"Das ist für mich eine der besten Nachrichten des Jahres," freut sich Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky über die am Dienstag Nachmittag bekanntgewordene Abkehr von Block 6.
Endlich habe der Energieversorger Klartext gesprochen, indem er seinen endgültigen Verzicht auf die umstrittene Erweiterung des Steinkohlekraftwerks Staudinger öffentlich bestätigt habe.
"Diese klare Positionierung gegen Block 6 hätte die Konzernspitze von EON allerdings auch schon vor zwei Jahren fällen können", kommentiert Hanaus Oberbürgermeister die von Vorstandschef Johannes Theyssen bekanntgegebene Entscheidung weiter, denn der Rückzug der Stadtwerke Hannover von dem Projekt habe seinerzeit bereits angedeutet, dass die Erweiterung des Kohlekraftwerks in Großkrotzenburg nicht nur ökologisch höchst fragwürdig, sondern auch ökonomisch nicht sinnvoll war.
Kaminsky hatte seither mehrfach prognostiziert, dass er davon ausgeht, der Bau werde wohl aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr realisiert, und hatte in diesem Zusammenhang immer wieder an die EON-Spitze appelliert, die Pläne aufzugeben, um endlich die Belastung für die Menschen der Region zu beseitigen, die lang genug mit dem "Damoklesschwert Block 6" hatten leben müssen.
"Auch wenn der Verzicht auf den Bau von Block 6 jetzt von betriebswirtschaftlichen Überlegungen getrieben wurde und ökologische Aspekte keine tragende Rolle gespielt haben, bleibt am Ende die mehr als erfreuliche Tatsache, dass uns und der Umwelt beispielsweise der Anstieg des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxid-Ausstosses von fünf auf acht Millionen Tonnen direkt vor der Haustür künftig erspart bleibt." Die gesamte Rhein-Main-Region könne aufatmen, denn der Verzicht auf Block 6 sei "endlich einmal ein Schritt in die richtige Richtung und bringt mehr Lebensqualität für alle, indem die Schadstoffbelastung spürbar verringert wird."
Die Stadt Hanau hatte sich von Anfang gegen den vom Energieversorger EON geplanten steinkohlebetriebenen Kraftwerksblocks mit einer Leistung von rund 1.100 Megawatt ausgesprochen. Gemeinsam mit den Kommunen Alzenau und Hainburg hatte man gegen die Kraftwerkserweiterung geklagt. Die kommunale Klagegemeinschaft argumentierte unter anderem mit einem inakzeptablen Anstieg des Kohlendioxid-Ausstosses von derzeit fünf Tonnen auf acht Tonnen jährlich, einer fehlenden kritischen Überprüfung des Energiebedarfs sowie eine mangelhaften Suche nach umweltverträglichen Alternativen der Energieversorgung.
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