Über das Erinnerungstheater zum „Märchenflur“

Hanau

Ein Erzähltheater diente der richtigen Einstimmung der Besucher der Vernissage zur Eröffnung eines „Märchenflurs“ im Statteilzentrum an der Kinzig.

Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis
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Als Künstler im Erzähltheater fungierten die Seniorinnen dieser Senioreneinrichtung in der Brüder-Grimm-Stadt Hanau, die auch den „Märchenflur“ gestaltet hatten. Zur Eröffnung ihres „Märchenflurs“ präsentierten Erika Berger, Ilse Voß, Katharina Schleich, Gunthilde Stein, Anna Bieberle, Helga Groß und Ingrid Zertling unter ihrer Leiterin Dr. Monika Fingerhut in ihrem Erzähltheater im Restaurant Go eine amüsante Version der „Bremer Stadtmusikanten“. Die Künstler schlüpften dabei nicht nur in die Funktion von Esel, Hund, Katze und Hahn, ahmten Räuber und Müllerin nach, sie sorgten sehr zur Freude der Besucher auch für die entsprechende Geräuschkulisse im Wald (Helga Groß). Die Betreuungskraft Jutta Stürz fungierte als Erzähltante.

Die Brüder Grimm standen aber nicht nur bei diesem Märchen im Erzähltheater Pate, die Märchen der Brüder Grimm wurden vor allem auch zur Grundlage für die Erstellung des „Märchenflurs“ genommen. Im „Märchenflur“ sind auf zehn Keilrahmen-Exponaten die elf bekannten Märchen Rotkäppchen, Rapunzel, Dornröschen, Rumpelstilzchen, Aschenputtel, Schneewittchen Hänsel und Gretel, Hans im Glück, Frau Holle, das tapfere Schneiderlein und Froschkönig zu sehen.

Für die geistig aktiven und motorisch fitten Bewohner bedeutete dies Pinsel, Gel-Stifte und Klarlacke in die Hand zu nehmen und den Hintergrund der Keilrahmencollagen zu gestalten. Da bei Keilrahmencollagen auch Märchen-Requisiten auf die Platte projiziert wurden, mussten auch Materialien wie etwa der Apfel für das Schneewittchen, die Nadel für das tapfere Schneiderlein, der Kinderschuh fürs Aschenputtel, das Lebkuchenherzen für Hänsel oder Gretel, das Marzipanschwein für Hans im Glück oder das Kissen für Frau Holle hergestellt und aufgeklebt werden.

Dieses Projekt „Märchenflur“ sollte aber nicht nur die künstlerische Ader von Bewohnern des Stadtteilzentrums aktivieren, es war auch in anderer Hinsicht von besonderer Bedeutung. Bekanntlich erinnern sich Erwachsene zeitlebens an Märchen. Gerade deshalb können Märchen auch demenzkranke Menschen erreichen, die wegen der Krankheit ansonsten verschlossen gegenüber der Außenwelt sind. „Märchen können also einen Zugang zum Langzeitgedächtnis von Demenzpatienten schaffen und eine Brücke in die Erinnerung bauen“, so Ludmila Knodel, die Einrichtungsleiterin des Stadtteilzentrums, zu den Beweggründen für die Einrichtung eines „Märchenflurs“. Märchen als Erinnerungshilfe sollen zudem dem Bedürfnis nach Wiedererkennen und Sicherheit entgegenkommen.

„So dient auch der „Märchenflur“, der sich zunächst im Eingangsbereich zu jedermanns Ansicht befindet und später in den Wohnbereich der demenzerkrankten Bewohner verlegt wird,  als Therapiegang und mit seinen markanten Illustrationen, seinen haptischen Elementen und seinen allseits bekannten Märchensprüchen der Aktivierung des Langzeitgedächtnisses der Bewohnerinnen und Bewohner“, ist sich Ludmila Knodel sicher.

Foto: Dr. Monika Fingerhut hat die Keilrahmen-Exponate im „Märchenflur“ im Fokus.

Foto: Die Künstlerinnen freuen sich über ihre gelungene Vorführung im Erzähltheater und ihre Keilrahmen-Exponate im „Märchenflur“.


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