Kampf dem Gebärmutterhalskrebs!

Hanau

In Deutschland ist Gebärmutterhalskrebs die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren.

Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis
Morgenpost

Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 5000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. 1600 Betroffene sterben an dieser Krankheit, 90.000 werden operiert, um eine Vorstufe des Krebses zu entfernen.

In Hanau startet jetzt an drei Grundschulen ein Pilotprojekt zur besseren Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs durch die Impfung von Mädchen in jungen Jahren. Im laufenden Schuljahr werden Eltern von Viertklässlern an Erich-Kästner-, Gebeschuss- und Friedrich-Ebert- Schule im Rahmen eines Elternabends über Humane Papillomviren (HPV) informiert, die als Hauptverursacher für Gebärmutterhalskrebs gelten und vorrangig durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Im Nachgang zu den Elternabenden erhalten die Eltern die Möglichkeit, ihre Töchter in der Schule gegen HPV impfen zulassen.

Die Kosten übernehmen die Krankenkassen, da die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) die Impfung für Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren empfiehlt. Auch für Jungen macht die Impfung Sinn, da sie sowohl Träger und Verbreiter der Viren sein können, als auch an anderen Krebsformen erkranken können, die durch HPV verursacht werden. Allerdings übernehmen die Krankenkassen bei Jungen die Kosten bisher nicht, da es noch keine offizielle STIKO-Impfempfehlung für Jungen gibt.

Treibende Kraft hinter dem Pilotprojekt ist das Gesundheitsnetz Rhein-Neckar e.V., ein gemeinnütziger Verband von Kommunen, Kliniken und Gesundheitsdienstleistern, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Impfung gegen HPV an Schulen in Deutschland zum Standard zu machen und damit die Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs deutlich zu senken. 2015 startete das Gesundheitsnetz mit der HPV-Impfung an sechs Schulen im Kreis Bergstraße. Inzwischen wurde das Projekt dort auf zwölf Schulen ausgeweitet und die HPV-Impfrate im Kreis vervierfacht.

„Leider ist die HPV-Impfrate deutschlandweit rückgängig“, berichtet Dr. Claus Köster, Präsident des Gesundheitsnetzes Rhein-Neckar e.V. und Leiter des Projekts „Freiwillige HPV Schulimpfung“ bei der Auftaktveranstaltung im Hanauer Rathaus. „Nur 31 Prozent Mädchen werden geimpft. Hessen bildet mit 22 Prozent das Schlusslicht bundesweit. Das wollen wir ändern!“, erklärte er. „Hanau ist die erste hessische Stadt, die am Pilotprojekt teilnimmt und hoffentlich als Vorbild für weitere Kommunen dient“, sagte Köster. Er freue sich, dass die Brüder-Grimm-Stadt hier mit gutem Beispiel in Sachen Gesundheitsfürsorge vorangehe. „Mit Andrea Pillmann, Leiterin der Stabsstelle Prävention, Sicherheit und Sauberkeit der Stadt Hanau, und Anne-Dorothea Stübing, der Vorsitzenden des Hanauer Präventionsrats, haben wir hier großartige Unterstützung bei der Umsetzung des Pilotprojekts vor Ort gefunden“, lobte Köster.

Auch Bürgermeister Axel-Weiss-Thiel betonte wie wichtig Vorsorge sei: „Darum unterstützen wir seitens der Stadt Hanau diese Aufklärung an den Schulen sehr gerne.“ Weiss-Thiel dankte allen Beteiligten, die das Projekt mit vorantreiben. Dazu zählen auch das Staatliche Schulamt, das Hessische Sozialministerium, die Schulleiterinnen und Schulleiter der drei Pilot-Schulen sowie Dr. Med. Viorel Bucur, der in Hanau die Eltern im Rahmen der Elternabende aufklären und die Impfungen in den Schulen durchführen wird.

Projektleiter Köster betonte, dass die Impfung einen hochwirksamen und lange anhaltenden Schutz biete und keine schwerwiegenden Nebenwirkungen habe. Wichtig sei es, dass die Impfung vor den ersten Sexualkontakten – als vor einer möglichen Ansteckung – stattfindet“, betonte der Fachmann, dann ist sie am wirksamsten!“ Geimpft werde mit leeren Virushüllen, um die körpereigene Produktion von Antikörpern auszulösen. „Weltweit wurden bereits rund 40 Millionen Impfungen durchgeführt“, berichtete Köster. In Australien habe man sehr gute Erfahrungen gemacht, denn hier existiere bereits seit 2007 ein staatlich finanziertes HPV-Schulimpfprogramm. „Hier wurden bereits über sechs Millionen HPV-Impfungen an Mädchen und Frauen verabreicht.“ Im Ergebnis gab es einen Rückgang der Zahl der Zellveränderungen, die das Krebsrisiko erhöhen, bei Mädchen unter 18 Jahren um ein Drittel innerhalb von drei Jahren und einen Rückgang von Genitalwarzen um bis zu 90 Prozent innerhalb von fünf Jahren. „Solche Resultate wollen wir in Deutschland auch erzielen!“, formuliert Köster das Ziel des Projekts.

Foto: Auftakt zur Start des Pilotprojekts "Freiwillige HPV-Impfung an Schulen" im Hanauer Rathaus: Viele Beteiligte ziehen an einem Strang, um den Gebärmutterhalskrebs zu bekämpfen. Darunter auch Anne-Dorothea Stübing, Vorsitzende des Hanauer Präventionsrats, (Mitte, rote Jacke), rechts von ihr Andrea Pillmann, Leiterin der Stabsstelle Prävention, Sicherheit und Sauberkeit der Stadt Hanau, die das Projekt in Hanau koordiniert und ,Dr. Claus Köster, Präsident des Gesundheitsnetzes Rhein-Neckar e.V. und Leiter des Projekts „Freiwillige HPV Schulimpfung“. Auch Vertreter der drei Grundschulen, des Staatlichen Schulamts sowie des Sozialministeriums waren vertreten.


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