SPD und Freie Wähler fordern zügigen Ausbau der Pflegeplätze

Gründau

"Die Ergebnisse der aktuellen Pflegebedarfsplanung 2024 des Main-Kinzig-Kreises zeigen alarmierende Defizite in der stationären Pflegeversorgung in Gründau", sehen der Bürgermeisterkandidat und SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Springer sowie der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler (FWG), Volker Merz, dringenden Handlungsbedarf und fordern den raschen Ausbau stationärer Pflegeplätze.

Morgenpost

"Laut der kürzlich veröffentlichten Pflegebedarfsplanung belegt Gründau mit lediglich 10 stationären Plätzen pro 100 Pflegebedürftigen den letzten Platz im Main-Kinzig-Kreis. Der kreisweite Durchschnitt liegt bei 21 Plätzen. Bereits im Jahr 2022 fehlten in Gründau 52 stationäre Pflegeplätze, und bis 2040 wird ein Fehlbedarf von 113 Plätzen prognostiziert. Diese Entwicklung zeigt, dass der bestehende Bedarf in Gründau schon heute nicht gedeckt werden kann", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Springer und Merz: „Es muss jetzt gehandelt werden“
Springer und Merz fordern ein aktives Vorgehen von Gemeindevorstand und Gemeindevertretung, um eine nachhaltige Verbesserung der Pflegeversorgung in Gründau zu erreichen. Die beiden Fraktionsvorsitzenden betonen, dass Gespräche mit potenziellen Pflegeanbietern umgehend aufgenommen werden müssen, da der Aufbau von Pflegeeinrichtungen Zeit benötigt. „Es reicht nicht, die Problematik zu erkennen – es müssen konkrete Maßnahmen folgen“, so Springer.

Eine Möglichkeit sehen die Fraktionsvorsitzenden in der Bereitstellung gemeindeeigener Grundstücke für interessierte Pflegeanbieter. Diese könnten entweder verkauft oder im Rahmen eines Erbbaurechts vergeben werden. Auch Betreiber-Kooperationen, bei denen sich die Gemeinde aktiv einbringt, sind für Springer und Merz denkbar.

Pflegeplätze im oberen Gründautal und neue Wohnformen im Alter
Ein besonderes Augenmerk legen beide Fraktionsvorsitzenden auf die Versorgung im oberen Gründautal. Für die Ortsteile Breitenborn, Gettenbach, Hain-Gründau und Mittel-Gründau soll eine wohnortnahe Betreuung sichergestellt werden, um den Pflegebedürftigen eine Versorgung in ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen. Hintergrund hierfür ist, dass die Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises gGmbH (APZ-MKK) in ihrem Seniorenzentrum in Lieblos bereits stationäre Pflegeplätze anbieten.

Neben dem Ausbau stationärer Pflegeplätze setzen sich Springer und Merz zudem für alternative Wohnformen im Alter ein. Vorbild ist hierbei eine Einrichtung der APZ-MKK im Wächtersbacher Ortsteil Waldensberg. Dort wurde ein gemeinschaftliches Wohnkonzept mit Einzelappartements und Hausgemeinschaften geschaffen, das älteren Menschen eine frühzeitige Alternative zur vollstationären Pflege bietet.

Gemeinsamer Antrag in der Gemeindevertretung geplant
SPD und Freie Wähler kündigen an, das Thema mit hoher Priorität in ihren kommenden Fraktionssitzungen zu behandeln. Ziel ist die Erarbeitung eines gemeinsamen Antrags für die Sitzung der Gemeindevertretung im April 2025. „Die demografische Entwicklung zeigt klar, dass wir jetzt handeln müssen. Wir werden alles daransetzen, dass Gründau nicht weiter Schlusslicht in der Pflegeversorgung bleibt“, betont Springer.


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