Glasarche verlässt Hammersbach: Ein Abschied mit Wehmut

Marköbel
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Der Einladung des Fördervereins Hirzbacher Kapelle waren Vertreterinnen und Vertreter von vielen beteiligten Akteuren ins Hofcafé des Kapellenhofes gefolgt. Die „Glasarche 3“ hat ihren Standort an der Hohen Straße zwischen Marköbel und Hirzbach am 27. Mai wieder verlassen. Mit dem Treffen zum Abschied von der Glasarche wollte der Vorstand des Fördervereins das Engagement und den Einsatz aller beteiligten Gruppen und Einzelpersonen würdigen, die das Projekt Glasarche 3 erfolgreich getragen haben.



„Anfänglich hatten die Eigentümer aus Sachsen-Anhalt Bedenken, die Glasarche in eine – im Vergleich mit den bisherigen Standorten – kleine Kommune ausgeliehen zu haben“, berichtet Dietzel von seinen Gesprächen mit den Verantwortlichen vom LPV Mittleres Elstertal. Die Sorge sei mittlerweile der Überraschung gewichen, welche Dynamik sich am Standort Hirzbach entfaltet habe. Die Wirkung in der Öffentlichkeit, bei Presse und Fernsehen sei beeindruckt zur Kenntnis genommen worden. Und, „die Kosten von Ausleihe und Transport sind über Spendenzusagen mittlerweile weitgehend gedeckt“ freute er sich in seiner Funktion als Kassierer des Fördervereins.

Die Rückmeldungen von Besucherinnen und Besucher aus Gemeinde und Region waren weit  überwiegend positiv. Alleine beim Spendenlauf sei eine Summe zusammengekommen, die für die Pflanzung eines Baumes zur Erinnerung an das einzigartige Projekt ausreichen werde. Für Bürgermeister Michael Göllner (SPD) ein passendes Stichwort. „Was bleibt von der Glasarche, was bleibt für die Gemeinschaft und das Gemeinwesen?“, eröffnete er seinen Rückblick. Zu Beginn sei er kritisch gewesen, ob ein derart öffentliches Kunstwerk dem Anspruch und der Würde bildender Kunst gerecht werden könne. Die Wahrnehmung in und durch die Dorfgemeinschaft und der respektvolle und achtsame Umgang mit dem Kunstwerk habe ihn schnell überzeugt. „Dass die Holz-Hand mit ihren vielfältigen Deutungsmöglichkeiten dann in den Vorstellungsgottesdienst der Konfirmandinnen und Konfirmanden eingebunden wurde, hat mich berührt“, sagte er.

Für Pascal Küthe, den Betriebsleiter des Kapellenhofs war die Sensibilisierung für die Bewahrung unserer Lebensgrundlagen und ihrer Zusammenhänge wichtig. Beeindruckt hat ihn das Zusammenwirken aller Akteure. Man habe sich bei allen Veranstaltungen gegenseitig unterstützt und ausgeholfen, wo auch immer es ging. Er habe, gewissermaßen als Anwohner der Glasarche, tagtäglich Menschen erlebt, die ihn interessiert auf das Kunstwerk und die Zusammenhänge angesprochen hätten.

Für Anaïs Vanden Eede vom benachbarten Naturkindergarten bot die Glasarche viele Gelegenheiten, den heute vielen Kindern unbekannten Sintflutmythos und die damit verbundenen Fragen zu unseren Lebensgrundlagen nahezubringen. Die Glasarche als Kunst zum Anfassen und Begreifen sei ein tägliches Ziel der Kindergartengruppe gewesen. Auch Friedel Bellgardt von der Blühfeldinitiative betonte die Qualität der Zusammenarbeit unter den beteiligten Akteuren. Von Besuchern aus umliegenden Gemeinden habe er mehrfach gehört „So ein Miteinander hätten wir in unserer Gemeinde auch gerne“. Die Ausstellung mit Bildern der Malgruppe Guckloch habe zu vielen Gesprächen mit interessierten Besucherinnen und Besuchern geführt, beschrieb Ursula Schneider von der Malgruppe ihre Eindrücke.

Pastor Jörg Hillig von der Evangelischen Gemeinschaft hat das Zusammenwirken der Beteiligten besonders beeindruckt. Man habe sich beim Glasarchefest und am 1. Mai ganz selbstverständlich gegenseitig ausgeholfen. „Als die Würstchen ausgingen, konnte man auf Reserven von Familie Rottstedt zurückgreifen“. Die Gemeinschaft hatte ihr Fest zum 1. Mai vom Oberwald zur Glasarche verlegt – zeitgleich mit der Eröffnung des Hofcafés auf dem Kapellenhof. Die Besucher hätten kaum unterscheiden können, wo sie nun gerade zu Gast gewesen seien. Die Gemeinschaft war ebenso beteiligt wie die Kirchengemeinden Langen-Bergheim und Marköbel.

Dass sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden - im wahrsten Sinne des Wortes rund um die Glasarche - mit den Themen Bewahrung der Schöpfung und Nachhaltigkeit beschäftigten, hat Kapellenhof-Besitzer Christoph Neizert tief beeindruckt. „Dass sich junge Menschen mit diesem Thema so ernsthaft auseinandersetzen, macht Hoffnung.“

Gedankt wurde allen, die sich am Projekt Glasarche 3 in Hammersbach beteiligt haben, aktiv mit Veranstaltungen, durch eine Spende oder den Besuch vor Ort. Besonders gedankt wurde Anastasia Rottstedt und ihrer Familie (Hammersbacher Hofgemüse). Sie hat unter anderem für die Verköstigung bei der Eröffnungsveranstaltung gesorgt und den Rundgang am 20. April und das Glasarchefest organisiert. Der Radfahrer-Vorstellungs-Gottesdienst geht übrigens auf eine Anregung von Armin Deckenbach zurück, die von der Ortspfarrerin Katharina Bärenfänger und dem Kirchenvorstand bereitwillig aufgenommen wurde.

Am 27.5. um 14.15 Uhr war es dann schließlich soweit. Ein eingespieltes Team, Frank Thomas von der Spedition und Rainer Helms vom Landschaftspflegeverband Mittleres Elstertal, hat die Arche in den Mittagsstunden wieder abgeholt. Die nächste Station ist der Nationalpark Eifel in Schleiden. Hier wird die Arche vom 28. Mai bis 26. August vor Anker gehen. Hartmut Schneider, Stellv. Vorsitzender des Fördervereins, resümierte: „Wenn wir die Glasarche verabschieden, dann blicken wir zufrieden und mit Dankbarkeit auf eine Vielzahl von Begegnungen und positive Erfahrungen zurück. Eine Erkenntnis bleibt: Kunstwerke in der Kulturlandschaft sind eine Bereicherung und können existenziell herausfordernde Fragen vermitteln – ganz ohne Worte. Über ein nächstes Kunstprojekt werde man nachdenken.“

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Von links: Pascal Küthe, Jörg Hillig, Frank Seifert, Wilhelm Dietzel, Christoph Neizert, Anastasia Rottstedt, Ursula Schneider, Anaïs Vanden Eede, Mirijam Pilcic, Renate Bornemann, Michael Göllner, Silvia Behnke, Friedel Bellgardt, Hartmut Schneider, Christina Rottstedt, Tanja Göllner und Julia Wisseler.


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