Traditionelle Klangteppiche in der Kapelle

Hammersbach
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In der bis auf den letzten Platz besetzten Kapelle begeisterte am 10. Juli 2022 das Duo do-nawa unter dem Titel „Mediterranéo – ein Sommerabend am Mittelmeer“.

Die Musiker von do-nawā (übersetzt „Zwei Melodien“), Markus Wach und Samira Memarzadeh, spielten Instrumentalstücke auf traditionellen orientalischen Saiteninstrumenten. Samira Memarzadeh ist klassisch ausgebildete Harfenistin. Neben ihrer Konzerttätigkeit beschäftigt sie sich mit transkultureller Musikvermittlung u. a. bei der Musikinitiative "Bridges - Musik verbindet" und mit dem Entdecken neuer Möglichkeiten auf ihrem Instrument in verschiedensten Musikstilen - von minimal music bis zur traditionellen Musik aus dem Nahen und Mittleren Osten. Seit Oktober 2021 ist sie zudem in der Tonhalle Düsseldorf in der Dramaturgie tätig. Als regelmäßiger Gast spielt sie in Orchestern wie der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Staatstheater Darmstadt, Philharmonisches Orchester Freiburg sowie dem SWR Symphonie Orchester.

Der Licher Multiinstrumentalist Markus Wach beschäftigt sich in seiner musikalischen Arbeit mit Folklore- und Improvisationstraditionen des Mittleren Ostens und Zentralasiens. Er spielt selten gewordene traditionelle Saiteninstrumente, um aussterbende Musikkulturen am Leben zu erhalten und einen einzigartigen Ausdruck für seine Kompositionen und Improvisationen zu schaffen. Auch er spielt in diversen Musikformationen, wie z.B. Mala Isbuschka, Sharkstan oder Arabesk, die aramäische und mittelöstliche Traditionen fortsetzen. Die beiden Musiker verbindet ihr gemeinsames Interesse für alte orientalische Musiktraditionen und hierzulande kaum gespielte Instrumente. Ihr Schaffen ist beseelt von Jahrhunderte alten Klängen, immer wieder ergänzt durch eigene Nuancen und den besonderen Timbres seltener Saiteninstrumente aus der ganzen Welt.

In der Hirzbacher Kapelle erklangen in einem musikalischen Dialog traditionelle und klassische Melodien aus dem Mittelmeerraum von Spanien über Griechenland bis in die Türkei - mit Flamenco-Rhythmen, meditativen Klängen sowie Liebesliedern. Dazu traditionelle persische Musik bis zu Wiegenliedern aus Zentralasien. Samira Memarzadeh überraschte die Besucher mit einer großen Konzertharfe und der kleinen Tschan, einer vertikalen Winkelharfe, die im Osmanischen Reich zu den höfischen Musikinstrumenten der klassischen persischen und türkischen Musik gehörte.

Markus Wach hatte verschiedene orientalische Saiteninstrumente mitgebracht, die man hierzulande kaum kennt, so z.B. die viersaitige Setar, eine Langhalslaute, die überwiegend in der persischen und der tadschikischen Musik gespielt wird und aus Maulbeerbaumholz geschnitzt wird. Statt eines Schalllochs hat die Setar nur einige kleine Löcher in der Decke und erzeugt einen sehr zarten Klang. Oder die der Setar ähnliche Dotar, eine zweisaitige persische Langhalslaute, die in der iranischen, afghanischen und tadschikischen Musik sowie in Turkmenistan und Usbekistan gespielt wird. Besonders beeindruckend die Rubab, eine gezupfte Schalenhalslaute, die hauptsächlich von Paschtunen gespielt wird und als Nationalinstrument von Afghanistan gilt. Wie für Saiteninstrumente des ostiranischen Kulturkreises typisch, besitzt sie einen zweigeteilten, mit Haut bespannten Resonanzkörper.

Die beiden Musiker erzeugten an diesem Sonntagnachmittag mit ihren Melodien eine besondere meditative Stimmung im ältesten Sakralbau des alten Hanauer Landes. Das nächste Konzert in der Kapelle findet am 4. September um 14:30 im Rahmen des Hohe-Straße-Festes statt. Vassily Dück, der schon seit vielen Jahren in der Kapelle auftritt, kommt mit seinem Bajan, dem russischen Akkordeon.

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