Hohe Sensibilität für Gründauer Fliegenproblematik

Gründau
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Die Bemühungen gegen die Fliegenplage in einigen Teilen von Gründau verstärken sich laut einer Pressemitteilung aus der Kreisverwaltung zunehmend.

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In einem Gespräch mit Vertretern der örtlichen Interessengemeinschaft wurden jetzt weitere vorbeugende Maßnahmen erörtert, die vom Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Main-Kinzig-Kreises, der Gemeinde Gründau und von den beteiligten Recyclingunternehmen Reterra und Remondis bereits umgesetzt oder unmittelbar geplant sind. Darüber hinaus wird die Arbeitsgruppe auch die Umsetzbarkeit von langfristigen Konzepten prüfen. Offen diskutiert wurde dabei auch die grundsätzliche Problematik, dass eine klare Ursache für die Fliegenplage trotz Gutachten bisher nicht zuverlässig ermittelt werden konnte. Für das vermehrte Aufkommen von Fliegen in Teilen Gründaus kann es laut des Gutachtens diverse Ursachen geben. Dazu zählen die Experten unter anderem besondere Wetterbedingungen, die eine übermäßige Vermehrung der Insekten beeinflussen können. Diese „günstigen Rahmenbedingungen“ hatten insbesondere 2018 zu einem erhöhten Aufkommen der Fliegen geführt.

Um die Vermehrung der Fliegen im Sinne der betroffenen Bürgerinnen und Bürger dennoch nachhaltig zu unterbinden, werden weiterhin von allen Beteiligten vorbeugende Maßnahmen ergriffen. „Wir haben die gesamte Situation rund um das Aufkommen der Fliegen noch einmal detailliert betrachtet“, erläutert dazu Bürgermeister Gerald Helfrich.  Erneut wurden neben präventiven Maßnahmen auch Möglichkeiten zur aktiven Bekämpfung der Insekten in Betracht gezogen. Entstanden ist dabei eine umfassende Liste, die aus fachlicher Sicht geeignet ist, die Situation spürbar zu verbessern. Begonnen hat die Betrachtung bei der haushaltsnahen Erfassung der Bioabfälle. Die Firma Remondis, die den privaten Bioabfall unter anderem in Gründau einsammelt und zur Anlage liefert, hat bereits Investitionen in eine moderne Fahrzeugflotte getätigt. Davon wird eine positive Wirkung erwartet, weil die neuen Sammelfahrzeuge besser abgedichtet und leichter zu reinigen sind. Ein Eintrag von Schadinsekten in die Kompostierung kann damit reduziert werden.

In Abstimmung mit der Gemeinde Gründau soll zusätzlich der Zustand und der Inhalt der Biotonnen verbessert werden. Dazu sollen diese aufmerksamer kontrolliert werden, um mögliche Fliegenlarven und eventuelle Fehleinwürfe frühzeitig zu entdecken. So können entsprechende Problemschwerpunkte ermittelt und behoben werden. Die Abfuhrfrequenz wurde in den Monaten April bis Oktober bereits auf eine wöchentliche Sammlung angepasst und wird in dieser bewährten Weise fortgesetzt. Der Main-Kinzig-Kreis will sich dafür einsetzen, dass auch andere Kommunen diesem Beispiel folgen. Die RETERRA Südwest GmbH hat als Betreiber der Kompostierungsanlage ebenso verschiedene biologische und organisatorische Maßnahmen durchgeführt, um beim anschließenden Verwertungsprozess Rückzugsgebiete oder Brutstätten von Fliegen zu reduzieren. Das sind unter anderem eine regelmäßige Entfernung von Siebresten, eine intensivere Reinigung der Hofflächen, des Kanalsystems und der Sickerwasserbecken.

Einen positiven Effekt erhoffen sich die Betreiber auch von der bereits eingeleiteten Erhöhung des Grünschnittanteils an dem gesamten Bioabfall. Damit werde nicht nur die Lebensgrundlage für mögliche Fliegenlarven reduziert, sondern auch die Qualität des Endproduktes erhöht, heißt es. Parallel sollen zudem die Lebensumstände für Insektenfressende Vögel unter anderem durch Nisthilfen verbessert werden. Als weitere biologische Maßnahme werde über das Aussetzen von Schlupfwespen nachgedacht. Wie die Gemeinde Gründau in Abstimmung mit dem Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Main-Kinzig-Kreises und den Recyclingunternehmen Reterra und Remondis erklärt, bestehe „auf allen Ebenen eine hohe Sensibilität für die wiederkehrende Fliegenproblematik“. Die konsequente Bekämpfung der möglichen Ursachen auf breiter Front, sei nach Auffassung der Arbeitsgruppe eine wichtige Voraussetzung, um am Ende erfolgreich zu sein.

Der Main-Kinzig-Kreis wird zu diesem Zweck über den Eigenbetrieb Abfallwirtschaft seine Öffentlichkeitsarbeit intensiv fortsetzen und dabei einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema Bioabfall setzen. Vor allem die Verwendung von sogenannten „biologisch abbaubaren Kunststoffbeuteln“ sei ein großes Problem und müsse gestoppt werden. Diese Beutel bieten ein gutes Milieu unter anderem für Fliegenlarven und überstehen den Rotteprozess nahezu unbeschadet. Die Abfallberatung empfiehlt Bürgerinnen und Bürgern stattdessen Papierbeutel oder Zeitungspapier zu verwenden, das die Feuchtigkeit aufnimmt und viel schneller zerfällt. Die Arbeitsgruppe hat auch weitergehende Maßnahmen wie bauliche Veränderungen oder den Einsatz von Insektengiften besprochen und abgewogen. Doch diese immer wieder in der Öffentlichkeit geforderten Schritte seien teilweise im Hinblick auf die Kompostqualität bedenklich oder mit einem hohen planerischen und finanziellen Aufwand verbunden und deren bauliche Umsetzung würde eine Vorlaufzeit von mindestens zwei bis drei Jahren erfordern. Dennoch wurde verabredet, auch diese Optionen näher zu prüfen und eine entsprechende Kosten-Nutzen-Analyse in Betracht zu ziehen.

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