der Kopfteil erhalten, sodass der untere Teil mit Inschrift verloren ging. Der Heimat- und Geschichtsverein ließ der Kopie zwei Widmungen einmeißeln", heißt es aus dem Museum.

"Zur Ehre Gottes und im Gedenken an unschuldige Seelen " Letzteres beziehe sich auf die Aussage von Pfarrer Hägelin 1626 -1630 (Zeit der Hexenprozesse: "Er schreibt in den Kirchenbüchern, dass unschuldige Seelen am Gekreuzigten ein letztes Gebet vor der Hinrichtung sprechen durften. Pfarrer Hägelin lässt in seinen Aufzeichnungen immer wieder durchblicken, dass Frauen und Männer, die der Hexerei angeklagt waren, unschuldig in den Tod gingen. Das zweitälteste Denkmal befindet sich heute im Garten des Pfarrhauses, nachdem es seinen ursprünglichen Platz am ehemaligen Schwesternhaus beim Neubau des Rathauses verlassen musste. Es stammt aus dem Jahre 1631, während das Kreuz auf dem neuen Friedhof jüngeren Datums ist. Zu den Bildstöcken zählen Säulen, die mit bildlichen Reliefs dargestellt werden. Der älteste Bildstock am Waitzweg datiert aus dem Jahre 1754 und als Besonderheit gilt das 1921 gemauerte Heiligenhäuschen in der Hanauerlandstraße. Heute haben diese Wegemale oft ihre ursprüngliche Bedeutung verloren und sind manchen Gefahren wie Straßenerweiterungen und Luftverschmutzung ausgesetzt. Es ist zu hoffen, dass aufmerksame Passanten weiterhin ein Auge auf diese Gedenksteine des Glaubens richten."

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