Karl-Georg Wolff, zweiter Vorsitzende des Vereins, begrüßte die Gäste und die Referentin Renate Köchling-Dietrich, Heilpraktikerin aus Hanau. „Unser Körper ist ein Wunderwerk, alles ist aufeinander abgestimmt“, zeigte Köchling-Dietrich sehr anschaulich in ihrer Präsentation, „nicht die Knochen sind miteinander verbunden, sondern das Bindegewebe hält den Körper zusammen. Hier finden wir die Ausgangspunkte für Verspannungen und Schmerzen, insb.im Nacken, den Schultern und im unteren Rücken.“ Woher rührt das? Ein wesentlicher Faktor sei Stress im Körper, wodurch Verspannungen entstehen, die Muskel seien fest, schlecht durchblutet und somit nicht gut beweglich, die Faszien „verkleben.“

Der Mensch versuche die entstandenen Schmerzen durch Ausweichbewegungen bzw. Schonhaltung zu reduzieren, es entstehe Asymmetrie, die mit der japanischen Methode „Sotai“ gelindert bzw. verhindert werden könne. „Im Unterschied zu den Japanerinnen und Japanern, die dem mit der Philosophie des Kaizen, der Kunst der kleinen Schritte, Herausforderungen begegnen, um Dinge zu verändern, seien wir Deutsche eher detailverliebt“, weiß die Referentin aus ihrer Ausbildung und langjährigen Erfahrung.

„Japaner stellen den Menschen in den Mittelpunkt ihrer ganzheitlichen Betrachtung, wobei wir meist hart am Problem arbeiten würden, was es oft nicht besser macht. Wir denken nicht ganzkörperorientiert. Japaner haben eine andere Mentalität, nämlich jetzt das Beste tun, keine Perfektion anstreben, Ziel erreichen durch verfeinern der Technik“, vertieft die Referentin den auch von ihr präferierten Heilungsansatz. Eine Statistik aus dem Jahr 2022 zeige: 63 Prozent der Deutschen hatten Schmerzen, unterer Rücken, Hüftbereich, dann Nacken und Schultern. Das sei kein Wunder, so Köchling-Dietrich, da die Bereiche zusammenhängen. Viel tun führe oftmals nicht zum Erfolg, die Schmerzen kämen wieder.

Anhand von kurzen, effektiven Übungen führte die Heilpraktikerin die Gäste des Gesundheitstalks in die japanische Methode Sotai ein. „Sotai ist ein System, das Sie mit minimalstem Aufwand beweglicher macht ohne neue Schmerzen zu produzieren oder die alten Probleme zu verstärken“, versprach die Referentin und hatte, so die Rückmeldungen der anwesenden Gäste, recht. Sotai führe schonend zurück zur richtigen Körperstellung. Ein wesentliches Merkmal dieser Methode sei, dass man mit den Übungen nicht in den Schmerz hineinarbeite, also nicht die Stelle bearbeite, die weh tue, sondern den ganzen Körper sehen würde und geduldig warte, was sich mit den Übungen tue. Erfolge gelängen, indem man überwiegend Spannung, Atmen und Entspannen im „gesunden“ Bereich aufbaue und den betroffenen nur in geringem Umfang belaste, ohne dabei Schmerzen zu erzeugen.

Und so funktioniere Sotai in der Praxis: Entspannung, Atmung, Vertiefen. Im Gegensatz zu den üblichen Abläufen in der Gymnastik und ähnlichen Übungen werde bei Sotai die Spannung mit Ausatmen aufgebaut. Beim plötzlichen Lösen der Spannung entstehe ein feiner, tiefer Reitz, eine Art Vibration, wodurch sich die Faszien lösen und sich nach einigen Übungsstunden die Beweglichkeit –ohne Schmerzen- wieder einfinden würde. Dies gelte grundsätzlich für alle Körperbereiche. Köchling-Dietrich berichtete von einer eigenen Betroffenheit, bei der ein Sturz Auslöser war, dass ihr Fuß blau und dick wurde. Sie sei durch Rückengymnastik schnell aus der Schonhaltung herausgekommen, ihr Fuß sei dabei wie von selbst dabei geheilt worden.

Mit einigen ausgewählten Übungen, die auch für zwischendurch und/oder vor einem Sportprogramm geeignet seien, erlebten die Teilnehmenden, wie der Körper lockerer und beweglicher wurde. „So kehrt das Vertrauen in Ihren Körper wieder zurück. Ihr Körper organisiert sich neu und das in jedem Alter“, war ihre Prognose. „Lernen Sie, die Signale Ihres Körpers zu erkennen, zu verstehen und den ureigenen Bedürfnissen gemäß zu leben. Unser Körper kann sich wieder selbst regulieren“, versichert die Referentin.

Und ein weiteres müssten wir lernen und leben: die Gewissheit, dass jede und jeder von uns perfekt ist, so wie wir sind. Die Heilpraktikerin motivierte: „Einfach machen und schauen, wie es weitergeht, die eigene Wahrnehmung intensivieren, gelassener werden, gesunden und das Leben genießen.“ Im zweiten Teil des „Gesundheitstalk“ gab es dann auch genügend Zeit für einen persönlichen Austausch der Besucherinnen und Besuchern mit der Referentin.

Karl-Georg bedankte sich bei der Referentin mit einem kleinen Geschenk und wies darauf hin, dass Frau Köchling-Dietrich auf der Gesundheitsmesse (20. und 21.4.24) im CPH ihr Wissen an die Besucher und Besucherinnen weitergibt und auch ehrenamtlich bzw. kostenfrei beim Angebot „Bewegter Hanauer Sommer“ des Vereins Gesundes Hanau im Rosengarten in Hanau, Bewegungsübungen anbietet.

Am Donnerstag, 25.4.24, 19.00 Uhr, findet der nächste Gesundheitstalk im Kulturforum Hanau zum Thema „Stark gegen Krebs „ von und mit Dr. Schmude statt.

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