Zwei Hanauer Altenhilfe-Stiftungen sollen verschmelzen

Hanau

Die Stiftung Althanauer Hospital, eine städtisch verwaltete und im Ursprung evangelische Institution mit langer Tradition, soll bis zum Jahr 2014 in der Martin-Luther-Stiftung aufgehen.

Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis
CID

Alfred Merz, Vorstandsvorsitzender der diakonischen Martin-Luther-Stiftung, bekundete auf einer Pressekonferenz: "Unsere Einrichtung und die Stadt Hanau haben schon immer ein enges Verhältnis, das wird durch diese Stiftungszulegung deutlich untermauert." Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky verspricht sich von der Vereinigung einen "entscheidenden Fortschritt in der Altenhilfe unserer Stadt". Hanaus Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel fügte hinzu: "Der Stadt würde dieser Zusammenschluss im Aufsichtsgremium der neuen Stiftung bedeutenden Einfluss auf einen hoch innovativen Altenhilfeträger sichern, ohne selbst die Trägerrolle übernehmen zu müssen."

Im Jahr 2009 wurde bereits die Gesamtverwaltung der Stiftung Althanauer Hospital per Geschäftsbesorgung auf die Hanauer Gesellschaft für Altenhilfe (HGA) übertragen. Seither teilen sich in dieser die Stadt und die Martin-Luther-Stiftung die Trägerschaft. "Diese Zusammenarbeit hat sich bewährt", versichern Merz und Kaminsky gemeinsam. Freilich sei die Stiftung Althanauer Hospital "zu finanzschwach, um den künftigen Herausforderungen der Altenhilfe gerecht werden zu können", nennt der OB als weiteren Grund für die sogenannte Zulegung dieser Stiftung auf die Martin-Luther-Stiftung. Um das vorhandene Vermögen der Stiftung Althanauer Hospital dauerhaft zu sichern, müsse sie in einer größeren Einheit aufgehen.

Stadtrat Weiss-Thiel verdeutlichte, dass das Überleben der Stiftung Althanauer Hospital "derzeit stark von der Gewährung städtischer Zuschüsse abhängt". Die aber ließen sich angesichts der kommunalen Finanzausstattung nicht dauerhaft garantieren. Da für die Sanierung der Altenwohnanlagen in naher Zukunft ein "Finanzbedarf in einstelliger Millionenhöhe" nötig sei und die Stiftung Althanauer Hospital über keine Investitionsrücklagen mehr verfüge, sei sie nur zukunftsfähig, wenn sie in der Martin-Luther-Stiftung aufgehe.

Darüber hinaus sei "die konzeptionelle Weiterentwicklung von großer Bedeutung", unterstrichen seitens der Martin Luther-Stiftung deren Vorstandsvorsitzender Merz und Geschäftsführer Friedrich Trapp. Heute gehe es nicht mehr nur um ein seniorengerechtes Wohnangebot, vielmehr verlange der Gesetzgeber eine Ausstattung, dass ambulante Pflege in den Wohnungen auch bei erheblicher Pflegebedürftigkeit erbracht werden könne. Dazu gehöre über die Barrierefreiheit hinaus die intensive soziale Betreuung, damit sich die stationäre Pflege für alte Menschen zumindest aufschieben lasse.

Hanaus Alt-Oberbürgermeister Hans Martin, vor Merz jahrelang an der Spitze der Martin-Luther-Stiftung, erinnerte daran, "dass es schon in den 1960er Jahren Bestrebungen gab", die beiden Stiftungen zusammenzuführen. Das Ziel werde nun erreicht, "um die Veränderungen einzuleiten, die angesichts des demografischen Wandels unserer Gesellschaft dringend geboten sind".

Die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung vorausgesetzt, wird die Zulegung der Stiftung Althanauer Hospital auf die Marin-Luther-Stiftung noch in diesem Jahr notariell beurkundet. 2013 wäre dann ein Sperrjahr, welches das Stiftungsrecht vorschreibt. Die eigentliche Eingliederung der Stiftung Althanauer Hospital könnte 2014 erfolgen. Die Martin-Luther-Stiftung würde parallel zur Vereinigung der Stiftungen ihre Verfassung ändern, um der Stadt und den beiden beteiligten Kirchengemeinden Sitz und Stimme in ihrem Aufsichtsgremium einzuräumen. Das Regierungspräsidium in Darmstadt als Stiftungsaufsicht hat der geplanten Zulegung bereits zugestimmt. Ebenso haben die evangelische Johannes- und die Marien-Kirchengemeinde der Vereinigung zugestimmt; beide tragen die Stiftung Althanauer Hospital traditionell mit.

Urkundlich erwähnt wurde das Althanauer Hospital, das der Stiftung ihren Namen gab, erstmals 1334. Sie ist damit die älteste Stiftung in Hanau. Durch Spenden und Stiftungen entstand damals nahe des Kinzdorfs ein Hospital für "Ortsfremde, Heimatlose und Durchreisende", die unterwegs krank oder hilfsbedürftig geworden waren. Die Zahl der Betreuten nahm in der Folgezeit stetig zu, so dass im Zuge der ersten Stadterweiterung Hanaus 1505 ein Neubau in der Vorstadt entstand. Er diente zugleich als geistlicher Ort, versehen mit einer geweihten Kapelle. Durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs ließ sich der Stiftungszweck nach 1945 zunächst nicht mehr erfüllen. Die verbliebene Vermögensmasse bestand aber als "Stiftung Althanauer Hospital" weiter.

Seit 1965 ist es Aufgabe der Stiftung Wohnungen für ältere Menschen zu Verfügung zu stellen. Die Stiftung trägt heute rund 150 sozialgebundene, altengerechte Wohnungen. Die Leitung der Stiftung wird, wie historisch überkommen, gemeinsam vom Magistrat der Stadt Hanau und den beiden aus der Altstadt hervorgegangenen evangelischen Kirchengemeinden, der Marien- und der Johanneskirchengemeinde, wahrgenommen.


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de


Thermo Sun
Harth & Schneider
Stadt Schlüchtern
VR Bank Main-Kinzig-Büdingen eG
Sturmius Dehm Brennholz GmbH

online werben

Höfler Fenster
Autohaus Koch
Autohaus Nix
CID

vogler banner

Evonik

vogler banner

Online Banner 300x250px MoPo 2