Barrierereduziertes Bauen und Umbauen ist nach Ansich der SPD-Fraktion das Bauen der Zukunft.
Barrierereduziertes Bauen und Umbauen ist nach Ansich der SPD-Fraktion das Bauen der Zukunft.
Warum? „Neben der derzeitigen Abwanderungswelle aus dem ländlichen Raum in die Stadt werden wir uns zukünftig einer weiteren Abwanderungswelle gegenübersehen, wenn wir nichts dagegen unternehmen“, erläuterte der SPD-Fraktionsvorsitzende, Dr. Jürgen Schubert, in der Sitzung der Gemeindevertretung im November. Schon heute ziehen die Jugendlichen wegen Ausbildung und Erwerb in die Städte ab. Dagegen haben die bereits heute alten Menschen im ländlichen Raum oftmals eine hohe emotionale Bindung an ihre Heimat und ihre Familie. Sie wollen auf jeden Fall in ihrer Wohnung bleiben, so lange es geht.
Anders sieht es aus bei Menschen, die zukünftig alt sein werden. Ihre familiären Bindungen und freundschaftlichen Beziehungen vor Ort sind nicht so stark. Sie orientieren sich immer mehr zu Beginn des dritten Lebensalters neu und suchen für sich neue Lebens- und Wohnkonzepte. Aufgrund der besseren Infrastrukturausstattung und des vergleichsweise höheren Angebots an altersgerechtem Wohnraum gewinnen dabei Städte an Attraktivität. „Wir müssen daher jetzt schon Maßnahmen finden, um zu verhindern, dass in einigen Jahren dann auch noch die ältere Generation aus den ländlichen Räumen abwandert“, so der Fraktionsvorsitzende weiter.
Ob in der Stadt oder auf dem Land: Die meisten alten Menschen wollen, solange es geht, in ihrem eigenen Zuhause wohnen bleiben. Die Gestaltung des Wohnens wird für eine strukturell älter werdende Bevölkerung immer relevanter. Die Bedeutung des barrierefreien bzw. –armen Raums nimmt zu.
Barrierefreies Wohnen bzw. Bauen oder Umbauen ist kein Thema alleine für die ältere Bevölkerung. Auch junge Menschen, die über den Bau eines Eigenheims nachdenken, sind gut beraten, schon zu diesem Zeitpunkt die Fallstricke des Alters einzuplanen. Hans Kroth, 1. Beigeordneter der Gemeinde Gründau, meint dazu: "Barrierefreies Bauen kommt auch besonders der jungen Generation zugute. Wo ein Rollstuhl nicht durchkommt, hat auch ein Kinderwagen Probleme. Stufen sind auch für Kleinkinder Barrieren und oft gefährliche Unfallpunkte. Barrierefreies Bauen ist eine generationenübergreifende intelligente Bauweise."
Grund genug für die SPD-Fraktion hierzu einen ersten Schritt zu gehen. Mit ihrer Mehrheit haben die sozialdemokratischen Gemeindevertreter den Gemeindevorstand beauftragt, Wege zu finden, wie in Gründau eine unabhängige fachqualifizierte Wohnberatung als Hilfe zum Verbleib in der eigenen Häuslichkeit angeboten werden kann. Im Vordergrund des SPD-Antrags steht dabei die Beratung zum barrierefreien Um- oder Neubau von Eigenheimen oder Wohnungen.
Schubert erklärt den SPD-Vorstoß so: „Unsere Vision ist es, den altersgerechten Umbau im ländlichen Raum zu unterstützen und voranzutreiben, damit keiner wegziehen muss, nur weil er alt ist. Unser Ziel für Gründau muss es daher sein, den Anteil der privaten, barrierereduzierten und -freien Gebäude und damit den Anteil altersgerechter Wohnungen zu erhöhen. CDU und FWG sind mit Sicherheit auf dem Holzweg, sich unserem Antrag total zu verweigern. Denn dass Handlungsbedarf besteht, belegen Zahlen des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Danach war 2010 nur ein Prozent der Wohnungen in Deutschland altersgerecht ausgestattet, für den aktuellen und erwartbaren Bedarf ein viel zu geringes Angebot.“
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de