Angesichts der unfassbaren und grauenvollen Gewalttaten, die Hanau und die gesamte Republik in der vergangenen Woche erschüttert haben, sind am Folgetag Bundespräsident Steinmeier und der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier nach Hanau gekommen, um den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl auszusprechen und die Zivilgesellschaft zu einem Zusammenstehen gegen den rechten Terror aufzurufen.

Offene Elterncafes mit Gesprächsangeboten hat der Eigenbetrieb Hanau Kindertagesbetreuung in der Kinderburg Weststadt (Herderweg 1) eingerichtet, ebenso im Kinderhaus West (Schopenhauerstraße 2) und in der Kindertagesstätte Dresdener Straße (Dresdener Straße 2).

Wenige Stunden, nachdem am Donnerstag Abend rund 5.000 Menschen auf dem Marktplatz noch still trauernd den Opfern des Anschlags gedacht haben, verbreitete sich in den sozialen Medien eine Sprachnachricht, die von marodierenden Neonazis berichtete. "Fakt ist jedoch, dass die Sprachnachricht, dessen Urheber uns persönlich bekannt ist, etwa vier Jahre alt ist und in einem völlig anderen Zusammenhang gestanden hat", greift Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) einen der konkreten Fälle der im Netz kursierenden Falschnachrichten auf, um noch einmal mit Nachdruck gegen die Verbreitung von Spekulationen und Vermutungen ins Feld zu ziehen.

Besonnenheit und Vorsicht im Umgang mit den derzeit sich im Internet verbreitenden Informationen rund um den Anschlag in Hanau fordert Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) und mahnt, die jeweiligen Quellen der Spekulationen kritisch zu hinterfragen. Aus Sicht des Hessischen Landeskriminalamts gebe es derzeit "keinen Grund, im Zusammenhang mit dem Attentat von einer akuten weiteren Gefahr auszugehen". Allen Hinweisen zum Tathergang gingen Landes- und Bundeskriminalamt unter Leitung des Generalbundesanwalts akribisch nach.

Dem Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) fallen vermehrt Spekulationen über den Tathergang des Anschlags in Hanau aus verschiedenen Quellen auf. "Aus Sicht der hessischen Polizei gibt es zur Zeit keinen Grund in diesem Zusammenhang von einer akuten weiteren Gefahr auszugehen. Allen Hinweisen zum Tathergang wird im Rahmen der gemeinsamen Ermittlungen von HLKA und BKA unter Leitung des GBA akribisch nachgegangen", heißt es in einer Pressemitteilung.

"Die Sorgen und Nöte der Angehörigen der Ermordeten und Verletzten haben Priorität für uns. Wir wollen sichergehen, dass wir immer nach den wirklichen Bedürfnissen der Angehörigen handeln," unterstreicht Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) die Haltung der Stadt.

Papst Franziskus hat in einem Telegramm sein Mitgefühl für die Opfer der rassistischen Morde in Hanau zum Ausdruck gebracht. Das Schreiben hat Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in seinem Namen an den Fuldaer Erzbischof Michael Gerber übersandt.