Die Stadt Hanau macht im Kampf gegen die "Hamsterkäufe" Ernst: Ab Montag dürfen Waren nur noch in haushaltsüblichem Umfang an eine Person abgegeben werden. "90 Prozent der Menschen sind vernünftig, aber der kleine Teil der Unvernünftigen gefährdet zunehmend die Versorgungslage", begründet Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) die entsprechende Allgemeinverfügung, die ab Montag (23. März 2020) gilt. Hanau orientiert sich dabei auch am Landkreis Marburg-Biedenkopf, der ein entsprechende Regelung bereits am Samstag auf den Weg gebracht hatte.

Mit einer Kampagne in den Sozialen Medien macht die Stadt Hanau auf die zahlreichen Menschen aufmerksam, die häufig unbemerkt von der Öffentlichkeit ihre aktuell lebensnotwendige Arbeit für die Allgemeinheit tun. Unter #hanauhelden bekommen sie ab sofort auf Instagram und Facebook ein Gesicht. Der Kassierer im Supermarkt, die Kranken- und Gesundheitspflegerin auf der Intensivstation, der Taxifahrer, Stadtpolizist und viele andere mehr erzählen hier ihre Geschichte.

"Unser Ziel ist die größtmögliche Fürsorge für die Menschen unserer Stadt", erklärt Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Samstag die ergänzende Allgemeinverfügung, mit der die Stadt Hanau die Vorgaben der Landesverfügung präzisiert und mit eigenen restriktiven Regelungen darüber hinaus geht.

Ein weiterer Versuch, die Aufforderung zum Abstandhalten mit Nachdruck unter die Menschen zu bringen, geht von verschiedenen Krankenhaus-Teams aus, die Fotos mit der klaren Aufforderung "Wir bleiben für Euch da – Bleibt Ihr für uns Zuhause!" in den Sozialen Medien teilen. Daran beteiligen sich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums Hanau und des Sankt Vinzenz Krankenhauses. "Diese Challenge ist mehr als nur ein unterhaltsamer Zeitvertreib", unterstreicht Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), dass es unbedingt notwendig ist, durch den Verzicht auf persönliche Kontakte der Verbreitungsgeschwindigkeit der Krankheit entgegenzutreten.

Abstand halten ist derzeit das Gebot der Stunde, denn die vernünftige Distanz zu anderen Menschen ist der beste Schutz vor einer möglichen Infektion mit dem Corona-Virus. "Leider ist zu beobachten, dass bei einigen Mitmenschen der Ernst der Lage und die Bedeutung noch nicht angekommen sind," erklärt Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky den Grund, dass Hanau die Regelungen ab Samstag mittag verschärft. So sind ab 12 Uhr nur noch Zusammenkünfte von bis zu fünf Menschen erlaubt, um die Ansteckungsgefahr so weit wie möglich zu reduzieren.

Die Brüder Grimm Festspiele 2020 finden angesichts der Corona-Krise nicht statt. Das hat Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Freitag in Absprache mit Festspiel-Intendant Frank-Lorenz Engel entschieden. "Mir blutet bei dieser Entscheidung das Herz. Aber es gibt leider keine Hinweise, dass eine professionelle Vorbereitung in absehbarer Zeit möglich ist. Diese ist aber für die hohe künstlerische Qualität, die unsere Festspiele auszeichnen, unabdingbar", begründet der Oberbürgermeister.

"Es ist leider so, dass wir ohne Verbote nicht erreichen, dass das Vernünftige getan wird", erklärt Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), dass es "unter den gegebenen Umständen im Interesse der Allgemeinheit und zum Schutz der Schwächsten unserer Gesellschaft unumgänglich ist", klare Regeln aufzustellen und deren Einhaltung zu kontrollieren.

"Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht." Dieses Zitat des Schauspielers Ewald Balser beschreibt die aktuelle Situation nach den Worten von Oberbürgermeister Claus Kaminsky perfekt.

Mit einem kommunalen Lieferservice will die Stadt Hanau während der Corona-Krise die Versorgung von Bürgern sicherstellen, die sich in einer Notlage befinden, in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und keine Hilfe haben oder wegen Quarantänemaßnahmen die Wohnung nicht verlassen können. Der Service startet am Freitag, 20. März, und soll die Grundversorgung der Betroffenen sicherstellen.

Circa 2.500 Personen wurden innerhalb der ersten 48 Stunden im Schleusenzelt vor dem Klinikum Hanau gezählt. "Das dokumentiert besser als alles andere, wie dringend geboten der Aufbau einer Schutzzone zwischen Klinik- und Außenbereich war," kommentiert Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) die ersten Erfahrungen. Seit Dienstagnachmittag ist die Absperrung aus Bauzäunen rund um das Gelände des Klinikums Hanau geschlossen und das Areal damit ausschließlich über den kleinen Parkplatz zugänglich.