Mit dem allerletzten Akkord der Blues Brothers Revue beendeten die Musiker der Freiwilligen Feuerwehr Hain-Gründau ihr grandioses Konzertprogramm.
Mit dem allerletzten Akkord der Blues Brothers Revue beendeten die Musiker der Freiwilligen Feuerwehr Hain-Gründau ihr grandioses Konzertprogramm.



Zunächst nahm das Jugendorchester der Freiwilligen Feuerwehr unter der Leitung von Lea Helfrich auf der Bühne Platz. Die jungen Musikerinnen und Musiker, die seit Januar dieses Jahres erst zusammenprobten eröffneten das Konzert mit einem Klassiker der britischen Rockband Queen. Mit „We Will Rock You“ spielten sie sich in die Herzen der Zuhörer in der gut gefüllten Hain-Gründauer Mehrzweckhalle, die kräftig mitgingen. Auch danach blieb es rockig bei den Jugendlichen. Mit amerikanischen Rock der Beach Boys und deren Evergreen „Surfin‘ USA“ verbreitete sich das Gefühl von kalifornischen Stränden und Surfern. Seeräuber, Piratenschiffe und Captain Jack Sparrow holten die Musiker mit dem Soundtrack des Hollywoods Blockbusters „Fluch der Karibik“ nach Hain-Gründau. Natürlich blieben nach diesem Stück die Zugabe-Rufe aus dem Publikum nicht aus. Auch darauf waren die jungen Musikerinnen und Musiker vorbereitet. Mit dem Lied „Rucki Zucki“ beendete das Jugendorchester seine Premiere und hinterließen eine nennenswerte erste Duftmarke beim Publikum.
Nach einer kurzen Umbaupause betraten die Musiker der Stammkapelle unter der Leitung von Jaroslaw Zakoucky die Bühne. Mit dem imposanten Konzertmarsch „Mein Regiment“ von Hermann Ludwig Blankenburg eröffneten sie ihren Teil des Programms. Moderatorin Daniela Weinel, die Musikerinnen und Musiker wurden die Zuhörer an die Hand genommen und auf jeden Titel perfekt eingestimmt. Im nächsten Stück hatte Schlagzeuger Jan Longerich Schwerstarbeit zu leisten. Der spanische ¾-Takt Tanz „Bolero“ aus der Feder von Maurice Ravel besteht notentechnisch beim Drumset 80 Takte aus dem gleichen Rhythmus. Zunächst leise beginnend und auf ein furioses lautes Finale hinarbeitend wurden die Musiker von Dirigent und Schlagzeug präzise geführt und man konnte die russische Balletttänzerin Ida Rubenstein, für die der Komponist das Werk geschrieben hatte durch die Mehrzweckhalle schweben sehen. Das Motto Fantasie hatten sich die Musikerinnen und Musiker für den Konzertabend auf die Agenda geschrieben und so entführten die Trompeter Klaus Gerlach, Corinna Hirchenhein, Marcel Kircher und Heiner Erben das Publikum mit dem Stück „What A Wonderful World“ von Louis Armstrong in eine wundervolle Welt mit blühenden Blumen und grünen Bäumen. Das Publikum geizte ebenfalls nicht mit Applaus. Der niederländische Komponist Jacob de Haan ist bei den Blasorchestern und deren Konzerten kein Unbekannter und mit seinen Werken stets eine feste Größe im Programm. Auch die Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Hain-Gründau gab mit „La Storia“ de Haan einen Platz auf der Programmliste. Das imposante Werk, in welchem sich gefühlvolle und fantasievolle Melodien wechselten sich mit schnellen Rhythmen ab, die jedem einzelnen Register des Orchesters 100% Konzentration und Präzision abverlangten. Mit der Polka „Ein halbes Jahrhundert“, die vom Schweizer Musiker Very Rickenbacher von den Rigispatzen Musikanten geschrieben wurde, verabschiedete die Kapelle die Zuhörer in die Pause.
Als nach der Pause das nächste Stück angekündigt wurde, enterten drei Trompeter und eine Trompeterin mit schwarzen Hüten und Sonnenbrillen gekleidet die Bühne. Die vier Blechbläser, die sich extra für das Werk „Blues Brother Revue“ verkleidet hatten, gaben den Titeln „I Can’t Turn You Loose“, „Soul Man“, „Soul Finger“ und „Everybody Needs Somebody To Love“ die passende Note, die das Orchester mit einem wahren Feuerwerk untermalte. Nach der fetzigen Nummer wurde es etwas ruhiger. Saxofonistin Lea Helfrich nahm an einem Elektropiano in vorderster Front der Bühne Platz und entführte mit Dirigent Zakoucky und dem Orchester das Publikum in die Welt der Filmreihe „Twilight“. Das Klavierwerk „River Flows In You“, das der südkoreanische Pianist Yiruma geschrieben hatte und von den Anhängern der Geschichte über das Mädchen Bella und dem Vampir Edward als Untermalung für eine Liebesszene gewählt wurde, trugen die Musiker gefühlvoll vor.
Der Applaus aus dem Publikum kannte keine Grenzen und so durfte das Orchester als Zugabe das Finale des Arrangements spielen. Etwas volkstümlicher, aber nicht weniger fantasievoll wurde es mit der „Sehnsuchtsmelodie“. Geschrieben wurde das Stück von Walter Scholz und von den Hain-Gründauer Trompeten Klaus Gerlach und Corinna Hirchenhein interpretiert. Auch hier bewies das Orchester ein hervorragendes Zusammenspiel mit den Solisten und Dirigent Zakoucky und sorgte für großen Applaus aus dem Publikum. Danach wurde es nostalgisch. Mit dem Stück „Udo Jürgens Live“ und Titeln wie „17 Jahr blondes Haar“, „Aber bitte mit Sahne“, „Merci Cherie“ und „Griechischer Wein“ holten die Hain-Gründauer Musiker den österreichischen Sänger, Komponisten und Pianisten in den Konzertsaal. Tubist Stephan Hirchenhein und Posaunist Andreas Hirchenhein hatten sich extra für dieses Werk in den für Udo Jürgens typischen Bademantel geschmissen und betraten unter großem Jubel des Publikums die Bühne. Die Musikerinnen und Musiker gaben auch hier ihr Bestes und gaben nach dem Stück mit der Passage „Merci Cherie“ eine weitere Zugabe. Mit dem Walzer „Rauschende Birken“, der im Rahmen einer Satzprobe auf die Holzbläserinnen Anne und Eva Birx in „Rauschende Birxen“ umbenannt wurde, war die Blaskapelle am Ende ihres Programms angelangt. Doch die Zuschauer forderten nach Zugaben und auch da hatte Dirigent Jaroslav Zakoucky mit seinem Orchester etwas vorbereitet. Zunächst bot man den berühmten Marsch der Bergleute, den „Steigermarsch“ dar. „Das Glück auf“ wurde von den vier Trompeten eingeleitet und vom Orchester imposant dargeboten. Mit der Hymne „One Moment In Time“ von Whitney Houston, die im Jahr 1988 veröffentlicht wurde lieferten die 30 Musikerinnen und Musiker trotz des anstrengenden Programms noch einmal eine eindrucksvolle Interpretation des Werks ab. Das Publikum gab stehende Ovationen und so lieferte die Kapelle den finalen Part der Blues Brother Revue ab, die Jaroslav Zakoucky vor dem letzten Ton abrupt abriss, sein Orchester aufstehen ließ, im Applaus baden ließ und dann mitten in den Ovationen den letzten Ton nachholte.
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