Tag der Ersten Hilfe im Forum Hanau

Hanau

44 Prozent der Deutschen helfen bei einem Unfall nicht, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen.

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Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage von 2015 im Auftrag der Johanniter-Unfall-Hilfe. „Dabei kann nur derjenige etwas falsch machen, der gar nichts tut“, betont Sven Holzschuh, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe Hanau & Main-Kinzig. Im Rahmen des bundesweiten Tages der Ersten Hilfe am Samstag, 9. September, werden die Johanniter deshalb im Forum Hanau darüber informieren, worauf es im Notfall ankommt. Von 9.30 bis 16 Uhr zeigen sie an einem Stand im Untergeschoss zum Beispiel, wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung funktioniert oder wie man einen Verunfallten in die stabile Seitenlage bringt. Zudem bieten die Johanniter vor Ort eine Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle an. Außerdem gibt es Informationen zum Hausnotruf zum Menüservice und zur Johanniter-Jugend.

Eine Unfallsituation kann für Ersthelfer sehr erschreckend aussehen. „Versuchen Sie trotzdem, ruhig zu bleiben“, rät Uwe Engelter, Teamleiter Ausbildung bei den Johannitern in Hanau. Um die Situation einschätzen zu können, sollten man sich zunächst einen Überblick verschaffen: Was ist passiert? Gibt es mögliche Gefahrenstoffe, zum Beispiel auslaufendes Benzin? Ist jemand verletzt? Wenn ja, wie viele Verletzte gibt es? Sind diese ansprechbar? Sind schon andere Helfer aktiv?

„Dem Unfallopfer ist nicht geholfen, wenn Sie als Helfer vom fließenden Verkehr erfasst werden“, mahnt Engelter. Diese Gefahr ist bei einem Unfall auf einer befahrenen Straße nicht zu unterschätzen. In diesem Fall sollte man sein Warnblinklicht einschalten und langsam an die Unfallstelle heranfahren. Fahrzeug mit ausreichendem Abstand parken und Warndreieck aufstellen. „Laufen Sie auf dem Weg zur Unfallstelle wenn möglich hinter der Leitplanke. Stellen Sie dann die Zündung des Unfallwagens ab. Achten Sie auf Anzeichen eines entstehenden Brandes“, so Engelter.

Für den Fall, dass dem Verunfallten eine Gefahr droht, zum Beispiel durch Feuer oder Rauch, sollte man ihn zunächst aus der Gefahrenzone bringen - mit Hilfe des sogenannten Rautek-Rettungsgriffes. „Dazu greifen Sie mit beiden Händen von hinten unter seinen Achseln durch und umfassen einen möglichst unverletzten Arm mit beiden Händen“, erklärt Engelter. Auch wer sich mit Erster Hilfe nicht auskennt, sollte unbedingt den Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 alarmieren. Wenn sich jemand in der Leitstelle meldet, sollte man sich darauf konzentrieren, folgende Fragen beantworten zu können: Wo ist es passiert? Was ist passiert? Wie viele Verletzte? Welche Art von Verletzungen? Warten: Nicht auflegen, sondern auf Rückfragen warten.

„Prüfen Sie zuerst, ob der Verletzte bei Bewusstsein ist und ob er normal atmet. Ist er ohne Bewusstsein, die Atmung aber normal, kommt die stabile Seitenlage zum Einsatz. Atmet der Betroffene nicht oder ungleichmäßig, muss umgehend mit der Wiederbelebung begonnen werden“, so Engelter. „Am wichtigsten ist dabei die konsequent und möglichst lückenlos durchgeführte Herzdruckmassage – 100- bis 120-mal pro Minute, wie man es in einem Erste-Hilfe-Kurs leicht erlernen kann“, so der Experte. Auch der Einsatz eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED) kann in diesem Fall lebensrettend sein.

Die wichtigsten Handgriffe der Ersten Hilfe lernt man am besten in einem Erste-Hilfe-Kurs. Die Johanniter raten, das Erste-Hilfe-Wissen alle zwei Jahre aufzufrischen. Ein Erste-Hilfe-Kurs dauert neun Stunden. Neben dem Basiskurs bieten die Johanniter weitere Module, wie etwa Erste Hilfe am Kind für Eltern oder Ersthelfer von morgen für Kinder ab dem Grundschulalter, an. Weitere Informationen dazu gibt es unter Telefon 06181/900100 oder unter www.johanniter.de/mkk


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