"Die Sorgen und Nöte der Angehörigen der Ermordeten und Verletzten haben Priorität für uns. Wir wollen sichergehen, dass wir immer nach den wirklichen Bedürfnissen der Angehörigen handeln," unterstreicht Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) die Haltung der Stadt.

Papst Franziskus hat in einem Telegramm sein Mitgefühl für die Opfer der rassistischen Morde in Hanau zum Ausdruck gebracht. Das Schreiben hat Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in seinem Namen an den Fuldaer Erzbischof Michael Gerber übersandt.

Dr. Maria Haas-Weber, Vorsitzende des Hanauer Ärztevereins, und Dr. Silke Hoffmann-Bär, Leiterin der Stabsstelle Gesundheit der Stadt Hanau, sind am Freitag von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) als Opferbeauftragte der Stadt Hanau vorgestellt worden.

Nach dem rechtsterroristischen Anschlag in Hanau ruft die Initiative "Gemeinsam gegen Terror und Rassismus" dazu auf, am Sonntag, den 23.02.2020 um 14 Uhr auf dem Kurt-Schumacher-Platz zusammen zu kommen und von dort gemeinsam zum Hanauer Marktplatz zu ziehen, um den Opfern dieses rassistischen Verbrechens zu gedenken.

Zu Details der Terrornacht in Hanau macht die Polizei weiterhin keine Angaben. „Der genaue Tathergang ist noch Gegenstand der Ermittlungen, daher halten wir uns zurück“, erklärte Bundeskriminalamts-Präsident Holger Münch am Freitag in der Bundespressekonferenz in Berlin. Damit bleibt auch weiterhin offen, was Tobias R. nach seinen letzten tödlichen Schüssen am Kurt-Schumacher-Platz im Stadtteil Kesselstadt um kurz nach 22 Uhr am Mittwochabend gemacht hat. Erst circa fünf Stunden später hatte die Polizei seine Leiche und die seiner Mutter in der nur wenige hundert Meter entfernten Reihenhaushälfte entdeckt.

Am Donnerstag, 20.02.2020, kam es gegen 12:35 Uhr zu einer Rauchentwicklung auf einem Schiff, welches in Richtung Schleuse Mühlheim auf dem Main unterwegs war.

Tausende Menschen haben am Donnerstagabend in Hanau an einer Mahnwache für die in der Nacht zuvor getöteten Menschen teilgenommen. „Nazis raus“ schallte es über den Marktplatz, mit Rosen, Kerzen und Transparenten brachten die Bürgerinnen und Bürger ihre Trauer und ihre Wut zum Ausdruck. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war extra nach Hanau gekommen, um sein Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen.