Das Ende der Verzögerungstaktik

Gründau

In ihrer Sitzung am 26.05.2025 hat die Gemeindevertretung beschlossen, dem Ansinnen des Regierungspräsidiums zu folgen und den Weg für die Überarbeitung der Schutzgebietsverordnung an den Gründauer Tiefbrunnen freizumachen und das Verfahren ohne weitere Verzögerung zu starten.

"Nachdem die obere Wasserbehörde bereits in 2011 die Gemeinde Gründau darauf hingewiesen hatte, dass der Nitratgehalt des Brunnenwassers der Tiefbrunnen II und III Werte oberhalb von 25 mg/l aufweist, wurde diese Tatsache zur Kenntnis genommen, ohne dass seitens der Gemeinde Gründau Maßnahmen zur Reduzierung des Nitratgehaltes eingeleitet wurden. In der Sitzung des Gemeindevorstandes am 17.02.2025 hat das Regierungspräsidium Darmstadt das Ergebnis präsentiert, dass nach mittlerweile 14 Jahren an den Nitratwerten der Gründauer Tiefbrunnen keine Verbesserung, sondern eher eine Verschlechterung festgestellt werden konnte und man davon ausgeht, dass als Verursacher der Nitratbelastung die landwirtschaftliche Nutzung innerhalb der Wasserschutzgebiete zu vermuten sei. Das ist schon daraus ableitbar, dass Grundwassermessstellen im Wald (z. B. Gettenbach und Breitenborn) Nitratwerte deutlich unterhalb von 10 mg/l aufweisen", so die Freie Wählergemeinschaft (FWG) in einer Pressemitteilung.

Die Trinkwassersituation in der Gemeinde Gründau sei bekanntermaßen ein hochsensibles Thema, nachdem die Pseudomonaden-Problematik die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Gründau über mehr als drei Jahre beschäftigt habe und man jetzt hoffentlich mittels längerfristiger Chlorung die Pseudomonaden aus dem Leitungsnetz vertreiben konnte, wobei für die Installation der Chlordioxid-Anlage und die kontinuierliche Analyse des Trinkwassers seitens der Gemeinde viel Geld in die Hand genommen werden musste: "Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass nach mittlerweile 2 Jahren ein Beschluss der Gemeindevertretung zum Neubau einer zweiten Hauptleitung und einer Sanierung des Hochbehälters in Rothenbergen bis heute noch nicht einmal das Planungsstadium erreicht hat."

Die FWG Gründau trägt die Entscheidung zur umgehenden Überarbeitung der Schutzgebietsverordnung für das Wasserschutzgebiet rund um die beiden Tiefbrunnen in Mittel-Gründau und Hain-Gründau mit, weil damit endlich ein Schlusspunkt unter die häufig geübte Verzögerungstaktik mit Verweis in die Ausschüsse etc. gesetzt worden sei: "Die von der CDU eingeforderte Einbindung der beteiligten Gruppen, Ortsbeiräte und Ortslandwirte gehört zum ersten Schritt in dem nun angestoßenen Verfahren, zu dem auch ein wasserwirtschaftlicher Ortstermin stattfinden wird. Die dabei entstehenden Kosten sind nur ein Bruchteil dessen, was man im Rahmen der Pseudomonaden-Bekämpfung ausgegeben hat." Der Fraktionsvorsitzende Volker Merz sieht in dem nun beginnenden Verfahren eine realistische Chance, Maßnahmen zu definieren und umzusetzen, die es ermöglichen, das Trinkwasser der Tiefbrunnen II und III langfristig unter 25 mg/l Nitrat zu halten.


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