"Unsere Politiker setzen sich für den Schutz der Wälder auf der ganzen Welt ein - aber der heimische Wald scheint eher eine untergeordnete Bedeutung zu haben", meldet sich der Verein WindJammer Gründau zum Bau von elf weiteren Windkraftanlagen (wir berichteten) zu Wort.
Und weiter: "Auf den zusammen rund 250,1 ha ausgewiesenen Windvorrangflächen 2-448 und 2-901 im Büdinger Wald sollen 11 neue rund 250 m hohe Windräder an der Gemarkungsgrenze Gründau im Privatwald von Constantia Forst GmbH entstehen. Dafür wird erneut historisch und wertvoller Wald mit hoher Artenvielfalt und besonderem Baumbestand durch kilometerlange Zuwegungsstraßen und über große, Jahrzehnte offen zu haltende Baufeldflächen dauerhaft zerschnitten und aufgebrochen, der Waldboden in all seinen Funktionen auf Jahrhunderte hinaus zerstört sowie der ohnehin fragile Wald dauerhaft zusätzlichem Hitzestress und Sturmanfälligkeiten ausgesetzt. Die dauerhafte Rodung beträgt ca. 8500 ha –Tieren und Menschen wird unverzichtbarer Lebensraum entzogen. WindJammer Gründau e.V. nahm an der Informationsveranstaltung in Büdingen am 12.11.2024 teil. Der Betreiber und Projektierer Entega des neuen Windparks Constantia III Büdingen sieht vor, die Genehmigungsunterlagen noch in diesem Jahr beim RP Darmstadt einzureichen und mit dem Bau im Frühling 2025 zu beginnen Da erst ab einer Anzahl von 12 WKA eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgesehen ist, werden die geplanten 11 Anlagen im beschleunigten vereinfachten Verfahren eingebracht, eine Öffentlichkeitsbeteiligung wird es nicht geben. Die einzigen Einwandmöglichkeiten haben die Träger öffentlicher Belange, wie z.B. Kommunen oder anerkannte Umweltverbände. WindJammer Gründau e.V. hält besonders den Abstand der Windräder zu Breitenborn mit 1170 m zur Wohnbebauung für zu gering und die schon beim Bau der WKA Hammelsberg befürchtete Umzingelung des Ortes tritt nun ein."
Mit den bereits bestehenden Windparks Vier Fichten, Sandstruth und Hammelsberg sowie nun neu Büdingen werde Breitenborn westlich und östlich von 28 Windkraftanlagen umzingelt: "Der Ort Breitenborn, der sich einst als Perle im Büdinger Wald nannte, wird nun umzingelt von Industriewald in Händen von Constantia Forst GmbH. Lärm, Schall, Schlagschatten, nächtliche Befeuerung sowie eine Veränderung des Landschaftsbildes sind die Folgen. Die Bürger von Breitenborn werden laut den vorliegenden Simulationen 9 Windräder im Blickfeld haben. Geplant sind Windenergieanlagen vom Typ Enercon E-175 EP5 E1."
Besondere Sorge bereitet WindJammer Gründau e.V. das Schattenwurfgutachten: "Dieses ergibt Überschreitungen der Grenzwerte an WEA 1-2, 4 sowie 9 und 10. Hier sei der Einbau eines Schattenabschaltmoduls erforderlich. Mehrere Haushalte in Breitenborn werden von Schlagschatten betroffen sein. WindJammer Gründau e.V. hat als anerkannte und klageberechtigte Natur-und Umweltschutzvereinigung die Möglichkeit, als Träger öffentlicher Belange gehört zu werden und wird eine Stellungnahme zum Vorhaben abgeben. Die Klage zum Windpark Constantia Forst II Hammelsberg ist weiter anhängig. Trotz damaligem erreichten Baustopp wurden die WKA politisch gewollt in den Trinkwasserschutzgebieten errichtet. Der zuständige Verwaltungsgerichtshof hat noch keine Entscheidung zur Rechtmäßigkeit der Windparkgenehmigung getroffen, obwohl die Windräder gebaut und in Betrieb sind."
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