"Ziel ist eine Friedhofskapelle, keine Trauerhalle"

Mittel-Gründau
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Bei ihrer außerplanmäßigen Fraktionssitzung haben sich die Gründauer Sozialdemokraten ausführlich mit einer Lösung für die marode Friedhofskapelle in Mittel-Gründau befasst und werden dazu für die anstehende Gemeindevertretersitzung einen Antrag einbringen.

„Unser Ziel ist es, ein der bisherigen Friedhofskapelle funktionsgleiches Gebäude errichten zu lassen“, betont der ehemalige Mittel-Gründauer Ortsvorsteher Hans-Jürgen Michl. Neben der Nutzung als Aussegnungshalle und als Kapelle für Gottesdienste beiderlei Konfessionen soll es im weitesten Sinne als Gemeindezentrum für Mittel-Gründau verwendet werden können. „Das beinhaltet, dass auch weitere Funktionsräume für soziale Zwecke wie Senioren- und Jugendarbeit sowie für kirchliche Zwecke z.B. Konfirmandenunterricht vorgesehen werden. Wie bisher sollen die Räumlichkeiten auch den Vereinen zur Verfügung stehen können“, so Michl weiter.

Nur eine Trauerhalle ähnlich der in Breitenborn zu bauen, wie von der FWG vorgeschlagen, ist aus Sicht der Sozialdemokraten zu kurz gesprungen. „Wir wollen doch nicht den Bürgern hier in Mittel-Gründau ihre Kirche wegnehmen. Aber genau das wäre der Fall, wenn es nach den Vorstellungen der FWG geht“, kritisiert der Mittel-Gründauer Gemeindevertreter Dr. Jürgen Schubert. Ebenfalls beantragt die SPD-Fraktion, dass der Gemeindevorstand nun endlich eine Übernahmevereinbarung bzgl. des Grundstücks der bisherigen Friedhofskapelle abschließt.  Dies soll nach den SPD-Vorstellungen bis Ende Oktober erledigt sein und dieser Vereinbarung soll das letzte Angebot der evangelischen Kirche in Höhe von 60.000 Euro zugrunde liegen. „Auch hier verstehen wir die Verrenkungen der FWG nicht, die einen Kaufpreis von 50.000 Euro in ihren Antrag vorgeschrieben hat. Eine Differenz von 10.000 Euro kann doch nicht ausschlaggebend für einen Abbruch der Verhandlungen sein“, bemängelt Schubert den FWG-Vorstoß. Nur die Kosten im Auge zu haben, sei nicht zielführend, so der SPD-Gemeindevertreter weiter. Denn das Wohl der Gemeinde bemesse sich nicht ausschließlich an den von der Gemeinde bei Banken gehorteten Steuern und Abgaben der Bürger – wofür w auch noch Strafzinsen zu zahlen sind -, sondern zu allererst daran, dass öffentliche Einrichtungen für die Bürger zur Verfügung stehen, wenn die Bürger sie brauchen.

Auch für den Fall, dass sich nach dem Rückbau der maroden Friedhofskapelle herausstellen sollte, dass der Baugrund ungeeignet für die Errichtung eines neuen Gebäudes ist oder nur mit hohem Kostenaufwand zu realisieren wäre, haben die Sozialdemokraten Vorsorge getroffen. Sie beauftragen den Gemeindevorstand, bis Ende Oktober zusätzlich alternative Baugrundstücke auf dem Friedhof oder in Friedhofsnähe als Ersatzbauflächen zu benennen. „Ein bestimmtes Grundstück auf Basis einer Umfrage zu fordern, die schlichtweg unausgereift ist und unseriöse Ergebnisse bringt, wie das die FWG gerade macht, wollen wir nicht. Hier sollen die Fachleute aus der Bauverwaltung eine geeignete Entscheidung treffen“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Franz Porstner.

Es gibt allerdings einige Aspekte an dem gesamten Vorgang, die aus Sicht der SPD-Fraktion Fragen aufwerfen. Es war Aufgabe des Bürgermeisters und des Gemeindevorstands mit der evangelischen Kirche zu verhandeln. Der Gemeindevorstand hatte dem Bürgermeister dazu Handlungsvollmacht erteilt. Wieso hat der Bürgermeister dem Gemeindevorstand nicht rechtzeitig signalisiert, dass er es nicht schafft, rechtzeitig einen Vertrag mit der Kirche auszuhandeln? Wieso wurde nicht frühzeitig ein Plan B entwickelt, da seit 2016 bekannt war, dass die evangelische Kirche beabsichtigte, die Kapelle zunächst 2018 und dann verschoben auf 2019 zu schließen? Wieso hat der Bürgermeister jedes Angebot der Kirche abgelehnt, aber nie ein eigenes Verhandlungsangebot vorgebracht? Wieso wurde das Erbbaurecht abgelehnt? Das wäre für die Gemeinde die kostengünstigste Variante gewesen und hätte keinerlei Nachteile mit sich gebracht.

Ebenso befremdlich ist die Umfrage, die die FWG in Mittel-Gründau durchgeführt hat. „Sicherlich ist das eine gut gemeinte Idee gewesen, aber bei deren statistischer Auswertung haben die Freien Wähler dann doch den Bezug zur Realität verloren und aus 88 positiven Rückmeldungen zu einem ihrer Vorschläge ungeniert darauf geschlossen, dass dies mit einer Mehrheit der Bevölkerung gleichzusetzen sei“, so die Kritik aus den Reihen der SPD-Fraktion. Mit gewissenhafter Mathematik und Statistik hat dies allerdings wenig zu tun.

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