Der weltweit geachtete Stahlbildhauer Alf Lechner ist dieser Tage im Alter von fast 92 Jahren gestorben.
Oberbürgermeister Claus Kaminsky würdigte den großen Künstler, der 1988 mit dem Preis „Hanauer Stadtbildhauer“ ausgezeichnet wurde, und erinnerte daran, dass das über die Brüder-Grimm-Stadt hinaus bekannte Kunstwerk und beliebte Fotomotiv „Kreisteilung-Quadratanordnung-Kugel“ im Ehrenhof von Schloss Philippsruhe aus der Werkstatt von Lechner stammt.
Lechner wurde 1925 in München geboren, lernte zunächst das Schlosserhandwerk, ehe er im eigenen Betrieb Möbel und Beleuchtungsprodukte designte. Seine erste Ausstellung hatte er 1969, von 1970 an folgten großformatige abstrakte Skulpturen. Werke von ihm zieren unter anderem das Münchner Maximilianeum, die Alte Pinakothek und den dortigen Flughafen. 2000 wurde ihm zu Ehren in Ingolstadt ein eigenes Museum gebaut, in das er sein Werk als Stiftung einbrachte.
„Wir dürfen uns glücklich schätzen, dass wir in Hanau eine bedeutende Arbeit von Alf Lechner präsentieren können“, so Kaminsky und ergänzt, dass Lechner, der in einer Würdigung seiner Familie als „der Mann, der den Stahl leicht machte“ bezeichnet wird, „mit seiner Kunst im öffentlichen Raum in Hanau weiterlebt“. Die zweiteilige Stahlskulptur vor Schloss Philippsruhe stellt einer geschlossenen eine offene Form gegenüber: zwei halbkreisförmige, massive Vierkantstäbe, die an einem Endstück gegenläufig zusammengeschweißt sind, ergeben eine dynamische „Zeichnung im Raum“. Daneben liegt eine das Massenvolumen der Vierkantstäbe umschreibende geschmiedete Eisenkugel.
Alf Lechner kommentierte seinerzeit sein Werk mit den Worten: „Um die Skulptur im Schlosspark ganz zu erfassen, muss sie der Betrachter in großem Abstand umschreiten. Aus den sich daraus verschiebenden Blickwinkeln ergeben sich sehr unterschiedliche Bilder, Zuordnungs- und Spannungsverhältnisse. (...) Ein Kunstwerk im öffentlichen Raum hat eine bestimmte Aufgabe. Es dient nicht als Dekoration des Parks oder der umgebenden Architektur, sondern bietet dem Spaziergänger Möglichkeiten subjektiver Wahrnehmung. Es kann ihn dazu bewegen, sich weiter und tiefer mit Kunst auseinanderzusetzen.“
Foto: Medienzentrum/Stadt Hanau
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