Bei der Monatsversammlung des Geschichtsvereins Gründau stellten Vereinsvorsitzender Walter Uffelmann und sein Stellvertreter Klaus von Berg das neue „Grindaha“-Heft vor.
Die 22. Ausgabe der Reihe enthält Beiträge von Reinhard Weis, Otmar Engel, Susanne Heun, Walter Uffelmann, Norbert Breunig, Kurt Blaschek, Gerhard Schinzel, Willi Schleucher, Erwin Kalbfleisch, Klaus von Berg, Wilfried Günther und Karl Bode. Die 22. Ausgabe des Geschichtsvereins Gründau erhält zu ersten Mal eine Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke, die ISSN, sie ermöglicht den weltweiten Zugriff auf entsprechende Beiträge
Das Titelbild bezieht sich auf das 40-jährige Bestehen der Gemeinde Gründau. Reinhard Weis, bis zu seiner Pensionierung langjähriger Verwaltungsangestellter im Gründauer Rathaus, berichtet in einem umfangreichen Beitrag über den Zusammenschluss der sieben Orte zur Gemeinde Gründau und beschreibt den erfolgreichen Weg zur „Vorzeigegemeinde“ in Hessen.
Von der frühen Besiedlung unserer Heimat zeugen zahlreiche archäologische Funde. Eine Zusammenstellung den neuen Funde, vom Steinbeil bis zu Scherben aus jungsteinzeitlichen Gefäßen, haben Otmar Engel und Dr. Susanne Heun vorgenommen. Anstandsregeln aus dem 15. Jahrhundert hat Klaus von Berg zusammengestellt, einige sollten heute noch gültig sein. Zudem bringt Klaus von Berg „Eine Liebeserklärung an Rothenbergen“, verfasst von Ottilie Volz, die 1838 in Hailer geboren wurde.
Die bemerkenswerte Ausstellung „Flucht, Vertreibung, Eingliederung“, die sich mit dem Schicksal der Vertriebenen befasst, die heute in Gründau leben, hat Lebenserinnerungen der betroffenen Familien wach werden lassen. Die Geschichte der Familie Krebs aus Schlaggenwald im Böhmerwald und der Beitrag von Kurt Blaschek „Vom Heimatvertriebenen zum Neubürger in Lieblos“ erinnern an begangenes Unrecht. Auch die „Gedanken und Erinnerungen an eine schwere Nachkriegszeit“ von Gerhard Schinzel beschreiben das Elend der Vertriebenen.
Wetterweisheiten aus dem Jahre 1912 hat Walter Uffelmann dem Lahrer Kalender entnommen. Natürlich ist zu unserer heutigen Wettervorhersage kein Vergleich zu ziehen, aber die langjährigen Beobachtungen waren eine Hilfe für die Bauern. Umfangreich ist auch die Geschichte der „Haingründauer Auswanderungen“, die Walter Uffelmann im Staatsarchiv in Darmstadt gefunden und bearbeitet hat. Die Auswanderung im 18. Jahrhundert war Ausdruck von Hungersnöten und sozialen Spannungen.
Wer kann sich heute noch an die vielen Haus- und Utznamen in Rothenbergen erinnern, die noch vor 50 Jahren geläufig waren? Willi Schleucher und Erwin Kalbfleisch haben sie zusammengetragen und einige Rothenberger werden sich gern an die Namen erinnern. Karl Bode hat für viele Gründauer Bürger die Geschichte der „Dachkaute“, an der Straße zwischen Niedergründau und Lieblos gelegen, aufgeschrieben. Richtig, hier war der erste Sportplatz des FSV Lieblos und auch ein Schwimmbad sollte gebaut werden!
Die „Gründauer Gerichtsschule“ ist heute der Jugendtreff an der Bergkirche. Klaus von Berg hat die Historie zusammengestellt und den Ursprung des Schulwesens mit dem „Bergschullehrer“, der zugleich Kantor, Organist, Glöckner und Kirchendiener war, hingewiesen.
Norbert Breunig hat die Kurhessische Gemeindeordnung von 1834 bearbeitet und Parallelen zur heutigen Hessischen Gemeindeordnung gefunden. Wilfried Günther berichtet vom „Ausbau der Straße von Lieblos nach Büdingen“ und beschreibt die Schwierigkeiten beim Bau, weil Kürfürstentum Hessen und Großherzogtum Hessen beteiligt waren.
Die Ausgabe „Grindaha 22“ ist für 12 Euro beim Geschichtsverein zu erhalten.
Foto: Die Autoren von „Grindaha 22“ v.l. Willi Schleucher, Otmar Engel, Klaus von Berg, Walter Uffelmann, Norbert Breunig, Karl Bode, Wilfried Günther und Erwin Kalbfleisch.
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