Autobahnraststätte Langen-Bergheim: Gedenken an tragisches Unglück

Langen-Bergheim
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Am 17. Januar 2021 ereignete sich um die Mittagszeit auf der Ostseite der Autobahnraststätte Langen-Bergheim ein schreckliches Unglück: Ein Mann fährt in die Tankanlage um Suizid zu begehen. Dabei wird eine Tanksäule durch die Luft geschleudert. Die Feuerwehr Hammersbach wird zur Unglücksstelle alarmiert und bei Löscharbeiten entdecken die Feuerwehrleute den verbrannten Leichnam eines LKW-Fahrers aus Kirgisien, der von der Zapfsäule erschlagen wurde (wir berichteten).

Dieses Unglück hat viele Menschen in der Gemeinde Hammersbach und darüber hinaus tief bewegt. Der junge Mann aus einem Vorort der 6.000 Kilometer entfernten kirgisischen Hauptstadt Bischkek fuhr für ein litauisches Unternehmen hier in Deutschland LKW. Er hinterließ eine Frau und vier minderjährige Kinder. Um der Familie zu helfen, initiierte Bürgermeister Michael Göllner (SPD) eine Spendenaktion, die weit über die Gemeindegrenzen hinaus beachtet wurde und eine Spendensumme von etwa 90.000 Euro einbrachte. Ein hoher Betrag und auch eine hohe Verantwortung. Und ein viel zu hoher Betrag, um ihn einfach nach Kirgisien zu überweisen, da das Geld auch direkt bei der Familie, insbesondere den Kindern ankommen sollte.

Aus diesem Grund reisten Göllner und Gemeindebrandinspektor Jens Eyrich selbst nach Kirgisien, um der Familie die Anteilnahme der Gemeinde auszudrücken und über die Verwendung der Spendengelder zu beraten. Dass die Hinterbliebenen auch durch den Familienverband aufgefangen werden, änderte nichts an der Motivation, der jungen Witwe und den Kindern eine selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen.

Unterstützt wurde die Delegation aus Hammersbach bei diesem Vorhaben durch die Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Kirgisien. Botschafterin Dr. Gabriella Guellil stellt persönlich den Kontakt zu den Hinterbliebenen her und beherbergte Michael Göllner, Jens Eyrich sowie den Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Tobias Lenz in ihrer Residenz. Gemeinsam mit dem stellvertrenden Botschafter David Westenfelder wurde die Familie besucht. Die Delegation aus Hammersbach bekam einen authentischen Eindruck von der Kultur und Lebensweise der Menschen in Kirgisien und lernte die Familie kennen. Gemeinsam mit den Hinterbliebenen wurde beraten, wie die Spendengelder am besten eingesetzt werden sollten. Als dringendes Problem stellt sich schnell die prekäre Wohnsituation der Familie heraus. Mittlerweile hat die Familie mit einem Teil des Geldes eine Wohnung in der Hauptstadt kaufen können. Dort sind die Wege zur Schule nah und die Kinder können gut und sicher aufwachsen. Im nächsten Schritt wurde es der Witwe ermöglicht, sich eine gute Nähmaschine zu kaufen, um selbst Geld verdienen zu können und so den Lebensunterhalt sichern zu können.

Die Einblicke in den Verlust und die Not der Hinterbliebenen haben bei Michael Göllner und Jens Eyrich tiefe Spuren hinterlassen. Zum Gedenken an den Toten legten die beiden nun am Jahrestag am Ort des Unglücks ein Trauergesteck ab. Die beiden planen nun, noch einmal nach Kirgisien zu reisen, um die Hinterbliebenen zu besuchen und zu schauen, wie die bisher nicht verausgabten Mittel sinnvoll verwendet werden können.

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